Damen-Team freut sich auf die Premiere in der 1. Tischtennis-Bundesliga TTV Hövelhof Traum geht in Erfüllung

Hövelhof (WB). Zweimal Meister, einmal Zweiter, einmal Dritter. In den vergangenen vier Jahren gab es für die Damen des TTV Hövelhof in 70 Zweitliga-Begegnungen nur neun Niederlagen. In der Vorsaison blieben sie gar verlustpunktfrei. Jetzt müssen, jetzt dürfen sie sich umgewöhnen.

Mit diesem Team geht der TTV Hövelhof erstmals in der Vereinsgeschichte in der 1. Tischtennis-Bundesliga der Damen auf Punktejagd (von links): Trainer Martin Mewes, Aimei Wang, Yvonne Kaiser, Linda Creemers-van der Leur, Jing Tian-Zörner,  Svetlana Ganina und der Vereinsvorsitzende Klaus-Dieter Borgmeier.
Mit diesem Team geht der TTV Hövelhof erstmals in der Vereinsgeschichte in der 1. Tischtennis-Bundesliga der Damen auf Punktejagd (von links): Trainer Martin Mewes, Aimei Wang, Yvonne Kaiser, Linda Creemers-van der Leur, Jing Tian-Zörner, Svetlana Ganina und der Vereinsvorsitzende Klaus-Dieter Borgmeier. Foto: Agentur Klick

So sauber wird die Bilanz nämlich auf keinen Fall bleiben. Aber diese vermeintlich schlechte Aussicht bereitet niemandem Probleme: Viel zu groß ist die Vorfreude auf die Hövelhofer Premiere in der 1. Tischtennis-Bundesliga.

Nach sechs Jahren in der 2. Liga ist der TTV da angekommen, wo er letztlich hin musste. Ein weiterer Verzicht auf den Aufstieg kam bei 32:0 Punkten nicht mehr in Frage. Nach dem Meistertitel 2013 war die Zeit noch nicht reif, jetzt war sie überreif. »Wir haben doch in der letzten Zweitliga-Saison schon mit einer Erstliga-Mannschaft gespielt. Nur so ist zu erklären, dass die Mädels eine Serie hingelegt haben, die ihresgleichen sucht«, sagt der Vereinsvorsitzende und Teamchef Klaus-Dieter Borgmeier.

Für den geht mit dem Eintritt in den elitären Kreis der zehn Erstligisten ein Traum in Erfüllung: »Das ist die Krönung, mehr geht nicht, und jetzt werden wir uns mal ansehen, was die Gegner in der 1. Liga so drauf haben«, sagt der 63-Jährige.Der geht diese neue Herausforderung mit einer auf den ersten Blick lediglich minimal veränderten Meistermannschaft an, aber diese eine Änderung soll große Wirkung zeitigen.

Linda Creemers für Elena Shapovalova

Mit Elena Shapovalova (TuS Uentrop) hat den TTV eine sehr verdiente Spielerin, aber die schwächste unter den vielen starken Damen verlassen. Dafür wird aus der Niederländerin Linda Creemers, die in der Vorsaison eine Schwangerschafts-Auszeit eingelegt hat, wieder eine Stammkraft. »Es heißt immer, wir hätten uns nicht verstärkt, aber das muss man differenziert sehen. Linda hat in der letzten Saison nur zweimal für uns gespielt und ist jetzt schon wieder so gut, dass sie bei der Europameisterschaft in Russland für Holland hätte am Tisch stehen sollen«, sagt Borgmeier, der Creemers die Hoffnung auf einen EM-Einsatz in Jekaterinburg (25. September bis 4. Oktober) aber zunichte machen musste.

Denn am letzten Septemberwochenende startet der TTV mit zwei Auswärtsspielen in Schwabhausen und Böblingen in die Saison und da will der Boss auf seine Leistungsträgerin keinesfalls verzichten: »Linda steht bei uns unter Vertrag. Daher muss die Liga für sie einfach Priorität haben.«

Mit dem bestmöglichen Quartett

In der vergangenen Saison hätten es sich die Hövelhoferinnen locker leisten können, nicht immer mit dem bestmöglichen Quartett anzutreten. »Da haben wir auch mit angezogener Handbremse gewonnen«, sagt Borgmeier. In dieser Spielzeit ist jederzeit Vollgas vonnöten. »Wir dürfen uns keine Schwächen mehr leisten. Wenn ich 500 Kilometer weit fahre und dann 4:6 verliere, wird mich das richtig ärgern«, sagt der TTV-Chef.

Haupt- und Trikotsponsor Klaus Hedenkamp sowie Borgmeier selbst stemmen den Großteil des Etats, über dessen sechsstellige Höhe keine exakte Angabe zu bekommen ist. Eine ganz genaue Aussage hat Borgmeier dafür beim Thema Saisonziel parat: »Die Liga ist erheblich stärker als in der Vorsaison. Die seit zwei Jahren ungeschlagenen Berlinerinnen und Kolbermoor werden für uns nicht zu schlagen sein.Unten fallen nur die Leutzscher Füchse aus Leipzig etwas ab, so dass die Suche nach dem zweiten Absteiger sehr spannend werden dürfte. Daher wäre ich zufrieden, wenn wir in unserer ersten Saison als Achter über die Ziellinie kämen.«

Neue Herausforderungen

Ein erstes Ausrufezeichen kann der Neuling schon am Sonntag setzen, wenn in Willich die Qualifikation für das Pokal-Final-Four ausgespielt wird. Der TTV trifft in seiner Gruppe erst auf besagte Leutzscher Füchse (10.30 Uhr) und dann (13 Uhr oder 15.30 Uhr) auf den TuS Bad Driburg.

Der Gruppensieger darf am 10. Januar in Hannover um diesen Titel spielen. »Es wäre natürlich schön, mit der Crème de la Crème um den Pokal zu kämpfen, aber dazu müssen wir einen starken Tag erwischen«, sagt Borgmeier. Die Zeiten, in denen der TTV Hövelhof seine Spiele im Vorbeigehen gewann sind eben vorbei, aber die Vorfreude auf die neuen Herausforderungen könnte nicht größer sein.

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