2. Basketball-Bundesliga: Uni Baskets Paderborn feiern in einem Krimi mit 77:75 (40:41) bei den Tigers Tübingen ihren ersten Auswärtssieg
Dschungelprüfung bestanden

Paderborn  (WB/jm). Dschungelprüfung bestanden: Nach einem jederzeit ausgeglichenen und aufregenden Match haben die Uni Baskets Paderborn bei den Tigers Tübingen mit 77:75 (40:41) ihren ersten Auswärtssieg in der 2. Basketball-Bundesliga Pro A eingefahren. Für die Tiger war es die erste Heimniederlage der Saison.

Sonntag, 27.10.2019, 09:52 Uhr aktualisiert: 27.10.2019, 17:10 Uhr
Jackson Trapp war mit fünf Dreiern und 17 Punkten der Paderborner Topscorer in Tübingen. Foto: Jörn Hannemann/Archiv

»Das war ein ganz wichtiger Sieg«, pustete Demetrios Ward nach den Nerven zehrenden 5,7 Schlusssekunden durch. 73:75 hieß es, als Thomas Reuter zunächst 30 Sekunden vor Schluss mit seinem dritten Dreier auf 76:75 stellte. »Big shot«, strahlte Headcoach Steven Esterkamp. Kendale McCullum erhöhte von der Freiwurflinie auf 77:75. Tübingens Trainer Doug Spradley nahm jetzt zwei Auszeiten hintereinander. Die letzte Aktion gehörte seinem Team – doch Dyante Rainard Baldwin vergab freistehend den benötigten Dreier. Fünf Paderborner trafen zweistellig, wobei Jackson Trapp sich diesmal das Prädikat Topscorer verdiente.

Fünf Spieler treffen zweistellig

Im ansprechenden ersten Viertel gerieten die Gäste, die sich anfangs eine Reihe von Fehlern leisteten, mit 0:5 und 4:11 ins Hintertreffen. Jackson Trapp brachte sein Team auf 12:13 heran. Nachdem Ryan Logan zweimal die mögliche Führung verpasste, schaffte erst Kendale McCullum den Ausgleich (15:15) und Demetrios Ward aus der Distanz die erstmalige Führung – 18:15 dank eines 14:4-Laufes. In der Folge blieb es stets spannend. Mit einem 21:22-Rückstand gingen die Paderborner in den zweiten Abschnitt. Nach Martin Seiferths 22:22 von der Freiwurflinie gab der Gast in einem knappen Spiel zunächst weiter den Ton an. Mit seinem dritten Dreier erhöhte Jackson Trapp auf 29:26.

Eine Reihe unglücklicher Abschlüsse schenkte den Tigers einen kleinen 32:29-Vorsprung. Nach kurzzeitigem Ausgleich (Ward, 34:34) musste Paderborn erneut einem 34:39 hinterherhecheln. Jackson Trapp avancierte mit seinem vierten Dreier (37:39) zum Topscorer der ersten Hälfte, die mit einem 41:40 für die Tiger endete. Alles war da noch drin. Die Uni Baskets hatten zu diesem Zeitpunkt deutliche Vorteile aus der Distanz; acht von 19 Versuchen sausten durch das Netz. Derweil kam Tübingen auf lediglich einen Dreier bei elf Versuchen. Die Defensivrebounds (12:17) sahen die Tiger klar vorn; diese Diskrepanz sollte weiter wachsen.

Dramatische 5,7 Schlusssekunden

Ryan Logan (sechs Assists vor der Pause) leistete sich nach dem Wechsel einen Fehlpass. Drei verwandelte Freiwürfe Thomas Reuters bedeuteten den 48:49-Anschluss. Die Führung wechselte häufig. Drei Minuten vor Ende des dritten Viertels hieß es 56:56, vor dem Schlussabschnitt 60:62.

Mit einem Dreier zum 63:62 eröffnete Ryan Logan das Finale. Demselben Spieler unterlief beim 66:63 ein Schrittfehler, Jackson Trapp scheiterte danach aus der Mitteldistanz. Tübingen übernahm mit 67:66 wieder die Führung. Steven Esterkamp sammelte sein Team nach dem 66:69 (34.) zur Auszeit. Noch fünf Minuten (69:71). McCullum glich von der Freiwurflinie aus – 71:71, Auszeit von Tübingens Coach Doug Spradley. 73:73, 73:75, noch drei Minuten. Hüben und drüben häuften sich Fehler. Doch es gab das Happyend. Nach den Schwenninger Panthern haben die Uni Baskets auch die Tübinger Tiger dressiert. Trainer Steven Esterkamp lobte die gute Verteidigung und die kämpferische Einstellung seiner Crew. »Ich bin glücklich. Dieser Sieg war psychologisch total wichtig. Wir haben heute als Team funktioniert und gesehen, dass wir mit jedem Gegner mithalten können.«

Doug Spradley lobte den Sieger (»Paderborn hat fast das ganze Spiel über das Tempo kontrolliert«) tadelte seine Tübinger. »Die Verteidigung war eine absolute Katastrophe, viel zu soft. Nur 16 Fouls in 40 Minuten. Mit 41 eroberten Rebounds und zwölf Ballgewinnen müssen wir eigentlich gewinnen. Aber nicht, wenn nur zwei von 20 Dreiern sitzen.«

Die Statistik

Uni Baskets: Jackson Trapp (17 Punkte, fünf Dreier, 28:22 Minuten Spielzeit), Kendale McCullum (16 Punkte, fünf Assists, 33:04 Minuten), Martin Seiferth (12 Punkte, 24:36 Minuten), Ryan Logan (7 Punkte, 12 Assists, 11 Rebounds, 33:28 Minuten), Jens Großmann (0 Punkte, 7:35 Minuten), Ivan Buntic (0 Punkte, 9:37 Minuten), Henning Ballhausen (0 Punkte, 12:29 Minuten), Thomas Reuter (12 Punkte, drei Dreier, 30:02 Minuten), Demetrius Ward (13 Punkte, 20:47 Minuten).

Tigers Tübingen: Marvin Smith Jr. (11), Justin Anthony Strings (2), Dyante Rainald Baldwin (17), Besnik Bekteshi (0), Enosch Wolf (14), Kristopher Ladon Fulwood-Davis (7), Tanner Nicholas Graham (4), Philipp Neumann (2), Roland L’Amour Lyama (14), Sven Stammberger (4).

Die Viertelergebnisse: 22:21, 19:19, 21:20, 13:17 Zuschauer: 2300 Das nächste Spiel: Am kommenden Donnerstag, 31. Oktober (20 Uhr), haben die Uni Baskets die Rostock Seawolves zu Gast in der Maspernhölle.

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