2. Bundesliga: Uni Baskets Paderborn verlieren 84:94 bei Artland Dragons
Ein Team mit zwei Gesichtern

Paderborn  (WB/jm/en). Zwei Tage nach dem bemerkenswerten 92:91 über Spitzenreiter Niners Chemnitz haben es die Uni Baskets Paderborn am Sonntag verpasst, ein fantastisches Wochenende in der 2. Basketball-Bundesliga ProA mit einem weiteren Erfolg bei den Artland Dragons zu krönen.

Sonntag, 08.03.2020, 20:10 Uhr aktualisiert: 08.03.2020, 20:12 Uhr
Die Siegesserie des Spitzenreiters Niners Chemnitz beendet: Die Uni Baskets bejubelten am Freitag ein 92:91 der besonders dramatischen Art. Foto: Elmar Neumann

Von wegen Drachenzähmung: Die als Favorit angereisten Baskets fanden bei der 84:94-Pleite so gar nicht ins Match, mussten stets hinterherhecheln und blieben mit Ausnahme des überragenden Ryan Logan (31 Punkte, sieben von acht Dreiern versenkt) weit hinter ihren Möglichkeiten. „Ryan war sehr gut. Aber wir brauchen eine Mannschaft“, meinte Headcoach Steven Esterkamp.

Hinten zu anfällig, vorne zu eigensinnig – so wuchs der 18:26-Rückstand nach dem ersten Viertel kontinuierlich an. In den folgenden fünf Minuten gelang den Gästen in der Offensive gerade mal ein verwandelter Strafwurf (Trapp zum 19:31). Kurz darauf hieß es 19:41. Erst in der 17. Minute traf Trapp den ersten Korb aus dem Feld (21:24). Kendale McCullum und wenig später auch Kapitän Ivan Buntic waren im unterirdischen zweiten Viertel bereits mit jeweils drei Fouls belastet. Zur Halbzeit (33:51) standen zehn Turnover auf dem Statistikbogen. Verkehrte Welt im Artland. „Uns hat die Intensität gefehlt. Das war schlimm“, urteilte Esterkamp, der sein Team nicht wiedererkannte. „Quakenbrück war viel besser. Wir hatten keine Verteidigung.“

Angeführt von Ryan Logan, startete der Gast eine kleine Aufholjagd bis zum 44:58. Aber die Abschlüsse waren einfach zu hastig. Mit vier Freiwürfen, sein einziges Zählbares bei acht Fehlwürfen aus dem Feld, verkürzte Demetrius Ward auf 48:65. Die ungenügende Zwei-Punkt-Quote bis dato: 29 Prozent. 54:68 hieß es vor dem letzten Durchgang .

Martin Seiferth stellte per Dunking noch auf 60:70. Mehr ging an diesem Abend nicht mehr. Die Zeit lief den Baskets davon. Sechs Minuten vor der Schlusssirene musste Buntic mit fünf Fouls raus. Drachen-Coach Tuna Isler war nach dem sechsten Heimsieg in Folge stolz auf die starke Teamleistung. „Unser Gameplan ist aufgegangen. Wir haben den Paderborner Spielfluss unterbinden können.“

Die Baskets haben eine große Chance vertan. Für Spannung ist weiter gesorgt. Die Plätze fünf und elf trennen bloß zwei Zähler.

Ein Sieg des Kollektivs

Vorausgegangen war dem Auftritt im Artland ein Heimspiel, das die 1697 Fans, die am Freitag die 2. Basketball-Bundesliga der 1. Fußball-Bundesliga vorgezogen hatten, nicht so schnell vergessen. „Das war einer der Abende, für die man Basketball spielt“, schwärmte Ryan Logan nach dem 92:91-Triumph über die zuvor 22 Mal in Serie unbesiegten Niners aus Chemnitz. Nach besorgniserregendem Start (4:18/5.) arbeiteten sich die Gastgeber über ein Mehr an Intensität in der Verteidigung in eine Partie, in der sie dem Aufstiegskandidaten Nummer eins fortan auf Augenhöhe begegneten.

Es entwickelte sich eines der spektakulärsten Spiele der jüngeren Vereinsgeschichte, gekrönt von einem Happy End. Zwölf Sekunden vor dem Ende markierte Logan die beiden letzten Punkte. In den letzten Momenten verhinderten die Hausherren dann mit vereinten Kräften eine letzte Antwort der Niners. Neben Ryan Logan (18 Punkte) punkteten auch Kendale McCullum (22), Ivan Buntic (12) und Demetrius Ward (14) zweistellig, wobei Letztgenannter dank zehn Assists ein Doube-Double verbuchte.

Letztlich war es aber ein Sieg des Kollektivs. „Diesen Sieg hat wahrscheinlich außer uns keiner in der Liga für möglich gehalten, doch wir haben immer an uns geglaubt. Wir können stolz auf uns sein“, sagte Logan. Wie sehr diese Mannschaft den Teamgedanken lebt, zeigt eine Premiere. Am Freitag saß Nachwuchstalent Fritz Hemschemeier (16) zum ersten Mal in dieser Saison auf der Baskets-Bank und das Ticket dafür, hat er auf durchaus interessante Weise bekommen. „Fritz hat wirklich gut trainiert. Dann hat die Mannschaft darüber abgestimmt, ob er mit in den Kader rücken soll und sich einstimmig für ihn entschieden“, sagte Coach Esterkamp.

Lob gab’s auch vom Gegner: „Ich gratuliere Paderborn zum verdienten Sieg und bin mir sicher, dass die Baskets den Sprung in die Playoffs schaffen“, zog Niners- Coach Rodrigo Pastore seinen Hut.

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