Der Paderborner ist der erste deutsche Squash-Europameister
Kandra sorgt für Premiere

Paderborn (WB/en). Das hört sich richtig gut an: Raphael Kandra ist der erste deutsche Squasher, der sich Europameister nennen darf. »Diesen Erfolg ordne ich ganz weit oben ein. Man kann natürlich auch große PSA-Turniere gewinnen, aber von solchen Titeln gibt es nicht viele. Das ist etwas, das für die Ewigkeit bleibt«, sagte der 28-jährige Profi aus den Reihen des Paderborner Squash Clubs.

Sonntag, 08.09.2019, 16:27 Uhr aktualisiert: 08.09.2019, 16:30 Uhr

Der topgesetzte Linkshänder wurde in Bukarest seiner Favoritenrolle gerecht, musste aber jede Menge investieren, ehe die Premiere perfekt war. Beinahe wäre für den Weltranglisten-27. schon im Halbfinale Endstation gewesen. Gegen den 22-jährigen Farkas Balasz, die Nummer 113 der Welt, lag Kandra »im Nullkommanichts« mit 0:2 Sätzen zurück: »Der junge Ungar hat mich überrascht. Aber dann habe ich mein Spiel umgestellt und mich dank meiner Erfahrung doch noch durchgesetzt.«

Diesen Erfolg ordne ich ganz weit oben ein.

Raphael Kandra

Im Finale wartete mit dem einst für den PSC aktiven Borja Golan, dem zweimaligen Europameister (2018, 2016), auch reichlich Routine auf der anderen Seite, doch diesmal war es Kandra, der im Duell mit dem 36-jährigen Spanier den viel besseren Start erwischte und mit 11:6, 11:8 vorne lag. Golan wollte sich aber keinesfalls geschlagen geben, nahm das Tempo aus der Begegnung und drehte das Blatt. Der ehemalige Weltranglistenfünfte (aktuell 33.) gewann die folgenden Durchgänge jeweils mit 11:7 und führte im finalen Satz mit 6:2, doch mit einem letzten Kraftakt sorgte Kandra für die entscheidende Wende (12:10).

Schon am Montag steht der Europameister wieder im Court

Dass acht in der Weltrangliste höher eingestufte Europäer, darunter auch sein PSC-Kollege Simon Rösner, auf eine EM-Teilnahme verzichtet haben, nimmt der neue Titelträger gelassen zur Kenntnis: »Ich finde nicht, dass das den Erfolg schmälert. Wenn dieser Titel den anderen nichts wert ist, ist das ihre Entscheidung. In fünf Jahren fragt niemand, wer nicht mitgespielt hat. Da steht nur: Europameister 2019 – Raphael Kandra.« Viel Zeit zum Feiern bleibt dem gebürtigen Fürther nicht. Schon an diesem Montag, 12.30 Uhr, steht er bei der Open de France in Nantes im Court.

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