Golfprofi Alexander Knappe startet in Südafrika in die Saison
„Von Schlag zu Schlag“

Paderborn (WB). Die Waden- und Schienbeinmuskulatur leidet noch ein bisschen darunter, dass er sich von seiner Freundin dazu hat überreden lassen, nach 17-jähriger Abstinenz mal wieder Ski zu fahren. Aber diese etwas schmerzhaften Erinnerungen an eine sonst sehr erholsame Zeit in Kitzbühel halten Golfprofi Alexander Knappe nicht davon ab, der am Donnerstag, 30. Januar, beginnenden Saison auf der Challenge Tour voller Vorfreude entgegenzusehen: „Ich habe im Vorjahr gut aufgehört und scheine die Form mitgenommen zu haben. Es kann losgehen.“

Mittwoch, 29.01.2020, 04:00 Uhr aktualisiert: 29.01.2020, 05:01 Uhr
Der Paderborner Golfprofi Alexander Knappe startet in Südafrika in die neue Saison der Challenge Tour. Im besten Fall erspielt er sich eines von 20 European-Tour-Tickets. Foto: Elmar Neumann

Zum dritten Mal in Folge startet die Challenge Tour an einem anderen Ort. Nach Kenia (2014 bis 2018) und Jordanien (2019) wird der Limpopo Championship in Südafrika die Ehre zuteil, das erste Event zu sein. Gespielt wird auf den Plätzen im Euphoria GC (Par72, 7040 Meter) und Koro Creek GC (Par72, 6799 Meter). Im vergangenen Jahr verpasste der Mann vom GC Paderborner Land das Tour-Finale der Top45 auf Mallorca so knapp, wie es knapper nicht geht – um einen einzigen Schlag. Aufgrund eines beeindruckenden Schlussspurts, der im vierten Platz bei der abschließenden Foshan Open gipfelte, arbeitete sich der gebürtige Briloner auf den allerletzten Metern noch auf den 46. Platz vor. Wäre er nicht Vierter, sondern Dritter geworden, hätte es für das Finale gereicht. „Anfangs tat das weh. Aber dann habe ich doch schnell das Positive gesehen: Ich durfte schließlich nur dank einer Einladung an dem Turnier teilnehmen und dafür war auch der vierte Platz ein wirklich tolles Ergebnis“, sagt Knappe.

Jetzt liegt die Konzentration voll auf der Challenge Tour.

Alexander Knappe

Positiv an diesem 46. Platz ist auch, dass dem Mann vom GC Paderborner Land eine wichtige Entscheidung abgenommen worden ist. Statt in diesem Jahr eventuell wieder ein schwerlich zu planendes Dasein irgendwo im Nirgendwo zwischen Challenge Tour und European Tour fristen zu müssen, herrscht Klarheit, die ihm gut gefällt: „In den vergangenen beiden Jahren bin ich zwischen den Touren immer hin- und hergesprungen und letztendlich zu nichts gekommen. Jetzt liegt die Konzentration – bis auf ganz wenige Ausnahmen – voll auf der Challenge Tour. Das sollte mir doch helfen.“

Helfen kann dem 30-Jährigen auch eine Änderung in den Regularien, die er sogar selbst initiiert hat. Ging es im Saisonfinale bisher immer um 15 Spielberechtigungen für die European Tour, werden diesmal – vom 5. bis 8. November, erneut auf der Baleareninsel – 20 Tickets ausgespielt: „Ich habe das im Vorjahr bei einem Meeting der Challenge Tour in der Schweiz angesprochen. Ich habe gesagt, dass es doch unfair ist, dass bei der Q-School nach einer Woche Golf 25 Tour-Karten vergeben werden, wir auf der Challenge Tour aber ein Jahr gutes Golf abliefern müssen, um eine von 15 Karten zu bekommen. Da hat was nicht gepasst und ich finde es natürlich gut, dass das Kontingent aufgestockt wurde.“

25 Turniere in 15 Ländern – 6 Millionen Euro Preisgeld

Der Weg bleibt aber auch zu einer von nun 20 Karten lang. Auf Knappe & Co. warten 25 Turniere in 15 Ländern, bei denen insgesamt 6 Millionen Euro Preisgeld verteilt werden. Zu Beginn macht die Tour gleich dreimal Station in Südafrika. Nach dem Auftakt geht es vom 6. bis 9. in Kapstadt (Royal Cape GC und King David Mowbray GC) und vom 13. bis 16. Februar in George (Fancourt Golf Estate) weiter, wo Knappe sich – wie so oft – seit Mitte Januar auf den ersten Abschlag vorbereitet hat. Das lange Spiel hat er glücklicherweise schon vor dem Ausflug nach Kitzbühel ausgiebig geübt. In Südafrika ging es jetzt vor allem um die nicht weniger wertvollen Schläge auf dem und rund um das Grün. Die Hoffnungen ruhen nicht zuletzt auf einem neuen Putter. Auf Anraten seines Coaches Neil Bryan hat er den Neigungswinkel des Schlägerschaftes verändern lassen und das scheint sich auszuzahlen. Von allzu ambitioniert formulierten Vorgaben sieht die Nummer 900 der Welt trotz aller Zuversicht aber ab. „Ich halte es da lieber so wie die Fußballer. Die schauen von Spiel zu Spiel, ich einfach von Turnier zu Turnier, von Runde zu Runde und von Schlag zu Schlag“, sagt der leidenschaftliche Fan Borussia Dortmunds.

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