Udo Hansjürgens, der Vorsitzende des SC BW Ostenland, im Interview
„Wenn es gewünscht ist, bleibe ich“

Ostenland. -

Etwa 2150 Mitglieder zählt der SC BW Ostenland und ist damit der größte Sportverein im Delbrücker Land. Der Sport-Club vereint eine Vielzahl verschiedener Sportarten unter seinem Dach und bietet seinen Mitgliedern ein entsprechend breites Angebot. Doch die Corona-Pandemie hat den Betrieb – sei es in der Liga oder im Trainingsbereich – komplett zum Erliegen gebracht.

Samstag, 23.01.2021, 13:37 Uhr aktualisiert: 23.01.2021, 13:40 Uhr
Schon im Frühjahr unterstützte der SC Ostenland die Vereinsjugend mit sogenannten Bouncingbällen. Der Vorsitzende der Blau-Weißen, Udo Hansjürgens, blickt nun auf die weitere Vorgehensweise in Corona-Zeiten. Foto: Axel Langer

Auch die Jahreshauptversammlung muss verschoben werden. Doch der SCO hat für die nächste Zeit noch einiges vor. Der Vorsitzende der Blau-Weißen, Udo Hansjürgens blick im Interview mit Axel Langer auf die aktuelle Lage und die weiteren Planungen.

Herr Hansjürgens, auch die Jahreshauptversammlung des SC Blau-Weiß kann coronabedingt nicht stattfinden. Was bedeutet das für den Verein und für Sie?

Udo Hansjürgens: Da gibt es mehrere Aspekte. Laut unserer Satzung müssen wir die Jahreshauptversammlung einmal jährlich durchführen. Ein exakter Zeitpunkt ist nicht vorgegeben. Zudem ermöglicht die Pandemieverordnung, dass durch den Ausfall solcher Großveranstaltungen kein rechtlicher Nachteil entsteht. Zum Jahresbeginn sind die Berichte noch präsent, die wirtschaftlichen Aspekte sind mit dem Geschäftsjahreswechsel aktuell, Ehrungen für Leistungen und Verdienste des vergangenen Jahres sind zeitnah. All das geht in diesem Jahr nicht wie gewohnt. Für uns als Vorstand heißt es dennoch, die Jahresberichte zu schreiben und den wirtschaftlichen Jahresabschluss zu machen.

Wie sieht das konkret aus?

Hansjürgens: Wir verschieben unsere Jahreshauptversammlung auf einen Termin im Frühsommer, vermutlich kurz vor den Sommerferien. Je nach Auflagen gehen wir ins Sport- und Kulturzentrum oder machen daraus eine Open-Air-Versammlung auf dem Sportplatz. Stattfinden wird die Jahreshauptversammlung auf jeden Fall.

Wie sieht das Vereinsleben im Moment aus?

Hansjürgens: Bitter. Im März 2020 mussten wir erstmalig alle Aktivitäten einstellen und konnten dann mit guten Konzepten Schritt für Schritt wieder zurück auf die Plätze und in die Hallen, Ausnahme waren einige Kleinkindergruppen. Es war schon eine Freude zu sehen, mit welcher Dankbarkeit unsere Aktiven wieder zurück in die Sporträume gekommen sind. An der Stelle möchte ich ausdrücklich die sehr gute Zusammenarbeit mit dem Stadtsportverband und dem Sportamt der Stadt Delbrück erwähnen und auch unseren Übungsleitern und Abteilungsvorständen ein dickes Dankeschön aussprechen, denn da ist manche Stunde investiert worden in die Erstellung und Umsetzung von Abstands- und Hygienekonzepten, in digitale Sportangebote und in Verwaltungsarbeit, die normalerweise nicht anfällt.

Jetzt ruht seit Anfang November in allen Amateurvereinen wieder jegliches Sportangebot. Ein Ende dieses Verbotes ist noch nicht absehbar. Auf den ersten Blick geht im Moment gar nichts. Ist das auch so?

Hansjürgens: Nein. Im Hintergrund haben wir uns viel einfallen lassen. Zum Beispiel haben zahlreiche Übungsleiter digitale Trainingsstunden angeboten. Über unsere Homepage und die Sozialen Medien versorgen wir unsere Mitglieder stets mit aktuellen Informationen. Die Badmintonabteilung hat beispielsweise einen digitalen Spendenlauf organisiert. Zum Weihnachtsfest haben wir 474 Taschen mit kleinen Spiel-/Sportgeräten, Lesestoff, Bewegungsideen sowie Leckereien gefüllt und an alle unsere aktiven Vereinskinder verschenkt. Mit solchen Aktionen wie dieser „Bewegung aus der Tüte“ wollen wir natürlich auch die Bindung der Kinder und der Familien an den Verein aufrechterhalten.

