Baseball: Untouchables starten mit Sieg und Niederlage in die Play-offs
Schonlau packt den Hammer aus

P aderborn (WV). Der Traum der Paderborn Untouchables von der siebten Deutschen Baseball-Meisterschaft lebt, obgleich der Einstieg in die Play-offs nicht ganz nach Wunsch verlaufen ist. Statt den Heimvorteil im DM-Viertelfinale gegen die Heideköpfe Heidenheim zum erhofften komfortablen 2:0-Vorsprung umzumünzen, mussten sich die U’s mit einem Split begnügen und zeigten an den zwei Tagen zwei verschiedene Gesichter.

Sonntag, 30.06.2019, 22:00 Uhr

Im Ahorn-Ballpark stand das bittere 0:10 im ersten Match schon vorzeitig fest. Nach sieben Innings, nach 2:40 Stunden, griff die Ten-Run-Rule. Der Gastgeber um Pitcher Daniel Thieben fand so gar nicht ins Spiel und lag nach dem ersten Inning mit drei Runs im Hintertreffen. Offensiv klappte rein gar nichts; lediglich zwei Hits von Phildrick Llewellyn gegen Heidenheims Starting Pitcher. Der Gästeerfolg hatte zwei Namen. Mike Bolsenbroek, niederländischer Nationalpitcher in schwäbischen Diensten, holte sich mit zehn Strikeouts den Sieg. Fernando Escarra sorgte im sechsten Inning mit einem 3-Run-Homerun für die Vorentscheidung. »Es war einfach nicht unser Tag. Sowas gibt’s. Bolsenbroek hat uns auf der Rolle gehabt«, meinte Headcoach Jendrick Speer achselzuckend.

Vier-Stunden-Marathon

Tags darauf spielten die Untouchables mit einer Portion Wut im Bauch. Es entwickelte sich bei brütender Hitze ein spannungsgeladenes vierstündiges Marathonmatch mit wechselnden Führungen. Maik Ehmcke schob wohl früh Frust und polterte lautstark in der Teamzone, doch die Offense kam flott ins Rollen. Phildrick Llewellyn glückte der erste Run zum 1:0. Nadir Ljatifi, Björn Schonlau und Daniel Hinz veredelten den Blitzstart zum 4:0 nach dem ersten Inning. Als erneut Llewellyn Nutznießer eines Errors der Heideköpfe-Defense war und das Ergebnis auf 5:0 schraubte, roch es nach einer kleinen Vorentscheidung.

Doch der Gegner blieb ruhig und konterte. Erst zum 5:2, dann wurde der Pitcher gewechselt. Und Justin Erasmus schaffte es, Sand ins Getriebe der Paderborner Maschinerie zu streuen. Eine ganze Weile herrschte Leerlauf in der Offense. Dass Pitcher Victor Diaz im sechsten Inning wegen einer Ellenbogenverletzung raus musste, schürte Verunsicherung. Vertreter Benjamin Thaqi fand nicht richtig ins Spiel und musste nach dem 5:3 im siebten Inning Matthew Kemp Platz machen. Erst beim 5:7 endete die Talfahrt. Phildrick Llewellyn humpelte zum 6:7-Anschluss ins Ziel, Centerfielder Maik Emcke glich mit seinem Lauf zum 7:7 aus, Nadir Ljatifi, von Björn Schonlau auf die Reise geschickt, holte die Paderborner Führung zurück – 8:7. Ein 3-Run-Homerun des Heidenheimers Andrew Campbell, und es hieß im achten Inning wieder 8:10 aus U’s-Sicht – Schock! Ein Error der Gästeverteidigung stand Pate zu Finn Bergmanns 9:10, und dann kam der Hammer: Björn Schonlau schlug einen schicken Grand-Slam-Homerun; passend, dass jede Base gut gefüllt war: Schonlau, Marco Cardoso, Maik Ehmcke und Nadir Ljatifi liefen locker ein, Hochstimmung bei allen U’s. Und die Defense hielt im letzten Inning dicht.

»Im Baseball entscheidet erst der letzte Pitch«, philosophierte Jendrick Speer vergnügt. »Baseball ist wie Boxen. Du teilst aus, kassiert ein und teilst wieder aus. Wichtig ist, dass du niemals aufgibst. Wir haben immer dran geglaubt«, lobte Speer die Einstellung und stellte Schonlaus Aktion heraus. »Freut mich, dass er nochmal zeigen konnte, was er kann.«

Tagesform entscheidet

Mit einer gesunden Portion Zuversicht blickt Jendrick Speer nun der Reise ins Schwabenland entgegen. »Wir haben gesehen, dass wir Heidenheim schlagen können. Es geht darum, drei Spiele zu gewinnen. Welche das sind, ist egal. Die Tagesform wird mit entscheidend sein.« Björn Schonlau hofft inständig, dass es am Sonntag nicht sein Abschiedsspiel zu Hause war. »Durch diesen Sieg stehen wir nicht ganz mit dem Rücken zur Wand. Wir wollen ins Halbfinale. Dazu braucht es einen großen Kampf und einen starken Glauben in die eigenen Fähigkeiten.« Im Halbfinale wartet voraussichtlich Südmeister Mainz Athletics (2:0 gegen Dohren).

Kommentare

Lance  wrote: 02.07.2019 16:08
"lediglich zwei Hits von Phildrick Llewellyn"
"lediglich zwei Hits von Phildrick Llewellyn "
Es war ein hit für Llewellyn und ein hit für Speer aber Ist ja nicht so schlimm Trotzdem toller Beitrag!
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