Stand Up Paddeln boomt auch auf dem Lippesee – Balancetraining von Kopf bis Fuß
Die über das Wasser gehen

Paderborn (WB). Der Lippesee ist nicht der See Genezareth. Gleichwohl werden auf diesem Revier immer öfter Menschen gesichtet, die entspannt über das Wasser »spazieren« – das hat schon etwas Erhabenes. Stand Up Paddling, kurz SUP, macht’s möglich.

Mittwoch, 07.08.2019, 04:00 Uhr aktualisiert: 08.08.2019, 10:18 Uhr
Im Stehen übers Wasser: So wie hier auf dem Nesthauser See kann Dr. Boris Rauscher (42) prima abschalten und den Büro-Alltag hinter sich lassen.

Das von hawaiianischen Surflehrern importierte Stehpaddeln ist längst mehr als ein Trendsport, habe Windsurfen und Kiten längst hinter sich gelassen und entwickelt sich zum Breitensport, sagt Dr. Boris Rauscher, Inhaber und Gründer des Stand Up Paddling Clubs Paderborn. »Der Hype in Deutschland hält seit 2012 an. Dies zeigt auch die stark zunehmende Anzahl an Suchanfragen im Internet.« Der boomartige Durchbruch sei 2018 gekommen, als Discounter und auch Baumärkte aufblasbare, leicht zu transportierende Boards in ihr Angebot nahmen. »Das war der Durchbruch«, meint Rauscher. Die zusammengerollte SUP-Variante passt in einen Rucksack und wiegt höchstens bis 15 Kilogramm. Das vereinfacht Lagerung und Transport. Das dazugehörige lange Paddel ist höhenverstellbar.

Natur- und Freizeitvergnügen

Auf den aufblasbaren Stand Up-Paddelboards lassen sich am Lippesee aus einer anderen Perspektive neue Ecken und Wege erkunden. »Weil man sich stehend fortbewegt, kannst du im Vergleich zu Kanu oder Tretboot mehr entdecken. Man gleitet langsam im Wasser vorbei an Inseln, bewaldetem Ufergebiet, um sich herum der Blick ins tiefe Wasser«, schwärmt Rauscher. Dahingleiten und Ausbalancieren auf seiner eigenen kleinen Insel: Stehendpaddeln ist für Rauscher ein aufregendes und unheimlich spaßiges Natur- und Freizeitvergnügen, in dem er bestens vom Büroalltag abschalten kann. »Die Basics sind leicht zu erlernen. Im Anschluss an eine vernünftige Einweisung schafft es im Anfängerkurs jeder, mit korrekter Körperhaltung innerhalb von Minuten auf dem Board zu stehen. Nach einem stressigen Tag gibt es nichts Besseres.« Die richtige Standposition in der Mitte des Bretts auf Höhe der Griffschlaufe samt Körperspannung sei das A und O und entscheide darüber, »wie oft du ins Wasser purzelst.«

Rauscher ist promovierter Ingenieur bei Benteler und betreibt seit 2018 nebenher ein Kleingewerbe mit SUP-Verleihstationen am Lippesee, Schiedersee und Diemelsee. Werden die Temperaturen kälter, steht als Ausweichgewässer der Nesthauser See zur Verfügung. »Dort haben wir Neoprenanzüge«, erläutert er. Etwa 20 Bretter bürgen dafür, dass auch Geburtstage, Teamevents oder Junggesellenabschiede bestückt werden können.

Länger und breiter als Surfbretter

SUP-Boards sind länger und breiter als Surfbretter. Kippstabile Allround-Boards würden bis zu 180 Kilogramm tragen können, erklärt Rauscher. »Man kann prima zu zweit oder auch zusammen mit Hund paddeln gehen.« Inzwischen kommt ein neuer Trend hoch: Stand Up Paddle Yoga. Dabei werden auf dem See bis zu sieben Boards zu einem Stern zusammengebunden und am Grund verankert. Professionelle Yoga-Lehrer leiten die Übungen auf dem Wasser an. Grinst Rauscher: »Ich hätte nicht geglaubt, dass sich ein kerzengrader Kopfstand auf dem SUP-Board machen lässt, bis ich es mit eigenen Augen gesehen habe.«

Renntage am 7./8. September

Am 7./8. September geht’s in Kooperation mit dem Bistro Seemöwe auf dem Lippesee sportlich zu: Dann findet der 1. SUP Cup Lippesee statt, den Dr. Boris Rauscher gerne als neues Sport-Event etablieren möchte. Mit Jedermann-Rennen, Firmen-Cup und Rahmenprogramm. Anmeldungen per E-Mail: info@supclubpaderborn.de. Mal ganz abgesehen von der neuen Wasser-Perspektive, die sich einem auftut, habe das SUP-en auch noch einen gesundheitsfördernden Aspekt, beteuern Mediziner; es sei sanft und gelenkschonend. »Mit der richtigen Technik ein idyllisches Balancetraining von Kopf bis Fuß«, pflichtet Dr. Boris Rauscher bei. Hinterher merke der Novize jeden Muskel. »Die Tiefenmuskulatur im Körper leistet einiges, wenn das gesamte Körpergewicht ausbalanciert wird.« Die meisten haben nach 90 Minuten auf dem Wasser keinen Muskelkater in den Armen, sondern in den Füßen, Beinen und am Bauch; geschuldet der ungewohnten Belastung auf wackligem Untergrund.

Dr. Boris Rauscher ist sicher, dass der Siegeszug des Stand Up Paddelns nicht aufzuhalten ist. Dazu will er in Ostwestfalen-Lippe und umzu sein Scherflein beitragen. Sein Credo: »SUP ist schnell zu erlernen und verbindet großen Fun mit allen Vorteilen eines wirkungsvollen Ganzkörpertrainings.« Mehr Infos im Internet: www.supclubpaderborn.de

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