Squash-DM in Hamburg: Titelverteidiger Raphael Kandra erneut Favorit
Von Meisterschaft zu Meisterschaft

Paderborn (WB). Hätte Raphael Kandra nichts Gehaltvolleres zu tun, könnte er eine relativ lustige Rechnung aufmachen: Nach seinem ersten Sieg bei den Deutschen Einzel-Meisterschaften im Vorjahr fehlen ihm »nur« noch elf weitere Finalerfolge, um Simon Rösner als Rekordtitelträger abzulösen. 2029 wäre es so weit, Kandra wäre 38 Jahre alt. Aber so weit denkt dieser natürlich nicht.

Mittwoch, 06.02.2019, 06:15 Uhr aktualisiert: 06.02.2019, 06:20 Uhr
Titelverteidiger Raphael Kandra vom Paderborner Squash Club ist auch der Topfavorit auf den Deutschen Meistertitel 2019. Foto: Henning Angerer

»Simons Rekord ist so weit weg, dass sich jeder Gedanke daran verbietet. Ich gucke nur von Meisterschaft zu Meisterschaft und würde mich freuen, wenn ich am Sonntag immerhin zum zweiten Mal in Folge Deutscher Meister sein sollte«, sagt der 28-Jährige. Während der Rekordhalter Rösner (siehe Extrabericht) zum zweiten Mal in Folge und aus bekannten Gründen von einer Teilnahme absieht, hegt Kandra trotz seiner beeindruckenden Klettertour noch keinerlei vergleichbare Gedanken.

Vor der DM 2018 war der gebürtige Fürther die Nummer 42 der Weltrangliste, vor der am Donnerstag in Hamburg beginnenden DM 2019 wird der Linkshänder schon auf Rang 15 geführt. Logischerweise liegt auch Kandras Konzentration auf der PSA-Tour, doch bislang sieht er die Situation wie folgt: »Ich weiß nicht, wie das sein wird, wenn ich selbst mal in den Top10 oder Top5 stehen sollte, doch im Moment gilt für mich: So lange sich die Teilnahme an den Deutschen mit meinen weiteren Terminen vereinbaren lässt, werde ich dabei sein«, sagt der angehende Vater, der mit seiner Frau Sina im kommenden Mai zum ersten Mal Nachwuchs erwartet.

Auch Hennes gibt alles

Bei den Deutschen Meisterschaften kommen beide Titelverteidiger vom Paderborner Squash Club. Raphael Kandras Pendant im Damen-Wettbewerb heißt Franziska Hennes. Die 26-Jährige könnte ihren fünften Sieg und den dritten in Folge feiern. »Das wäre etwas ganz Besonderes. Ich werde alles geben, um das Ding erneut mit nach Hause nehmen zu dürfen«, sagt Hennes. Als Favoritin sieht sie sich jedoch nicht. Die Mediengestalterin hat zuletzt weniger Turniere gespielt und ist in der Rangliste erst auf Rang neun zu finden. Angeführt wird das Ranking von den in Hamburg topgesetzten Frankfurterinnen Saskia Beinhard und Sharon Sinclair.

...

Der Mai, das scheint der Kandra-Monat zu sein. In diesem Monat gelang »Raphi« 2018 mit dem Einzug ins British-Open-Halbfinale der internationale Durchbruch, nun bahnt sich ein familiärer Höhepunkt einmaligen Ausmaßes an. Im Vergleich dazu erscheint ein möglicher zweiter Einzeltitel von überschaubarer Bedeutung, doch nichtsdestoweniger freut sich die Nummer zwei des Paderborner SC auch auf diese Herausforderung: »Ich bin gut vorbereitet und habe keine Wehwehchen. Ich weiß, dass ich als großer Favorit gewinnen muss, aber mit diesem Druck bin ich 2018 gut klargekommen und es spricht nichts dagegen, dass mir das wieder gelingt. Schließlich bin ich keinesfalls schwächer geworden, sondern werde sogar noch eine Schippe drauflegen können.«

Die Zahl der ernsthaften Konkurrenten ist gering. Vizemeister Valentin Rapp (Stuttgart) ist die meiste Gegenwehr zuzutrauen, aber auch Simon Rösner sagt über die Ausgangslage seines Nachfolgers: »Eigentlich kann sich Raphi nur selbst schlagen.« Macht Kandra das nicht, ist er am Sonntagnachmittag zum zweiten Mal in Folge Deutscher Meister. Auch das wäre ein respektabler Erfolg, Rösners Rekordmarke hin oder her.

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