Bezirksliga-Bilanz: Beim Primus Neuenbeken ist die Mannschaft der Star Starke Einheit

Paderborn (WB). In der Fußball-Bezirksliga 3 wurden vor der Saison 2018/2019 von allen Trainern fast immer drei Titelkandidaten genannt. Während der SCV Neuenbeken und der FC Nieheim wie erwartet um den Aufstieg mitspielen, enttäuschte bislang der Post TSV Detmold. Von den heimischen Mannschaften überwintern der SV Grün-Weiß Anreppen und der SC Ostenland auf einem Abstiegsplatz.

Von Frank Brock

SCV Neuenbeken

Beim SCV Neuenbeken übernahm nach der Vizemeisterschaft im Vorjahr Marco Cirrincione von Michael Radtke das Traineramt. Nach sechs Wochen Vorbereitung startete der SCV mit sieben Siegen, ehe es beim 1:2 in Atteln die erste Niederlage gab. In der Folge gewann die Elf von der Bekekampfbahn viermal in Folge, bevor es gegen den Mitkonkurrenten FC Nieheim (1:3) und beim SC Borchen (0:3) zwei Schlappen hintereinander gab. Da der SCV danach nur noch beim 0:0 gegen den SV Heide Punkte liegen ließ, überwintert der Verein mit einem Punkt Vorsprung auf Nieheim als Tabellenführer. »Ich bin sehr zufrieden mit der Entwicklung meiner Mannschaft. Auch taktisch haben wir enorm dazugelernt. Ich bin im Sommer mit dem Ziel angetreten, aus dem SCV Neuenbeken ein Spitzenteam zu formen. Auch die Phase, als mir teilweise bis zu acht Stammspieler fehlten, haben wir im Kollektiv gut überstanden«, bilanziert Cirrincione. Der 40-Jährige muss in den restlichen elf Spielen auf Niclas Pöppe (SV Atteln) und René Wübbeke (SV Dringenberg) verzichten. Für Wübbeke rückt der reaktivierte Steffen Janzen ins Torwartteam.

DJK Mastbruch

Die Sportfreunde starteten sehr gut und waren nach dem 4:2-Sieg beim SV Heide am achten Spieltag sogar Tabellenführer. Im Anschluss geriet die Elf von Trainer Roberto Busacca in eine Ergebniskrise mit sechs sieglosen Partien in Folge. Mit 62 Toren aus 19 Spielen stellt die DJK den besten Angriff und mit Julius Brinkmann (26 Treffer) den mit Abstand erfolgreichsten Torschützen der Liga. »Es ist wirklich sehr erstaunlich, wie sich meine Mannschaft gegenüber der vergangenen Spielzeit weiter entwickelt hat. Die gute Leistung in den restlichen elf Spielen zu bestätigen, wird aber schwierig, denn in der Rückrunde werden mir fünf Mittelfeldspieler fehlen«, sagt Busacca, der in den nächsten vier Monaten auf Daniel Giesbrecht, Thorsten Peters, Dominik Malossek sowie Marius und Moritz Seifert verzichten muss. Ein Sonderlob verteilte der ehemalige Oberligaspieler Busacca erneut an seinen Torjäger Julius Brinkmann: »26 Tore in 18 Spielen sind eine sehr bemerkenswerte Quote. Allerdings profitiert Julius auch von der gesamten Mannschaft.«

SV Atteln

Der SV Atteln startete gut in die Saison. Auch bei den ersten beiden Niederlagen beim FC BW Weser und in Mastbruch zeigten die Blau-Weißen gute Leistungen. Zudem schaffte die Elf aus dem Altenautal das Kunststück, als einziges Team der Liga das Spitzenduo SCV Neuenbeken (2:1) und FC Nieheim (1:0) zu besiegen. »Da wir auch beim Dritten in Dringenberg mit 2:0 gewonnen haben, bin ich mit dem Saisonverlauf sehr zufrieden. Wir haben den Abgang unseres Torjägers Hendrik Mühlenbein gut verkraftet und die Offensivkraft auf mehrere Schultern verteilt. Zudem stimmt bei uns die Mischung aus Jung und Alt. Es ist sehr erfreulich zu sehen, wie sich unsere ehemaligen Jugendspieler weiterentwickelt haben«, resümiert Attelns Trainer Frank Ewert, der mit seinem Team die erfolgreichste Bezirksliga-Hinrunde der Vereinsgeschichte gespielt hat. Wären den Attelnern nicht wegen eines Formfehlers die Punkte vom 3:1-Sieg gegen Borchen aberkannt worden, würde der SV sogar als Dritter überwintern. Nach der Winterpause verstärken Rückkehrer Patrick Wöhning (FC Nieheim) und Niclas Pöppe (SCV Neuenbeken) den SV Atteln.

