SC Paderborn: Fußball-Bundesligist weitet Bewegtbild-Aktivitäten aus
Wenn der Ball nicht rollt

Paderborn   (WB). Die Langeweile bei den Fans ist groß. Seit dem 12. März rollt der Ball nicht mehr, frühestens Anfang Mai wird die Bundesliga wieder angepfiffen. Die Elite-Liga ist in Quarantäne. Bis auf Weiteres.

Freitag, 03.04.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 03.04.2020, 05:02 Uhr
Das Kommunikations-Trio beim SCP, von links: Simon Zengerling, Pressesprecher Matthias Hack und Kim Liebeck. Das Foto entstand vor der Corona-Krise. Foto: Jörn Hannemann

Doch der Fußball ist eine Droge. Die Kugel muss sich auch immer weiter drehen, wenn eigentlich gar nichts rund läuft. Wie beim SC Paderborn. Der Letzte der Liga machte mit dem ersten Corona-Infizierten bundesweit Schlagzeilen und schottete sich danach zunächst fast komplett ab. Als es Luca Kilian wieder besser ging, lockerten die Ostwestfalen ihre mediale Sperre und machten auch für externe Medien das Interview-Fenster wieder auf.

„Kreative Lösungen finden“

Parallel dazu begann der Club, seine eigenen Kanäle wie die Homepage oder SCP 07-TV wieder schrittweise hochzufahren. „Normalerweise ist die Woche mit Training, Pressekonferenzen und dem jeweiligen Spieltag ausgefüllt. Jetzt müssen wir uns medial völlig neu aufstellen und kreative Lösungen finden, um den Kontakt zu unseren Fans zu erhalten“, sagt Pressesprecher Matthias Hack.

Wenn Hack von „Wir“ spricht, meint er in erster Linie Kim Liebeck und Simon Zengerling, seine beiden Mitstreiter aus dem Bereich Kommunikation. Das Trio kämpft in der Elite-Liga gegen Vereine an, die allein in der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit über bis zu 20 Mitarbeiter verfügen. „Wertvolle Unterstützung bekomme ich noch von unserer Marketingabteilung. Alle sind hochmotiviert, das begeistert mich“, sagt Hack.

Kurze Videos mit Unterhaltungswert

Der Club hat vor allem seine Bewegtbild-Aktivitäten ausgeweitet und auf die Social-Media-Kanäle wie Instagram verlagert. „Dabei setzen wir auf kurze Videos mit Unterhaltungswert unter Einbeziehung der Spieler“, sagt Hack. Insgesamt 16 kleine Filme wurden in den vergangenen Tagen online gestellt, jeder Clip hatte rund 7000 Aufrufe. „Auf Instagram wurden unsere Posts und Storys in einer Woche 500.000 Mal gesehen“, sagt Hack stolz und nennt noch dieses Beispiel: „Ein kleines Frage-Antwort-Spiel mit unserem Kapitän Christian Strohdiek haben 8000 Nutzer auf Instagram verfolgt.“

In Zeiten der Corona-Krise laufen aber auch Formate, die bei „normalen Abläufen“ weniger gut funktionierten. In der Hinrunde 2019/2020 stellte der SC Paderborn eine Serie „Fit mit Felix“ online. Athletiktrainer Felix Sunkel gab hier Tipps, wie man durch ein paar Übungen seine Gesundheit fördern kann. „Das lief vor ein paar Monaten leider nicht so gut. Jetzt, wo die Leute zu Hause bleiben sollen, haben wir die Folgen noch einmal online gestellt. Das Ding hatte sofort hohe Klickzahlen und flog praktisch durch die Decke“, sagt Hack und zieht nach den ersten beiden Wochen ohne Liga-Alltag dieses Fazit: „Unsere Beiträge werden jetzt noch öfter als im Ligabetrieb angesehen. Wir gewinnen jede Woche mehrere hundert Abonnenten hinzu. Das ist schon sensationell.“

Zwei Millionen sahen 3:6

Dass die Fußball-Bundesliga in den sozialen Netzwerken funktioniert, zeigte sich bei der „Bundesliga Home Challenge“. Unter dem Motto „Stay home … and play“ traf der SCP am vergangenen Wochenende auf Hertha BSC. Wer Lust hatte, konnte dieses Spiel und auch die weiteren online auf den offiziellen Bundesliga-Sendern Sky und Dazn oder auf dem YouTube-Kanal der 1. Liga verfolgen. Bei Paderborns 3:6-Niederlage gegen die Berliner sahen zwei Millionen zu. Auf so viele Zuschauer kommt der Club selbst dann nicht, wenn man alle Heimspiele der vergangenen zehn Jahre zusammenrechnen würde...

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