Statt um den EM-Titel geht es für Rösner & Co. gegen den Abstieg
Ohne Kandra ohne Chance

Paderborn (WB). Es hätte ein einmalig aussichtsreiches Unterfangen werden können. Mit Simon Rösner (4.) und Raphael Kandra (14.) ist Deutschland mittlerweile das einzige europäische Land, das in der Squash-Weltrangliste zwei Top15-Spieler vorzuweisen hat. Mit diesen zwei Ausnahmekönnern hätte sich die Nationalmannschaft bei der am Mittwoch in Birmingham beginnenden Team-EM sehr gute Chancen auf den erstmaligen Gewinn des Herren-Titels ausrechnen dürfen.

Dienstag, 30.04.2019, 21:00 Uhr aktualisiert: 01.05.2019, 12:56 Uhr
Der verletzte Deutsche Meister Raphael Kandra fehlt der Nationalmannschaft bei der EM, und so wird aus dem Titelanwärter ein Team, das gegen den Abstieg spielt. Foto: Henning Angerer

Zumal schon länger bekannt war, dass Titelverteidiger Frankreich ohne seinen Ex-Weltmeister Greg Gaultier (13.) antreten würde. Doch dieser Traum ist vor dem ersten Ballwechsel im Edgbaston Priory Club geplatzt. Kandras linkes Knie hat alle Hoffnungen auf den ersten Finaleinzug seit 1994 und den ersten EM-Triumph überhaupt zunichte gemacht.

Ich muss eine mehrwöchige Pause einlegen.

Raphael Kandra

»Es ist keine große Sache. Aber es befindet sich abgestorbenes Material in meinem linken Knie und es hat sich Flüssigkeit angesammelt, so dass ich eine mehrwöchige Auszeit einlegen muss. Stand jetzt gehe ich davon aus, dass ich bis zur Endrunde um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft am 17. und 18. Mai wieder einsatzfähig bin«, sagt Kandra. Der amtierende Deutsche Einzelmeister hatte wochenlang »ein komisches Gefühl« und hat sich nun mit MRT-Bildern Klarheit verschafft. »Das Ganze kann konservativ behandelt werden. Ich darf auch Fahrrad fahren und Krafttraining machen, aber wenn ich weitergespielt hätte, hätten irreparable Schäden entstehen können«, sagt der 28-Jährige.

Ohne Kandra ist die deutsche Auswahl, in der neben Simon Rösner nun Lucas Wirths der einzige Vertreter vom Paderborner Squash Club ist, im Titelkampf ohne Chance. »Da sieht man, wie abhängig ein Team von einem einzigen Spieler sein kann. Mit Raffi hätten wir zum ersten Mal den Titel holen können, ohne ihn müssen wir aufpassen, dass wir nicht absteigen. Das ist schon sehr, sehr bitter«, sagt Rösner. Die deutschen Gegner im Pool A heißen Schottland (Mittwoch, 13 Uhr), Ungarn (Mittwoch, 18 Uhr) und Frankreich (Donnerstag, 17 Uhr). Ermittelt werden zunächst die Halbfinalisten und die Teilnehmer an den Spielen um die Plätze fünf bis acht. Um nicht aus der Division I in die Division II abzusteigen, muss Deutschland mindestens Sechster werden. »Nur darum geht es jetzt, um dann hoffentlich im kommenden Jahr in den Titelkampf eingreifen zu können. Andernfalls drohen mindestens zwei verlorene Jahre«, sagt Rösner.

Das ist schon sehr, sehr bitter.

Simon Rösner

Die deutschen Damen um die viermalige Einzelmeisterin Franziska Hennes vom PSC hatten im vergangenen Jahr als Achter und Letzter der Division A den Abstieg zu verkraften und streben den direkten Wiederaufstieg an. Dazu ist der Finaleinzug vonnöten. Die drei Gruppengegner heißen Ukraine (Mittwoch, 18 Uhr), Irland (Donnerstag, 11 Uhr) und Finnland (Donnerstag, 17 Uhr).

Die Kandras fiebern der Geburt ihres Töchterchens entgegen

Im Hause Kandra dreht sich derweil ausnahmsweise nicht so viel um Squash. Natürlich werden den Nationalmannschaften die Daumen gedrückt, aber vor allem fiebern Raphael und seine Frau Sina der Geburt des ersten Kindes entgegen. Errechneter Termin für das sehnlichst erwartete Töchterchen ist der 8. Mai.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6577468?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2447933%2F2352966%2F2514646%2F
1000 neue Stellen für Corona-Nachverfolgung in NRW
Armin Laschet (CDU, links) nordrhein-westfälischer Ministerpräsident, und Karl-Josef Laumann (CDU), Gesundheitsminister von Nordrhein-Westfalen, beantworten die Fragen von Journalisten. Foto: Federico Gambarini/dpa
Nachrichten-Ticker