SV Heide Paderborn

Beim SV Heide gab es im Sommer einen Umbruch. Neben Trainer Helmut Hartmann verließen auch fünf Stammspieler den Verein. Bei den Neuzugängen setzten Obmann Thomas Dreßler und der neue Trainer Markus Driller besonders auf Eigengewächse oder Spieler, die in der Vergangenheit schon für den SV Heide aktiv waren. Bedingt durch die Unerfahrenheit des Kaders und das schwere Auftaktprogramm erwischten die Heider einen Fehlstart mit nur sieben Punkten aus den ersten acht Spielen. Die Initialzündung war der 3:1-Sieg gegen den Post TSV Detmold – die Elf vom Rothesportplatz verlor von den folgenden zehn Spielen nur noch eins (1:5 gegen Nieheim). »Wir sind auf dem richtigen Weg. Dass der Umbruch seine Zeit dauert, war mir schon vorher klar. Die jungen Spieler haben sich sehr gut entwickelt. Es ist sehr erfreulich, dass mein Trainerteam und ich auch nach dem durchwachsenen Start immer in Ruhe weiterarbeiten konnten«, sagt Driller, der ab sofort auf Connor Glover (SV BW Etteln) verzichten muss.

SC Borchen

Nach zwei Niederlagen zum Auftakt steigerte sich die Elf vom Hessenberg in der Folge deutlich. Die beste Leistung der Hinrunde zeigte der SCB Anfang November beim 3:0 gegen Neuenbeken. Bei den – für Borchener Verhältnisse – ungewöhnlich vielen Neuzugängen hatten die Verantwortlichen ein glückliches Händchen. Besonders Luca Cazacu, Rostand Kemadjou und Sven Böttcher sind enorme Verstärkungen. »Wir sind sehr zufrieden. In den bisherigen 19 Spielen ist uns die Breite des Kaders zu Gute gekommen. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass wir in den vergangenen fünf Jahren irgendwann einmal mit 20 Leuten trainiert haben«, sagt Borchens Co-Trainer Andreas Wegener. Coach Thomas Bentler wird im Sommer seine Tätigkeit auf dem Hessenberg beenden, sein Nachfolger wird Max Franz vom A-Ligisten SC GW Paderborn.

SV Grün-Weiß Anreppen

Nach dem Last-Minute-Klassenerhalt in der Vorsaison lief zum Auftakt im Römerdorf nicht viel zusammen. Auch aufgrund des schweren Startprogramms holte der GWA aus den ersten sechs Spielen nur einen Punkt. In der Folge gab es immer wieder große Leistungsschwankungen, für die Trainer Tobias Tschernik keine richtige Erklärung fand. Die Heimsiege gegen die Spitzenteams SV Heide (3:0) und SV Atteln (2:0) zeigen das Potenzial des Drittletzten. Bei den Neuzugängen ist die Entwicklung von Marvin Grabbe und Steven Bowman vom B-Ligisten FC Hövelriege zwei Ligen höher sehr erstaunlich. »Wir müssen in den restlichen elf Spielen konstanter auftreten, um den Klassenerhalt noch zu schaffen«, meint Coach Tschernik, der am Saisonende in Anreppen aufhört. Der Nachfolger des 37-Jährigen steht noch nicht fest.

SC Ostenland

Der SC Ostenland, dem im Sommer erstmalig in der 90-jährigen Vereinsgeschichte der Bezirksliga-Aufstieg gelang, brauchte lange, um sich in der neuen Liga zurecht zu finden. Nach zwei Siegen aus den ersten fünf Spielen blieb der SCO neunmal in Folge sieglos und kassierte dabei 37 Gegentore. In dieser Zeit hatte der Neuling großes Verletzungspech. So fielen unter anderem Stammtorwart Steffen Brökelmann und Torjäger Enrik Hesse wochenlang aus. Mit sieben Punkten aus den letzten drei Spielen vor der Winterpause verkürzten die Ostenländer den Abstand auf einen Nichtabstiegsplatz auf zwei Punkte. »Die Hinrunde war für uns schwierig, auch aufgrund der vielen Verletzungen. Ich bin aber optimistisch, da wir den Klassenerhalt noch aus eigener Kraft schaffen können«, sagt Trainer Peter Berhorst.

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