Fußball: Ex-Delbrücker studiert in Colorado (USA) mit einem Fußball-Stipendium Gianluca Mazzas Waffen-Schock im Supermarkt

Delbrück/La Junta (WB). Gianluca Mazza hat den Fußball-Westfalenligisten Delbrücker SC im Sommer in Richtung USA verlassen, um am dortigen Otero Junior College in La Junta im Südosten von Colorado ein Studium im International Business Management zu beginnen. Natürlich verfolgt er die Meisterschaft seines DSC immer noch, und natürlich konnte er auch in den Staaten nicht vom Fußball lassen. Die Saison ging dort von August bis November und war ziemlich erfolgreich.

Von Mark Heinemann
Studierender Fußballer: Gianluca Mazza (links stehend) will mindestens bis 2022 in den USA bleiben.
Studierender Fußballer: Gianluca Mazza (links stehend) will mindestens bis 2022 in den USA bleiben.

»Ich habe in 16 Spielen acht Tore erzielt und sieben Treffer vorbereitet. Die Bedingungen sind schon sehr professionell. Sie folgen einem klaren Plan. Wir trainieren täglich von Montag bis Freitag und arbeiten sehr viel im athletischen Bereich. Alles ist sehr diszipliniert. Das ist auch nötig, denn wir haben alle drei bis vier Tage ein Spiel«, berichtet Mazza, der weiterhin im zentralen Mittelfeld spielt und die Rückennummer 10 trägt. Das Team konnte in seiner Conference – in dem amerikanischen Ligasystem spielen Colleges aus den Bundesstaaten Colorado, Wyoming und Kansas gegeneinander – insgesamt elf Siege einfahren. Dazu gesellten sich fünf Niederlagen und ein Remis.

»Fußball verbindet«

40 Spieler umfasst der Kader insgesamt. Vertreten sind mit Kickern aus Costa Rica, Japan, Trinidad & Tobago, Senegal und Portugal viele verschiedene Nationalitäten. »Das funktioniert super. Fußball verbindet eben. Selbst, wenn jemand nicht spielt, ist er immer mit dabei und feuert das Team an. Darauf wird hier sehr viel Wert gelegt«, betont Mazza. Die Einteilung der Liga sorgt aber auch für lange Auswärtsfahrten. Teilweise musste die Mannschaft im Bus 600 Meilen in etwa zehn Stunden zurücklegen. »Aus dem Bus heraus konnte ich mir die Landschaft ein bisschen anschauen. In diesem Teil der USA ist es sehr bergig. Viel mehr Zeit blieb bislang noch nicht für Sightseeing. Aber das kommt noch. Los Angeles steht auf jedem Fall auf dem Zettel«, sagt Mazza. Die Conference schloss das Collegeteam als Zweiter ab und zog somit in die Play-offs ein. Dort ging es bis ins Finale, das in Denver ausgetragen wurde. Mazzas Team, in dem auch Paul Nitsch vom SuS Neuenbeken spielt, unterlag am Ende knapp mit 2:3.

»Vom ersten Tag an willkommen gefühlt«

»Die Erfahrung in den USA ist super. Ich wohne hier im Studentenwohnheim direkt auf dem Campus. Meine Mitspieler kommen aus aller Welt. Ich habe mich vom ersten Tag an willkommen gefühlt. Jeder ist hilfsbereit und unterstützt, damit das Leben als internationaler Student so leicht wie möglich fällt. Es passiert regelmäßig, dass ich von Teamkollegen nach Hause zum Essen eingeladen werde«, ist Mazza von der US-Gastfreundschaft begeistert.

Allerdings hat er auch Dinge erlebt, die im ersten Moment aus deutscher Sicht gewöhnungsbedürftig sind: »Der Umgang mit Waffen ist ein großes Thema. Viele Amerikaner möchten, dass striktere Gesetze für den privaten Waffenbesitz in Kraft treten. Dann geht man allerdings in einen Supermarkt und sieht dort Waffen aller Art im freien Verkauf. Das hat mich schon geschockt.«

Lukas Kramer lässt Verbindungen spielen

Das Studium wird dem 23-Jährigen über ein Fußball-Stipendium finanziert. Der Kostenpunkt pro Semester liegt bei 9000 US-Dollar. Enthalten sind Studiengebühren, Unterkunft, Verpflegung, Versicherung sowie die Lernmaterialien. »Ich möchte fußballerisch so hoch wie möglich spielen und schaue, was das amerikanische Bildungssystem in Verbindung mit dem Fußball ermöglicht«, so Mazza. Mitorganisiert hat Mazzas USA-Aufenthalt mit Lukas Cramer ein weiterer Ex-Delbrücker. Der langjährige DSC-Stürmer war vor ein paar Jahren selber per Stipendium in Amerika und hat aus seiner Collegezeit noch Kontakte dorthin. »Primäres Ziel ist, meinen Bachelor abzuschließen. Damit sollte ich 2022 fertig sein. Das allerdings nicht in La Junta, sondern ein einer größeren Universität. Vielleicht hänge ich noch den Master dran. Da habe ich mich noch nicht entschieden«, meint Mazza. Das gilt auch für die Zeit nach dem Studium: »Vielleicht bleibe ich hier, wenn es mit dem Job und der Aufenthaltsgenehmigung passt. Die USA sind halt das Land der unbegrenzten Möglichkeiten.«

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