Football: Dolphins-Quarterback möchte mal als Coach arbeiten. Vater Jay kommt
Kyle Faunce lebt seinen Traum

Paderborn  (WB). Ein Fest in Rot, Weiß und Blau: Für die kleine US-Fraktion der Paderborn Dolphins ist der 4. Juli besonders. Der Unabhängigkeitstag (Independence Day) erinnert an den 4. Juli 1776. An jenem Tag sind die ehemals britischen 13 Kolonien erstmals in einem offiziellen Dokument als »Vereinigte Staaten von Amerika« bezeichnet worden. Dolphins-Quarterback Kyle Faunce (25) will den trainingsfreien Tag aber recht ruhig angehen lassen. »Ein bisschen was mit Freunden trinken, vielleicht am Lippesee.«

Donnerstag, 04.07.2019, 04:00 Uhr aktualisiert: 04.07.2019, 15:06 Uhr
Ein Sonnyboy, ein Lebensgefühl: Dolphins-Quarterback Kyle Faunce fährt gerne Skateboard. »Paderborn ist dafür perfekt.« Foto: Jörg Manthey

Kyle Faunce ist ein lustiger Geselle, lacht gerne und viel. Auch über sich selbst kann er sich köstlich amüsieren. Etwa, wie er seine deutschen Lieblingswörter »Eichhörnchen« und »Waschmaschine« akzentuiert. »Crazy. Jeder Amerikaner liebt das«, wiehert er.

2016 in Amiens/Frankreich gespielt

Faunce ist geboren in Indianapolis, besuchte dort die Warren Central High School und studierte auch an der Marian University. Heimat sei für ihn aber mehr Orlando/Florida. Dort spielte er semiprofessionell für die Orlando Phantoms (2017). Kyle Faunce war erklärter Wunschspieler von Headcoach JJ Fayed für die Position des Spielmachers; der hatte sich schon zu seiner Zeit in Serbien um ihn bemüht. Der smarte US-Boy lebt hier seinen Traum. »Es ist doch fantastisch, dass ich den Sport, den ich liebe, ausüben kann und dafür auch noch bezahlt werde.« 2016 spielte Kyle Faunce für den dreimaligen Französischen Meister Amiens Spartiates. Vorfahren von ihm lebten vor einigen hundert Jahren im Elsass. »Ich habe die Familie in Straßburg besucht. Spannend. Auf dem Plymouth Rock, der Ort, an dem William Bradford und die Pilgerväter, die auf der Mayflower in die neue Welt gesegelt waren, an Land gingen, sind auch die Ahnen unserer Familie verewigt.«

Besuch im Konzentrationslager Auschwitz

Nach dem Heimspiel gegen die Aachen Vampires (21. Juli) bricht eine gut vierwöchige Spielpause an. Für Kyle Faunce Gelegenheit, Europa zu bereisen, zusammen mit liebem Besuch. Er freut sich riesig, dass sein Vater Jay zum ersten Mal überhaupt über den großen Teich reist und gegen Aachen auch auf der Tribüne sitzen wird. Ganz oben auf beider Liste steht ein Besuch der Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz. Faunce hat wohl darüber gelesen, ist aber einer, der gerne vor Ort die Energie aufnimmt, reinspürt. »Ich will’s mit eigenen Augen sehen. Das habe ich schon in Gettysburg und der Dealey Plaza so gemacht.« Gettysburg war 1863 Schauplatz einer der entscheidenden Schlachten des Amerikanischen Bürgerkrieges, und in Dallas war Präsident John F. Kennedy im Jahr 1963 von zwei Gewehrschüssen tödlich getroffen worden. Berlin, Rom und Mallorca sind weitere Urlaubsziele von Vater und Sohn.

Hobbys: Wandern, Fischen, Tauchen oder Kanufahren

Kyle Faunce ist Krankenpfleger, sein Berufswunsch allerdings ein anderer. »Ich möchte später mal als Footballcoach arbeiten. Football ist meine Leidenschaft, mein Leben.« Ob an der Highschool oder am College, das wird er beizeiten sehen. »Viele Kids werden ohne Vaterfigur groß. Ich denke, ich kann ihnen mit meiner Art einiges für ihren Lebensweg mitgeben.« Bevor es soweit ist, möchte Kyle Faunce noch zwei, drei Jahre aktiv spielen – gerne in Paderborn, zu gerne in der GFL2. »Ich möchte mithelfen, hier etwas Nachhaltiges zu entwickeln, und habe Freundschaften geschlossen. Deshalb kann ich mir gut vorstellen, noch ein paar Jahre in Paderborn zu bleiben.« Die Menschen hier seien total nett (warmherziger als in Frankreich), dazu die Gegend ideal zum Skateboardfahren. Noch so eine Leidenschaft von ihm. Genauso wie Wandern, Fischen, Tauchen oder Kanufahren. Faunce mag archaische Naturabenteuer.

Der Quarterback würde oft lieber selber den Lauf zum Raumgewinn nutzen, doch Coach Fayed – besorgt, sein Leistungsträger könne verletzt ausfallen – sieht das gar nicht gern und ihn lieber von der Garde der O-Liner geschützt im »Pocket«. Vor der Saison hatte der US-Boy Ziele für sich definiert: 2500+ Passing Yards, 25+ Touchdownpässe. »Ich weiß, in beiden Statistiken hinke ich hinterher«, sagt Kyle Faunce nachdenklich.

»Gegen Essen einen richtig guten Job machen«

Dem vorentscheidenden Match um die Meisterschaft an diesem Sonntag (15 Uhr, Löns-Stadion) gegen die Assindia Cardinals sieht Faunce vertrauensvoll entgegen. »Im Hinspiel waren viele von uns verletzt, gerade in der Defense. Wir haben ein toughes Team. Wenn jeder einfach nur fokussiert ist, seinen Job richtig gut machen – ob blocken, tackeln oder fangen – dann werden wir es packen, uns den direkten Vergleich zu holen«, orakelt Faunce. Er wird am Spieltag beim Ankleiden sein bewährtes Ritual pflegen. »Ob Arm, Bein oder Fuß: Erst ist jeweils die rechte Seite dran, dann die linke. Das habe ich in meiner ganzen Laufbahn immer so gemacht.«

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