Und wie geht es jetzt weiter?

Hansjürgens: Kurzfristig sollte die Priorität unseres Sportangebotes nicht auf dem Aspekt „Siegen“ liegen, sondern auf „Gemeinsam gewinnen“. Die Wertung von Meisterschaftsrunden, die Auf- und Abstiegsregelungen sind für mich in diesem Jahr nur zweitrangig. Das Wiedergewinnen der Möglichkeiten, das gemeinsame Erlebnis „Sport“ und der gesellschaftliche Aspekt sozialer Kontakte für Jung und Alt stehen ganz klar im Fokus. Da ist es am Ende wirklich nicht wichtig, ob beispielsweise unsere erste Fußballmannschaft aus der Bezirksliga absteigt oder die erste Badmintonmannschaft wieder in die Regionalliga aufsteigt – entscheidend ist es, dass wir mit unserem Hobby überhaupt wieder zusammenkommen und aktiv werden können.

Sie haben vor zwei Jahren angekündigt, in diesem Jahr den ersten Vorsitz des Vereins niederlegen zu wollen. Bleibt es dabei?

Hansjürgens: Ich halte den Grund für meine Ankündigung immer noch für richtig – nach 18 Jahren wird es Zeit für frischen Wind und eine neue Aufgabenverteilung innerhalb des geschäftsführenden Vorstandes. Nach so langer Zeit sind viele Abläufe eingefahren und (zu) viele Vorgänge laufen mittlerweile über meinen Tisch. Das ist auf Dauer nicht gut. Wir haben die Zeit genutzt, um innerhalb des geschäftsführenden Vorstandes eine Art Ressort-Zuständigkeit aufzubauen. Diese werden wir jetzt intern mit Leben füllen und schauen, wie das klappt. Jedes Vorstandsmitglied hat so einen Schwerpunktbereich, den es betreut, als eine Art Abteilungsleiter. Rein rechtlich bleibe ich bis zur nächsten regulären Jahreshauptversammlung erster Vorsitzender – wie übrigens alle Vorstandsmitglieder weiterhin in ihren Ämtern bleiben. Bis zum Sommer werden wir sehen, ob wir nur inhaltlich oder auch rechtlich eine veränderte Struktur brauchen.

Sie machen also weiter?

Hansjürgens: Solange mein Engagement gewünscht ist, bleibe ich dem Verein gerne erhalten – in welcher Rolle auch immer. Gerade in den beiden Lockdown-Phasen haben wir gemerkt, wie wichtig ein eingespieltes Team ist. Ich konnte meine guten Kontakte zu den Verbänden und zur Verwaltung einbringen und vieles kurzfristig für unsere Abteilungen und Sportler regeln. Und wir haben ja als Verein auch noch so einiges vor. Die neue Fahrrad-Cross-Strecke auf dem Trainingsdreieck im Wittendorf, der neue Soccerplatz auf dem Haupte, die Renovierung des Reiterpavillons – all diese Themen begleite ich seit geraumer Zeit und werde den Verein jetzt kurz vor der jeweiligen Umsetzung damit sicherlich nicht allein lassen.

Das klingt nach für diese Krisenzeit hohen Investitionen.

Hansjürgens: Der SC BW Ostenland ist ein solide geführter Verein. Diese Projekte sind teilweise bereits seit Jahren in Planung. Entsprechend wurde ein finanzieller Rahmen geschaffen. Im vergangenen Jahr fehlten uns natürlich die Einnahmen aus Großveranstaltungen wie dem Reitturnier, dem Hallenturnier oder den regulären Heimspieltagen. Hier erweisen sich die Größe des Vereins und die Solidarität unserer Mitglieder als großer Vorteil, da wir durch die Mitgliedsbeiträge einen großen Teil der laufenden Kosten abdecken können. Auch unsere heimischen Sponsoren lassen uns nicht im Stich. Bislang sind wir ohne Corona-Notprogramm ausgekommen und ich hoffe, dass das auch so bleibt.

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