Squash-Bundesliga Nord: Spitzenreiter Paderborner SC gewinnt mit 4:0 gegen 1. Bremer SC und Harsefeld-Stade Es läuft alles nach Plan

Paderborn  (WB). Der Deutsche Mannschaftsmeister Paderborner SC steuert in der Squash-Bundesliga weiter auf Kurs Titelverteidigung. Der Doppelspieltag der Nordstaffel spülte mit zwei souveränen 4:0-Siegen (je 11:1 Sätze) in Bremen und gegen Harsefeld-Stade sechs weitere Punkte aufs PSC-Konto. Mit nun 18 Punkten und 24:0 Spielen thront der PSC mit absoluter Maximalausbeute auf Platz eins vor dem ärgsten Verfolger SC Turnhalle Niederrhein (17), am 11. Januar 2020 Gastgeber für die Paderborner.

Von Jörg Manthey
Triumphierend ballt Lennart Osthoff nach seinem Dreisatzsieg die Faust – das 1:0 gegen die Amigos aus Harsewinkel-Stade.
Triumphierend ballt Lennart Osthoff nach seinem Dreisatzsieg die Faust – das 1:0 gegen die Amigos aus Harsewinkel-Stade. Foto: Jörg Manthey

Physiotherapeutin macht Nicolas Müller fit

Aufregung am Tag vor dem Bremen-Gastspiel. Nicolas Müller war am Donnerstag mit einer Blessur aus seinem Schweizer Meisterschaftsspiel rausgegangen. Diese „Bank“ – vier Siege, 11:1 Sätze – drohte auszufallen. Für ihn sollte eigentlich Tobias Weggen ins Bremen-Aufgebot rücken, doch der musste abwinken, weil er beim Hochschulsport einen Muskelfaserriss erlitten hatte. Letztlich sollte Renate Peters’ physiotherapeutische Behandlung bei Müller anschlagen; er meldete sich spielbereit. Und das war gut so.

Im Auftaktmatch lieferte sich Lucas Wirths ein packendes Duell mit seinem starken Kontrahenten. Es dauerte eine Weile, bis er sich an die Gegebenheiten des Courts gewöhnt hatte. Nach 2:0-Satzführung traf Wirths einige falsche Entscheidungen, war im vierten Satz aber wieder voll „da“ und veredelte seine gute Leistung – 3:1.

Nach dieser 1:0-Führung gab’s Attacke-Squash erster Güte zu sehen. Nicolas Müller entschied eine Vielzahl der kurzen Ballwechsel für sich. Im dritten Satz habe der Schweizer wohl „ein bisschen geschwankt“, wie Raphael Kandra sagte. „Aber er hat die entscheidenden Big Points gemacht.“

Rösner diktiert sein Spiel

Simon Rösner zeigte gegen den Briten Patrick Rooney seine ganze Klasse. „Das war extrem gut“, würdigte Nicolas Müller den 3:1-Auftritt des WM-Halbfinalisten in einem Duell, das phasenweise ausgeglichen war, der Deutsche aber letztlich diktierte. Mit diesem 3:0 stand der Gesamtsieg schon fest, doch ein Augenschmaus sollte noch folgen. Die Art und Weise, wie Raphael Kandra den Engländer Conner Sheen in die Schranken verwies, war sehenswert. „Raphi hat ein unglaubliches Spiel gezeigt, gespielt wie ein Herrgott“, schnalzte Nicolas Müller mit der Zunge. „Er hat von Anfang an dominiert und Sheen keine Chance gelassen. Raphi hat ein Tempo an den Tag gelegt, da können viele nur von träumen.“ 4:0 bei 12:2 Sätzen gegen den Tabellendritten; das rechte Warmmachen für den Heim-Jahresabschluss am Sonntag gegen den Aufsteiger Los Amigos Squasher Harsefeld-Stade.

Die Geschichte dieses ungleichen Duells ist schnell erzählt. Lennart Osthoff ließ in drei flotten Sätzen gar nichts anbrennen. Umso mehr musste Lucas Wirths arbeiten, der gegen Niedersachsenmeister Marius Saxarra im ersten Satz 0:4 ins Hintertreffen geriet. „Ich war überrascht von seiner Schnelligkeit“, räumte „Mister 100 Prozent“ hinterher ein.

Auch Deutschlands Ranglistenführender Simon Rösner konnte nach seinem Viersatzsieg über den gebürtigen Israeli Roee Avraham (23) festhalten: „Alles nach Plan gelaufen. Nur im zweiten Satz habe ich leicht geschwächelt.“

Kandra fühlt sich für Team-EM gewappnet

Den vierten Punkt gegen die Amigos hielt der Europameister fest. Die Fronten waren schnell geklärt. Raphael Kandra schaltete gegen Adam Pelczynski wie am Vortag den Turbo ein und resümierte zufrieden: „Das war eine gute Begegnung. Bei der Einzel-EM hatte ich einen Satz gegen ihn verloren, mich da ein bisschen blöd angestellt. Ich habe mich wohlgefühlt im Court. Es war schön, wieder zu Hause zu spielen.“ Kandra fühlt sich für die Team-Weltmeisterschaft gewappnet. „Ich hoffe, dass wir da was reißen können.“

Hinterher ließ es sich das Team im Gasthaus Haxterpark schmecken. Schon am Donnerstag geht’s in gemütlicher Runde weiter: Weihnachtsfeier im Kö13. Wenn Mitte Januar Simon Rösner (als bester Europäer an drei gesetzt) und Nicolas Müller beim PSA-Tournament of Champions in New York an den Start gehen, wird für das Bundesligateam wieder Timothy Garner aus England als „Ersatz“ eingeflogen. „Alles fix“, konnte Geschäftsführerin Anna Wedegärtner Sonntag vermelden.

Die Ergebnisse

1. Bremer SC - PSC 0:4.

Patrick Rooney - Simon Rösner 5:11/7:11/11:6/4:11, Conner Sheen - Raphael Kandra 1:11/ 6:11/6:11, Heiko Schwarzer - Nicolas Müller 5:11/5:11/ 9:11, Felix Göbel - Lucas Wirths 11:13/7:11/11:8/7:11

PSC - Harsefeld-Stade 4:0.

Simon Rösner - Roee Avraham 11:4/7:11/11:5/11:4, Raphael Kandra - Adam Pelczynski 11:1/11:4/11:7, Lucas Wirths - Marius Saxarra 11:7/11:9/ 11:5, Lennart Osthoff - Thorge Bierschwall 11:2/11:6/11:7

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