Delbrücks Trainer Detlev Dammeier blickt auf die Westfalenliga-Saison
»Da hagelt es auch mal Backpfeifen«

Delbrück (WB). Elf Siege, sechs Unentschieden, elf Niederlagen. Ein Torverhältnis von 44:43. Eine Saison, die für den Westfalenligisten Delbrücker SC auf Tabellenplatz sieben, mittendrin also, enden musste. Trainer Detlev Dammeier sieht es in seiner Saisonanalyse naturgemäß differenzierter.

Samstag, 08.06.2019, 03:00 Uhr
Mattis Klomfaß ist neben Lennard Rolf und Christian Volmari einer der ganz jungen Delbrücker, die in dieser Saison direkt viel Verantwortung übernehmen mussten. Foto: Elmar Neumann

Die Analyse des Trainers: »Tabellenplatz sieben ist grundsätzlich positiv. Wir haben einen großen Umbruch vollzogen und viele junge Spieler integriert. Einige von ihnen, wie Mattis Klomfaß, Lennard Rolf oder auch Christian Volmari, haben viele Spiele gemacht, was im Sommer nicht zu erwarten war. Auf der anderen Seite sind als Stützen gedachte Spieler zunächst ausgefallen oder nicht in den Tritt gekommen. Patryk Plucinski und Lukas Cramer gingen verletzt in die Saison. Matthias Riemer hat beruflich bedingt nur neun Partien bestritten. Bei Marco Rüskaup sind es 15, weil er immer wieder Verletzungsprobleme am Fuß hatte. Sebastian Walter hat sich beim ersten Spiel in Theesen verletzt und ist die komplette Hinrunde ausgefallen. Jan Paterok hat sich in der Sommerpause das Kreuzband gerissen, Marvin Frenz sich die gleiche Verletzung gegen Clarholz am vierten Spieltag zugezogen. Rang sieben ist bei den personellen Engpässen eine gute Platzierung.«

Nach dem starken Start schnell auf dem harten Boden der Realität

Saisonverlauf: »Wir gewinnen 3:1 in Theesen, mit einer sehr jungen Mannschaft und sind euphorisiert. Danach verlieren wir gegen Hiltrup, Rödinghausen und Clarholz, schießen kein Tor und kassieren in den drei Partien sieben Gegentreffer. Das hat uns schnell auf den Boden geholt und die Mannschaft verunsichert. Da war zu sehen, dass die Umstellung vom Jugend- auf den Seniorenfußball Zeit braucht und die erfahrenen Kräfte fehlten. Gegen ein gestandenes Team kann es so auch mal Backpfeifen hageln. Uns wurde schnell klar, dass wir nicht unter den ersten Fünf mitspielen würden. Im Nachhinein musste ich auch lernen, meine Erwartungen anzupassen. Jetzt kenne ich die Liga besser. Mit drei Siegen und zwei Unentschieden sind wir dann super in das Jahr 2019 gestartet, ehe mit fünf Niederlagen in Folge wieder ein Einbruch kam. Warum wir diese Serien hatten, kann ich auch nicht genau sagen. Ich schaue lieber auf die einzelnen Spiele und muss da sagen, dass bei den Siegen auch Partien dabei waren, die wir hätten verlieren können. Da machen wir plötzlich aus dem Nichts Tore. Genauso war es bei einigen Niederlagen. Das zeigt, dass die Teams so eng beieinander sind, dass Kleinigkeiten entscheiden. Wichtig ist, dass wir in jeder Phase der Saison ruhig geblieben sind. Wir wussten immer, dass wir die Qualität haben und die nötigen Punkte noch holen werden. Das haben wir mit den drei Siegen am Ende geschafft.«

Die Gästeteams spielen vielleicht noch lieber unter Flutlicht als der DSC

Probleme unter Flutlicht: »Wir haben es nicht geschafft, eine Heimmacht zu werden. Das war ein Ziel. Vielleicht hatten die anderen Teams genauso viel Bock, bei uns im Stadion unter Flutlicht zu spielen. Das hat mir früher bei Duellen gegen Borussia Dortmund auch immer sehr viel Spaß gemacht und mich extra motiviert. Man merkt, das ist auch für uns noch ein Rätsel und ich bin gespannt, ob wir das in der neuen Saison in den Griff bekommen und sich das Team zuhause nicht mehr so stark unter Druck setzt. Auswärts haben wir hingegen gut gepunktet und stehen in der Auswärtstabelle auf Platz vier.«

