Paderborner Sportlerehrung im Theater und im Rathaus »Digitalisierung ist auch eine Chance«

Paderborn (WB/MR). Zweimal volles Haus: Zum zweiten Mal teilte die Stadt Paderborn am Freitag die Ehrung der Sportlerinnen und Sportler auf. Am Nachmittag wurden 207 Kinder und Jugendliche im Theater ausgezeichnet, am Abend wurde die Leistung von 194 Erwachsenen gewürdigt. Ein großes Thema war der immer stärkere Einzug der Digitalisierung in die Sportlandschaft.

Die geehrten Nachwuchssportler sorgten für eine volle Theaterbühne.
Die geehrten Nachwuchssportler sorgten für eine volle Theaterbühne. Foto: Jörn Hannemann

Bürgermeister Michael Dreier hob in seiner Rede aber zunächst exemplarisch für die vielen Erfolge ganz besonders vier Sportarten hervor: Squash, Tennis, Fußball und American Football sorgten aus Sicht des Stadtoberhauptes für die Highlights. Das bestätigte auch die lange Liste der Erfolge. Die Squasher vom PSC wurden zum 14. Mal Deutscher Meister zum neunten Mal Europapokalsieger; die Frauen sammelten ihren sechsten nationalen Titel. Die Tennis-Herren des TuS Sennelager stiegen in die Bundesliga auf, der SC Paderborn kehrte in die 2. Fußball-Bundesliga zurück und die U19 der Paderborn Dolphins wurde Deutscher Meister. »Dem stand aber leider der enttäuschende Abstieg der Herrenmannschaft aus der 2. Liga gegenüber«, sagte Dreier.

Squasher, Tennis-Asse, Fußballer und Footballer setzen Glanzlichter

Nicht unerwähnt ließ Dreier traditionsreiche und große Veranstaltungen wie den Osterlauf, das Bundesliga-Finale der Sportschützen oder den Silvester-Cup. Mit dem 125-jährigen Bestehen der TuRa Elsen und der Jubiläumsfeier »50 Jahre Basketball in Paderborn« kündigte er dazu zwei weitere Höhepunkte für 2019 an.

»Zum Spaß am Sport und dem Feiern von Erfolgen gehören auch nachhaltige Infrastrukturmaßnahmen«, sagte Dreier und nannte einige Projekte. Besonders in den Fokus der Öffentlichkeit wird dabei die Fertigstellung des kostenlos nutzbaren Outdoor-Fitnessparks an der Sportanlage im Goldgrund rücken. Die wird zu 90 Prozent und damit in Höhe von 108.000 Euro vom Land gefördert.

Der Stadtsportverbandsvorsitzende Mathias Hornberger, der die Interessen von 48.000 Mitgliedern in 140 Vereinen vertritt, ging besonders auf den Einzug der Digitalisierung in die Sportlandschaft ein. »Sie ist Chance und Herausforderung zugleich. Im Sport lernt man Respekt, Erfolgserlebnisse, Umgang mit Niederlagen, persönliche Kommunikation, Selbstbewusstsein, Sprache, Zielstrebigkeit, Integration, Freundschaften finden und pflegen und vieles mehr. Die Digitalisierung kann dabei helfen und unterstützen, aber nicht das persönliche und direkte Miteinander von Menschen ersetzen.« Mit Blick auf die Kommunalwahl in 2020 forderte der 57-Jährige alle politischen Vertreterinnen und Vertreter der Parteien auf, künftig noch mehr in den Sport zu investieren: »Nur so können wir auch negativen Auswirkungen der Digitalisierung vorbeugen.«

Rasmus Jakobsmeyer erinnert an den verstorbenen Volker von Bülow

Bei aller Euphorie rund um die geehrten Sportler vergaß Dr. Rasmus Jakobsmeyer, Vorsitzender der Sportjugend, den im Juni 2018 verstorbenen, langjährigen Sportinternatsleiter Volker von Bülow nicht. In seiner Rede am Nachmittag im Paderborner Theater sagte Jakobsmeyer er: »Sein Tod hat mich bestürzt und traurig gemacht hat. Volker von Bülow hat sich über Jahrzehnte für den Nachwuchssport und besonders das Sportinternat eingesetzt. Ein Macher, eine große Paderborner Sportpersönlichkeit, ist viel zu früh von uns gegangen.«

Die neue »Datenschutz-Grundverordnung« beschrieb Jakobsmeyer als »eine gefühlte große Unbekannte und eine markante Herausforderung der ehrenamtlichen Vereins- und Verbandsführung«. Ebenso wie am Abend Hornberger sprach auch er die Digitalisierung an: »Insbesondere die Rolle der Leitkommune Paderborn in der digitalen Modellregion Ostwestfalen-Lippe bietet umfassende Chancen und Entwicklungspotenzial. Durch eine sachliche, transparente, ehrliche Kommunikation sollten die vielschichtigen Risiken der Digitalisierungsprozesse allerdings von Anfang minimiert werden.«

Alle Redner dankten ganz besonders den vielen »Mannschaften« im Hintergrund: den unzähligen ehrenamtlichen Übungsleitern, Trainern, Helfern, Eltern und denen, die den Paderborner Sport ideell und materiell unterstützen.

Für den guten Ton an diesem feierlichen Abend sorgte Larissa Parusch – sie begleitete die Ehrungen am Klavier.

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