Mit 135 Sponsoren ist der Westfalenligist Delbrücker SC gut aufgestellt
Gut gerüstet

Delbrück (WB). Mit mehr als 1000 Mitgliedern, 35 Mannschaften und fünfeinhalb Sportplätzen ist der Delbrücker SC als reiner Fußballverein im Hochstift die Nummer zwei hinter dem Bundesligisten SC Paderborn. „Wir sind mittlerweile sogar zu einem kleinen Wirtschaftsunternehmen gewachsen“, sagt Geschäftsführer Frank Sundermeier. Die Corona-Pandemie bremst aber auch die Großen. Sportlich allerdings noch sehr viel mehr als wirtschaftlich.

Dienstag, 07.04.2020, 07:00 Uhr aktualisiert: 07.04.2020, 09:48 Uhr
Corona-Krise und die Folgen: Delbrücks Trainer Detlev Dammeier verzichtet seit dem 1. April auf 50 Prozent des Gehalts. Foto: Jörn Hannemann

„Bei uns ist seit Wochen alles abgeriegelt. Ich persönlich kann mir überhaupt nicht vorstellen, dass wir in den kommenden Wochen auch nur ein Spiel machen“, sagt Sundermeier.  Anders als bei den Profis, kann ein Amateurverein nicht jeden Spieler mehrfach testen lassen, auch logistisch käme der DSC schnell an seine Grenzen. Sundermeier: „Selbst wenn die Kontaktsperre gelockert werden würde, bei uns säßen mehr als 20 Spieler in einer Kabine. Die könnten wir gar nicht aufteilen.“

135 Gönnern sorgen für die finanzielle Basis

Wirtschaftlich ist der schuldenfreie DSC aber gut gerüstet. Ein Sponsorenpool von 135 Gönnern sorgt seit Jahren für die finanzielle Basis. “Diese Gemeinschaft haben wir immer gut gepflegt und ausgebaut. In gemeinsamen Gesprächen, bei denen auch unser Vorsitzender Elmar Westermeyer dabei war, haben bisher alle auch für die Zukunft die 100-prozentigge Unterstützung zugesagt“, freut sich Sundermeier, der aber Realist genug ist und sagt: „Je länger diese Krise unsere Wirtschaft lähmt, desto schwerer wird es für viele Unternehmer. Für die kämen dann Mitarbeiter und Lieferanten an erster Stelle, sicher nicht der DSC. Dafür hätten wir aber auch volles Verständnis und deshalb kalkulieren wir für die neue Saison auch finanzielle Ausfälle mit ein.“

Einen Teil der wirtschaftlichen Verluste tragen aber auch die Spieler und der Trainerstab. Der Westfalenligist vereinbarte mit seinen Akteuren der Ersten und dem Staff einen Gehaltsverzicht, der bereits am 1. April in Kraft trat. Die Laufzeit ist ungewiss. Denn noch niemand weiß, ob die kommende Spielzeit wie geplant im August beginnen kann. Über die Gesamtsumme, die der Delbrücker SC so einspart, möchte Sundermeier nichts verraten, auch über den Gesamtetat redet er nicht, spricht aber von einer großen Solidaraktion: „Wenn wir die Prämien miteinrechnen, verzichten Spieler und Trainer auf 50 Prozent.“

Die Planungen für die neue Saison hat der DSC zurückgestellt

Die Planungen für die neue Saison hat der DSC zunächst zurückgestellt, wenngleich der Club hier schon sehr weit ist. Knapp 20 Spieler haben ihren Vertrag verlängert, ebenso Chefcoach Detlev Dammeier. Die meisten Neuzugänge kommen aus dem eigenen Nachwuchsbetreich (Bericht auf dieser Seite). Ein Konzept, das der Ex-Profi Dammeier mitträgt. Ganz unabhängig von der Corona-Krise.

Weitere Kosten reduziert der DSC mit Hilfe des Verbandes und der Stadt Delbrück. Der Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW) beschloss die pauschalisierten Spielabgaben für die Rückrunde nicht zu erheben und bereits geleistete Abgaben zurückzuzahlen. Auch die pauschale Belastung der Schiedsrichterkosten fällt weg. Mit der Stadt nahm der DSC Kontakt auf, um die Zahlungen für Platz- und Hallennutzung zu minimieren. Sundermeier: „Auch hier stoßen wir auf große Solidarität.“

Bislang meldete sich kein Mitglied ab

Wie im Verein. Bislang meldete sich kein Mitglied ab, kein Sponsor zog sich zurück. Auch wenn der DSC seit Wochen keine (Gegen-)Leistungen bringen kann. Der Fußballverein versucht sich im Gegenzug anders einzubringen: „Wir haben keine Vorgaben gemacht, aber gerade unseren jungen Trainer gehen mit großem Vorbild voran, organisieren Einkäufe oder Spendenkationen für Menschen, die unsere Hilfe brauchen“, freut sich Sundermeier. Auch wenn es abgedroschen klingt: So gesehen, bietet jede Krise auch eine neue Chance.

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