An der Einstellung der Spieler gibt es für Dammeier nichts zu kritisieren

Mentalität des Kaders: »Die Mentalität war immer sehr gut. Fehlenden Einsatzwillen kann man ihr in keiner Partie vorwerfen. Dass nicht immer alles geklappt hat, ist ein anderer Punkt, aber versucht hat es das Team immer. Oft ist es uns so auch gelungen, noch ein Unentschieden zu holen, oder eine Partie komplett zu drehen. Das war gut und wird auch wieder ein wichtiger Baustein für die neue Saison.«

Zoltan Pataki erzielt all seine zwölf Saisontore in der Rückrunde

Anzahl der Torschützen: »Zoltan Pataki ist mit zwölf Toren unser bester Torschütze. Dann folgt Max Teipel mit fünf Toren. Es ist sicher so, dass wir insgesamt viel Aufwand betreiben müssen, um ein Tor zu erzielen. 18 waren es bis zur Winterpause. Die Durchschlagskraft hat uns besonders in der Hinrunde gefehlt, weil Lukas Cramer lange Zeit verletzt war. Zoltan hat alle seine Tore in der Rückrunde gemacht. Damit hat er uns den Klassenerhalt gesichert. In der Rückrunde lief es mit 26 eigenen Toren besser. Um die Statistik komplett zu machen, muss man sich auch die Gegentore anschauen. Wir haben in der Hinrunde 17 Treffer kassiert, in der Rückrunde 26. Mehrmals hat Torwart Daryoush Hosseini uns im Spiel gehalten. Es waren einfache Fehler dabei und Traumtore vom Gegner. Das zeigt aber unter dem Strich: Es gibt Luft nach oben.«

Im Kreispokal lässt sich der fokussierte DSC nicht vom Weg abbringen

Der Sieg im Kreispokal: » Der Wettbewerb sieht einfach für uns aus, weil wir ihn uns einfach gemacht haben. Wir sind in jedes Spiel mit einer guten Einstellung reingegangen. Das Team war fokussiert und einige Spieler, die am Wochenende davor auf der Bank gesessen haben, konnten sich wieder in den Vordergrund spielen. Das Finale gegen Atteln war schwer, aber die Mannschaft hat es gemeistert und jetzt freuen wir uns auf den Westfalenpokal.«

Lukas Cramer, Marco Rüskaup und Matthias Riemer verlassen den Verein

Die neue Saison : »Die jungen Spieler haben einen Lernprozess durchlaufen und kennen die Liga und die Anforderungen jetzt besser. Das ist positiv. Die Mannschaft wird sich aber noch einmal deutlich verjüngen. Mit Lukas Cramer, Marco Rüskaup und Matthias Riemer verlassen uns die Spieler an der Grenze zur 30. Bei unseren Neuzugängen ist Oliver Cylkowski mit 26 der Älteste. Jannik Welkener ist 23, Bastian Just 20 Jahre. Daniel Schatz 19. Dazu wissen wir aktuell noch nicht, ob Gianluca Mazza und Paul Nitsch bleiben oder ob sie zum Studieren in die USA gehen. Das entscheidet sich erst in ein paar Wochen, es sieht aber nach Abschied aus. Dazu hat Jan Paterok einen Außenbandriss im Knöchel, was schade für ihn ist, weil er gerade erst nach seinem Kreuzbandriss zurück war. Alexander Vogel hat sich ebenso einen Kreuzbandriss zugezogen. Wir schauen auf dem Transfermarkt nach Spielern für das zen­trale Mittelfeld und nach einem Torwart. Was die Saison bringt, werden wir dann sehen. Aktuell hoffe ich erst einmal, dass wir nach den jüngsten schlechten Nachrichten von Verletzungen verschont bleiben und so mit einem breiteren Kader in die Spielzeit gehen können. Trainingsstart ist am Montag, 24. Juni. Bereits am Wochenende haben wir dann den Test gegen Regionalligist Lippstadt.«

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