Paderborner Extremschwimmer André Wiersig ist durch die Schule zum Kanalschwimmen gekommen
»Raus aus der Opferrolle«

Paderborn (WB). »Man kann nicht immer gewinnen. Aber wie man verliert, das kann jeder selbst entscheiden.« Mit Extremschwimmer André Wiersig hatte sich der TuS Sennelager bei seiner Bundesliga-Premiere einer hochinteressanten Talkgast eingeladen.

Montag, 08.07.2019, 07:00 Uhr aktualisiert: 08.07.2019, 11:30 Uhr
Talk beim Tennis: Frank Hofen (Mitte) mit Hauptsponsor Ralf Hämmerling (links) und Extremschwimmer André Wiersig. Foto: Reichstein

Der 47-Jährige, der vor vier Wochen Geschichte schrieb und als erster Deutscher die Ocean’s Seven (sieben Meeresengen auf fünf Kontinenten) gemeistert hat, ist eigentlich durch die Schule zum Kanalschwimmen gekommen: »In einem Englischbuch stand mal etwas über Kanalschwimmer, etwas später habe ich als Austauschschüler die Fähre von Dover nach Calais genommen und dann hat mich das Thema nicht mehr losgelassen.« Doch erst 2014 durchschwamm Wiersig den Ärmelkanal, es folgten Kaiwi-Kanal (2015), Nordkanal (2016), Santa Catalina-Kanal (2017), Tsugaru-Straße (2018), Cook-Straße sowie die Straße von Gibraltar (beide 2019) mit einer Gesamtlänge von 278 Schwimmkilometern. »Das ist alles eine Frage der Einstellung. Ich schwimme immer mit dem Ozean, nie dagegen«, so Wiersig.

»Ich schwimme immer mit dem Ozean, nie dagegen«

Der Paderborner appellierte gestern im Gespräch mit Frank Hofen an die Tennisgäste, sich auch selbst mehr zu vertrauen. »Wer kann schon von sich behaupten, dass er außerhalb seiner Komfortzone zu 100 Prozent auch tut, was er sich vornimmt?«, fragte er in die Runde und gab diesen Rat: »Raus aus der Opferrolle. Nicht immer ist der Chef schuld, ist das Wetter nicht gut oder sind die Kollegen blöd. Wer das für sich verinnerlicht, der kann auch in Extremsituationen überleben.«

Auf den Tennisfan (»Ich bin mit Graf und Becker am Fernsehschirm aufgewachsen«) wartet selbst keine sportliche Herausforderung (»Ich bin kein Flussschwimmer«) mehr. Als Meeresbotschafter will er aber mithelfen, die Menschen zu motivieren, etwas zu verändern. »Ich bin selbst schon nachts auf dem Meer in eine Plastiktüte geschwommen. Da habe ich Panik bekommen«, sagte Wiersig und ergänzte: »Gegen den Müll, gegen die Überfischung und gegen den Klimawandel müssen wir etwas tun. Ich berichte da aus einer einmaligen Perspektive.«

Im Herbst kommt sein erstes Buch heraus. Der Titel: »Nachts allein im Ozean – Mein Weg durch die Ocean’s Seven«. Das Buch kostet 19,95 Euro und kann unter www.andre-wiersig.com vorbestellt werden.

Die kleine Talkrunde beim TuS wird auch fortgesetzt: Am 14. Juli kommen die Uni Baskets.

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