Tennis-Regionalligist TuS Sennelager: Abstieg ist kein Thema – aber der Aufstieg Die Mischung stimmt

Sennelager (AK). Der TuS Sennelager sorgt in der Regionalliga-West der Tennisherren für Furore. Nach vier von sieben Spieltagen belegt der Vorjahresaufsteiger Platz zwei. Am Erfolg ihren Anteil haben Roberto Ortega-Olmedo und Martin Beran, zwei Tennisprofessionals in der Ostwestfälischen Provinz.

Peilt den Durchmarsch in die 2. Liga an: Roberto Ortega-Olmedo. In der laufenden Spielzeit kommt er im Einzel an den Positionen eins und zwei auf eine Siegbilanz von 3:1 (Doppel 2:1).
Peilt den Durchmarsch in die 2. Liga an: Roberto Ortega-Olmedo. In der laufenden Spielzeit kommt er im Einzel an den Positionen eins und zwei auf eine Siegbilanz von 3:1 (Doppel 2:1). Foto: AK

Der zwar rechnerisch noch mögliche direkte Wiederabstieg ist kein Thema beim Drittligisten TuS Sennelager, der Durchmarsch in die zweite Bundesliga dagegen schon. »Wir wollen hoch«, sagt Roberto Ortega-Olmedo, die Nummer drei der TuS-Meldeliste. In der laufenden Spielzeit kommt Ortega-Olmedo bis dato auf eine Siegbilanz von 3:1 (Doppel 2:1). Der 26-jährige Rechtshänder kam vor der Saison nach zwei Spielzeiten beim letztjährigen Zweitliga-Absteiger Bremer TC 1912 zum TuS und ist sicher: »Wir sind ein sehr gutes Team und haben eine bessere Mannschaft als Bremen vor einem Jahr.«

Derzeit belegt Ortega-Olmedo auf der Weltrangliste der Tennisprofessionals im Einzel den ATP-Rang 355 (höchste Platzierung ATP 257 in 2014) und ist auf der Deutschen Rangliste die Nummer A-28. Mit dem Tennisspielen begann der Spanier mit zwei Jahren, mit elf Jahren reiste er bereits zu Jugendturnieren, spielte auch für die spanischen Jugendnationalteams und seit seinem 15. Lebenjahr nimmt er an bei Future-Preisgeldturnieren der Herren teil.

Schritt in die Tennisprovinz nicht bereut

Verantwortlich dafür, dass Ortega-Olmedo nun in Sennelager aufschlägt, ist TuS-Sportwart Marc Renner. Den Schritt in die Tennisprovinz bereut der Spanier ebenso wenig wie Martin Beran, sein kanadischer Mannschaftskamerad mit slowakischem Pass. Im Gegenteil: Beim TuS und in ihrem neuen Team fühlen sich beide sehr wohl. »In einer Mannschaft zu spielen ist anders, als alleine auf den Turnieren unterwegs zu sein«, sagen sie. Besonders die gegenseitige Unterstützung und die Stimmung innerhalb des Teams heben sie hervor. »Wir sind spaßig, cool, freundschaftlich und haben eine gute Zeit zusammen«, erläutern sie, »wir kennen uns von Turnieren und haben dort auch schon gegeneinander gespielt«. Beran, aktuell im Einzel die Nummer 833 der ATP-Tenniswelt (Doppel ATP-587), sowie auf Platz A-75 der DTB-Herren-Rangliste, räumt aber auch ein: »Es ist immer wieder auch schwierig, von den Turnieren rechtzeitig nach Sennelager zu kommen.«

Das tut der sportlichen Leistung des 21-Jährigen aber keinen Abbruch. Bisher stehen für Beran in der Regionalliga 2017 je 3:1-Siege in Einzel und Doppel zu Buche.

Mit dem Tennis angefangen hat die Nummer sieben der TuS-Meldeliste im Alter von drei bis vier Jahren. Richtig ernsthaft stieg Beran mit 15 Jahren ein. Mit 17 Jahren lockte ihn Europa, und nach insgesamt drei Jahren in Spanien und Frankreich trainiert er mittlerweile im Leistungsstützpunkt Gerry-Weber-Breakpoint-Base in Halle. Von dort aus jettet Beran zu Future-Turnieren in der EU sowie darüber hinaus – und eben nach Ostwestfalen zum TuS Sennelager. Die angenehme Zeit dort empfinde er bei aller sportlichen Herausforderung immer auch wie »Urlaub vom Turnieralltag«.

TuS-Sportwart Renner nutzt Kontakte in die Szene

Um den Wechsel von Ortega-Olmedo nach Sennelager perfekt zu machen, nutzte TuS-Sportwart Renner seine Kontakte in die Szene. »Robertos Manager ist ein guter Freund von mir«, erklärt Renner, »je höher wir spielen, desto mehr muss ich auf solche Kontakte zurückgreifen«.

Im Allgemeinen habe er die für den TuS sportlich infrage kommenden Spieler im Auge. Spieler mit eigenen Managern seien aus Kostengründen nicht machbar. Die Entscheidung für das Interesse des TuS an einer Spielerverpflichtung falle in Zusammenarbeit mit TuS-Trainer Marius Kur, der die Spieler bei Turnieren beobachte. Im Zusammenwirken von Verein mit aus- oder inländischen Sponsor-Unternehmen erfolge schließlich der Versuch einer finanziellen Einigung. »Die Spieler wissen, dass wir keine Unsummen zahlen können und lieber auch einmal auf einen verzichten«, sagt Renner. Bei allen Bemühungen um neue Spieler seien in den Verhandlungen die bisherige Unbekanntheit und auch die Überschaubarkeit des TuS nie ein Nachteil gewesen. Viel wichtiger für die künftigen TuS-Akteure sei regelmäßig die Frage nach den Teamkollegen gewesen. Der Erfolg und die gute Stimmung sowohl im Kader als auch bei den Clubverantwortlichen und Sponsoren zeigen: Die Mischung stimmt.

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