Ostenlands Jan Santüns schlägt erstmals als Gast in Hövelhof auf Auswärtsspiel im Heimatort

Ostenland/Hövelhof (WB). Seit 13 Jahren spielt Jan Santüns Badminton, bis zur vergangenen Serie ausschließlich für den Verein in seinem Heimatort, den BC Phönix Hövelhof. Seit dieser Saison schlägt der 28-Jährige aber für den SC BW Ostenland auf und fiebert einer speziellen Premiere entgegen: Mit dem Derby-Rückspiel am Sonntag (13.30 Uhr, Halle an der Mühlenschule) bestreitet er erstmals eine Auswärtspartie in Hövelhof.

Der Hövelhofer Jan Santüns spielt nun für Ostenland und bestreitet am Sonntag erstmals ein Auswärtsspiel in Hövelhof.
Der Hövelhofer Jan Santüns spielt nun für Ostenland und bestreitet am Sonntag erstmals ein Auswärtsspiel in Hövelhof. Foto: Elmar Neumann

»Das wird sicherlich ein komisches Gefühl sein, aber ich gehe davon aus, dass mich das nicht allzu lange irritiert und konzentriere mich darauf,  dass wir nach dem 4:4 im Hinspiel wieder mindestens einen wichtigen Punkt holen«, sagt Santüns. Fußball, Tischtennis und Tennis hatte der Hövelhofer ausprobiert, ehe er im Badminton sein ideales Betätigungsfeld fand. Mit dem BC Phönix schaffte es der Student der Wirtschaftsinformatik bis in die dritthöchste deutsche Liga, sah im Vorjahr dann aber den Zeitpunkt gekommen, um etwas anderes auszuprobieren: »Der Abschied aus Hövelhof ist mir nicht leicht gefallen, aber ich kannte viele Ostenländer von den gemeinsamen Auftritten bei Turnieren und wollte einfach mal sehen, wie es so ist, für ihren Verein zu spielen.«

"

Das wird sicherlich ein komisches Gefühl sein.

Jan Santüns

"

Eine schwierige Entscheidung, die Santüns jedoch noch nicht einmal bereuen musste. Im Gegenteil. Nicht nur zwischenmenschlich, sondern auch sportlich könnte es kaum besser laufen. In der Vorsaison verbuchte der Doppel- und Mixedexperte für Phönix eine persönliche Bilanz von zwölf Siegen und 13 Niederlagen. Im Trikot des Aufsteigers lautet das Verhältnis aktuell 12:4. Vor allem die beeindruckende Ausbeute im Mixed (7:1) ist dafür verantwortlich, dass Jan Santüns schon jetzt so oft als Sieger vom Feld gegangen ist wie in der gesamten vergangenen Spielzeit. Die Abstimmung mit Neuzugang Sanne Schra, die aus Hollands zweiter Liga nach Ostenland gewechselt ist, ist außergewöhnlich. »Es ist total verrückt, wie gut das mit uns klappt«, sagt Santüns, der mit Hendrik Wiedemeier auch im 1. Herrendoppel auf einen starken Partner zählen kann: »Hendriks Nervenstärke ist der Hammer. Der Junge scheint in schwierigen Situationen einfach niemals nachdenken zu müssen.« Santüns’ Premierenjahr in Blau und Weiß gestaltet sich derart erfolgreich, dass er derzeit nicht einen Grund sieht, nicht auch in der kommenden Serie wieder für Ostenland auf die Jagd nach dem etwa fünf Gramm leichten Federball zu gehen: »Die Ergebnisse sprechen für sich. Ich fühle mich in der Mannschaft super wohl.«

Mehr als 200 Zuschauer

220 Fans waren Augenzeugen des Premierenderbys zwischen dem SC Ostenland und dem BC Hövelhof am 11. November und auch das Wiedersehen wird vor einer bestens besetzten Tribüne ausgetragen. »Es sieht danach aus, dass wir sogar zusätzliche Sitzmöglichkeiten werden schaffen müssen«, sagt Hövelhofs Trainer Martin Brameyer. Allein bis zu 90 Zuschauer, so vermutet Ostenlands Sportwart Tim Fischbach, werden die Gäste mitbringen. Während die in Bestbesetzung antreten, bangen die Gastgeber um Melanie Gräßer (grippaler Infekt). Sollte sie ausfallen, könnte das Verbandsliga-Duo Heike Vogt/Doreen Kortmann das Damendoppel bilden.

Doch zunächst gilt es, diese Saison wunschgemäß – also mit dem Klassenerhalt – zu Ende zu bringen und der lange Weg soll mit einem weiteren guten Ergebnis im Derby verkürzt werden. Wieder sieht der Rückkehrer seine Mannschaft »als leichten Außenseiter«, wieder möchte er einen möglichst großen Anteil am erhofften Ausgang verbuchen. Beim ausgesprochen unterhaltsamen 4:4 in der Hinrunde punktete Santüns zu Beginn an der Seite von Wiedemeier und am dramatischen Ende an der Seite von Schra. So darf es aus seiner Sicht sehr gerne erneut laufen. An Motivation mangelt es nicht. Aber bei allem Siegeswillen betont der Neu-Ostenländer auch: »Ich bin dem BC Phönix weiterhin sehr verbunden und habe überhaupt keine Probleme mit dem Verein. Natürlich findet es nicht jeder gut,  wenn man den Club verlässt und das dann auch noch ausgerechnet in Richtung des ›Rivalen‹, aber ich freue mich darauf, am Sonntag viele nette Leute wiederzusehen und denke, dass da keinerlei Spannungen bestehen.«

Spannend, da ist sich Santüns ebenso sicher, wird es aber wieder werden, wenn es im Derby-Rückspiel um bedeutende Punkte geht und der Hövelhofer für Ostenland zum ersten Mal ein Auswärtsspiel in seinem Heimatort bestreitet.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6310296?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2447933%2F2352966%2F4850628%2F