Bei den Deutschen Meisterschaften in Hamburg wäre für den PSC-Profi alles andere eine Enttäuschung. Kandra strebt den dritten DM-Titel an

Paderborn/Hamburg  (WB/jm). An den schmucken Vierseiten-Glascourt im Sportwerk Hamburg hat Raphael Kandra beste Erinnerungen: Dort kürte er sich 2018 und 2019 (ohne Satzverlust) zum Deutschen Meister.

So war’s nach den beiden Vorjahren in Hamburg: Valentin Rapp (links) musste Raphael Kandra 2018 und 2019 im Finale zum Gewinn des DM-Titels gratulieren.
So war’s nach den beiden Vorjahren in Hamburg: Valentin Rapp (links) musste Raphael Kandra 2018 und 2019 im Finale zum Gewinn des DM-Titels gratulieren. Foto: Henning Angerer

Klar also, welchen Ausgang die mit insgesamt 5000 Euro dotierten 45. Deutschen Squash-Einzelmeisterschaften nehmen sollen, die vom 6. bis 9. Februar an der Elbe ausgetragen werden. Erneut in Abwesenheit des Rekordmeisters Simon Rösner. „Ich habe mich aus verschiedenen Gründen entschieden, die DM nicht mehr zu spielen“, erklärt Deutschlands Nummer eins. „Angefangen hatte es vor drei Jahren, als ich aufgrund meines doch vorangeschrittenen Alters und dem vollen Terminkalender meine Priorität auf die PSA-Turniere gelegt habe.“ Diese Strategie sei dann durch die guten Ergebnisse samt Weltranglistenplatz drei bestätigt worden. Rösner: „Ich habe die DM elfmal in Folge gewonnen. Das stimmt mich sehr zufrieden. Natürlich wären ein zwölfter, 13. oder 14. Titel schön, aber mein Hauptaugenmerk liegt klar auf der Weltrangliste und auf meinem Körper.“

„Das Triple ist mir sehr wichtig“

So ist Raphael Kandras Hamburg-Ansinnen nicht mehr ganz so steinig. „Mein ganz klares Ziel ist der dritte Einzeltitel in Folge. Das Triple ist mir sehr wichtig“, betont der PSC-Profi. „Ich glaube, es ist keine Überraschung, wenn ich mir die Titelverteidigung als Ziel setze. Alles andere wäre ehrlicherweise eine Enttäuschung für mich.“

Neben einer Portion Prestige, gemixt mit einem Gefühl der Bestätigung, wäre es auch ein schicker Leistungsnachweis für Arbeitgeber und Sponsoren. „Die Bundeswehr freut sich über jeden Titel. Und es ist eine Möglichkeit, meinem Ausrüster etwas zurückzugeben.“

Nun ist Favorit Kandra klar, dass der Sport manchmal mit Überraschungen aufwartet. „Ich weiß, dass es natürlich keine leichte Aufgabe werden wird“, sagt der Linkshänder voller Vorfreude auf ein „schönes verlängertes Wochenende in Hamburg. Dort fühle ich mich immer sehr wohl. Ich mag das Ambiente. Es ist ein super Court, super Leute, super Publikum. Ich glaube, dass wir alle wieder ein super Event haben werden!” Kandra weiß auch, dass es warm wird im Glaskäfig. „Du kannst die Bälle nicht so gut töten. Da ist Fitness gefordert. Das kommt meinem Spiel entgegen.“

Mit dem Druck des Gejagten weiß Paderborns „Sportler des Jahres“ umzugehen. „Klar habe ich Druck, wenn ich als Meister und Favorit ins Turnier gehe. Dieser Druck ist aber manchmal auch erforderlich, um sein bestes Squash zeigen zu können.“ Ärgster Rivale des Sportsoldaten im 48-köpfigen Herrenfeld dürfte der an zwei gesetzte Valentin Rapp (Black & White Worms) sein, gegen den er die beiden Endspiele der Vorjahre jeweils eindrucksvoll gewinnen konnte. Allerdings habe auch dessen Wormser Kollege Yannik Omlor „einen guten Schritt gemacht“. Davon konnte Kandra sich am Wochenende beim gemeinsamen Trainingslager der Nationalmannschaft in Paderborn ein Bild machen. „Yannik lebt jetzt in England. Das merkt man.“

Die DM beginnt am Donnerstag

Die Paderborner Fraktion vervollständigen der an Position sieben gesetzte Tobias Weggen (der drei deutsche Jugendtitel in seiner Biografie stehen hat), Cederic Lenz an Position 13 sowie SC-Coach Hendrik Vössing als 15. der Setzliste. International geht es für Kandra beim Troilus Gold Canada Cup in Toronto (21. bis 25. Februar) weiter.

Bei den Damen ist Vorjahresgewinnerin Nele Hatschek (SRC Duisburg 1993) hinter EM-Teilnehmerin Saskia Beinhard vom SC Monopol Frankfurt, 2019 Bronzemedaillengewinnerin, und der amtierenden DM-Vizemeisterin Franziska Hennes (27) vom SC Paderborn an Position drei gesetzt. Mediengestalterin Hennes hatte zwischen 2013 und 2018 viermal die Deutschen Meisterschaften im Einzel gewonnen. Im Vorjahresfinale musste sich die Paderbornerin mit 2:3 beugen. Auch Annika Wiese ist am Start.

Die DM beginnt am Donnerstag, 6. Februar (16 Uhr). Die Finalspiele der Damen und Herren sind am 9. Februar (gegen 14 Uhr) geplant. Infos im Netz: www.dem.dsqv.de

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