Snooker: Jan Eisenstein glückt bei Weltmeisterschaft in Myanmar ein 83er Break
»WM hat mich deutlich motiviert«

Paderborn  (WB/jm). Das Abenteuer Team-Weltmeisterschaft in Mandalay/Myanmar ist für das deutsche Snooker-Duo Jan Eisenstein aus Hövelhof und Michael Schnabel (TSG Heilbronn) im Achtelfinale zu Ende gewesen. 0:4 ging das Duell gegen den Platzhirschen Myanmar I aus.

Donnerstag, 03.10.2019, 03:00 Uhr
Voll konzentriert: Jan Eisenstein (26) aus Hövelhof bei der Snooker-Weltmeisterschaft der Amateure in Mandalay. Foto: Vivek Pathak, IBSF/ACBS/CSI

»Es war wohl kein mega Feuerwerk von denen, aber sehr kontrolliert. Die haben einen eingespielten Eindruck gemacht. Von uns war es nicht das Gelbe vom Ei. Wir hatten eine größere Fehlerquote«, räumt Jan Eisenstein ein. Mag sich die Abfuhr auch recht deutlich lesen, so hatten die EM-Fünften aus Deutschland doch zumindest im zweiten (36:65) und dritten Spiel (35:62) ihre Möglichkeiten. Allerdings sollte es ihnen gegen Ko Htet und Thet Min Lin nicht mehr gelingen, an die guten Leistungen der Gruppenphase anzuknüpfen.

Fast hätten die Titelkämpfe in Südostasien mit einer Panne begonnen. Gut, dass Eisenstein und Schnabel sich rein zufällig die Starterlisten der vorgeschalteten Einzel-WM in der Disziplin 6reds anschauten. Da lasen sie nämlich ihre Namen. Wie sich herausstellte, hatte die Deutsche Billard-Union ihr Duo dafür ebenfalls gemeldet, allerdings ohne das zu kommunizieren.

Furioser Auftaktsieg gegen Ex-Weltmeister

Jan Eisenstein glückte mit 4:1 (36:9, 31:1, 34:6, 45:51, 39:30) ein furioser Auftaktsieg über Ex-Weltmeister Muhamad Asif aus Pakistan. »Ich wusste nicht um seine Vita. Mit den Belobigungen bin ich dann wohl nicht gut zurecht gekommen.« So wurde Eisenstein nach drei Niederlagen (0:4, 2:4, 2:4) noch auf den letzten Gruppenplatz durchgereicht und verpasste den Sprung in die K.o.-Runde. Michael Schnabel belegte Platz 17. »Ich habe ein bisschen gebraucht, bis ich richtig drin war. Das ist aber normal bei mir. Letztlich hat sich auch die fehlende Erfahrung gezeigt.«

Die beiden »Exoten« aus Germany – Deutschland stellte das einzige europäische Team – starteten mit zwei Siegen tadellos in die Team-WM. Die Partien gegen Myanmar III und Malaysia I gewann das Duo glatt mit 3:0. Gegen Hongkong II gab es dann für die EM-Fünften eine unglückliche 2:3-Niederlage. »Zwei Bälle haben entschieden. Ich habe beide Einzel auf dem letzten Ball verloren«, berichtet Jan Eisenstein von einem Drama ohne Happy End. »Das hat uns einen kleinen Knacks gegeben.« So schlossen er und sein Partner die Gruppe D als Zweiter ab. Myanmar I war in der Runde der letzten 16 die Endstation. Deutschland I beendete die Snooker-Weltmeisterschaft somit auf einem soliden neunten Platz.

»Abenteuer in einer fremden Kultur«

»Diese WM war ein Abenteuer in einer fremden Kultur«, schwärmt Jan Eisenstein. »Eine tolle Erfahrung, die mich deutlich motiviert hat. Mich mit internationaler Spielstärke vergleichen zu können, hat mich unglaublich angetrieben. Damit sind Michael Schnabel und ich der nationalen Konkurrenz einen Schritt voraus.«

Das Vier-Sterne-Hotel »Pullman Mandalay Mingalar«, in dem sie sich überwiegend aufhielten, sei »mega« gewesen, berichtet der Hövelhofer. »Die Tische waren qualitativ sehr gut. Sowas findest du in deutschen Klubs nicht.«

Jan Eisenstein zog aus dem Abenteuer in Myanmar noch etwas Positives. »Mir ist im Spiel gegen Malaysia ein 83er Break gelungen. Meine bislang höchste Serie auf einem internationalen Turnier. Damit wurde ich bei der WM zwischenzeitlich unter den Top 3 der höchsten Breaks geführt.«

6reds-DM-Aus im Viertelfinale

Zum Verschnaufen blieb wenig Zeit. Kaum zurück in der Heimat, spielte der 26-jährige Eisenstein wieder um einen Titel; erneut mit bloß sechs roten Kugeln: Im Breakpoint Hannover wurde die nationale Meisterschaft in der Disziplin 6reds erstmals als offizielle DM ausgerichtet. Der Hövelhofer, in der Bundesliga für den aktuellen Spitzenreiter SC 147 Essen aktiv, gehörte zum Kreis der Mitfavoriten. Das 40er Feld war sehr gut besetzt. Letztlich musste er sich im Viertelfinale Maintour-Rückkehrer Lukas Kleckers (1. SC Mayen-Koblenz) mit 0:4 beugen. Der Ex-Profi gewann den Wettbewerb letztlich auch. Eisenstein: »6reds ist eine spaßige Disziplin. Da können auch Amateure besseren Spielern erheblich mehr weh tun.«

Den Tag der deutschen Einheit nutzt Jan Eisenstein zu einem GST-Turnier in Hannover, um Ranglistenpunkte zu sammeln. »Ich habe wieder richtig Bock, ganz viele Turniere zu spielen.« Seine Kampfansage an den amtierenden Deutschen Meister Michael Schnabel: »Ich will ihm im November in Bad Wildungen den Titel streitig machen!« Mehr Infos im Netz: www.billard-union.de

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