40-Jähriger hängt nach sensationeller Spielzeit seine Handballschuhe n an den Nagel
Wiemann will nicht mehr

Altenbeken (WB). Mit einem 37:32-Sieg gegen die Spvg. Steinhagen beendete die HSG Altenbeken/Buke die Saison in der Handball-Verbandsliga. Auch dank Co-Kapitän Daniel Wiemann war es eine überragende Spielzeit für die HSG, die auf dem dritten Rang abschloss.

Donnerstag, 06.06.2019, 07:00 Uhr aktualisiert: 07.06.2019, 18:14 Uhr
Stets Torgefährlich: Daniel Wiemann, Co-Kapitän der HSG Altenbeken/Buke, beendet seine Laufbahn. Foto: Markus Schlotjunker

Wer Wiemann in dieser Saison auf dem Handball-Feld hat spielen sehen, wird wohl zwei Sachen nicht glauben können. So stark wie der Rechtsaußen in dieser Serie auftrat, wird man staunen, wenn man hört, dass der Leistungsträger, der von Beruf Rechtsanwalt ist, kürzlich 40 (!) Jahre alt geworden ist und unter Arthrose in beiden Hüftgelenken sowie dem rechten Knie leidet. Unter diesen Voraussetzungen konstant sehr gute Leistungen abzurufen, verdient höchsten Respekt. Es macht aber auch klar, warum nun für Wiemann mit dem Handball Schluss ist. »Wenn ich im Spiel bin und brenne, geht es, aber im Alltag ging es mit diesen Verschleißerscheinungen nicht mehr so weiter«, sagt Wiemann.

Oberligaaufstieg knapp verpasst

An Ostern war er noch einmal in sich gegangen und hatte dann die Entscheidung getroffen, aufzuhören. Mit vier Jahren ist der Rechtsaußen mit seinem Sport angefangen. Die Spiele hat er zwar nicht gezählt, es dürfte aber eine vierstellige Zahl herauskommen. Dass er nun nach einer der besten Serien seiner Laufbahn aufhört, schmerzt natürlich der HSG und ihren Fans, für Wiemann ist es aber perfekt: »Schöner kann man sich einen Abschluss ja nicht vorstellen. Besser jetzt, als wenn ich nicht mehr richtig spielen könnte.«

Wie toll er spielen konnte, demonstrierte er in der abgelaufenen Saison ein ums andere Mal. Ob aus unmöglicher Position von Rechtsaußen, ob frei durch, ob mit Auge aus der Entfernung oder mit oftmals im Spiel einhundertprozentiger Trefferquote vom Siebenmeterpunkt: Wiemann traf und traf und traf. Sensationell seine 18 Treffer beim 35:29-Heimsieg gegen den TV Emsdetten II am 17. Spieltag. Diese Serie war für die HSG so erfolgreich wie noch nie in der Verbandsliga, aber für Wiemann nicht die beste seiner Laufbahn. »Ich bin ja mit der HSG Gütersloh bis in die Oberliga aufgestiegen, aber hier war es schon auch sehr schön«, meint Wiemann. Dabei hatte er eigentlich mit dem Handball schon aufgehört, als er vor drei Jahren vom früheren HSG-Kapitän Niklas Flore gefragt wurde, ob er bei Altenbeken/Buke mitmachen will. »Da habe ich zugesagt, noch etwas mit zu murmeln«, erinnert sich Wiemann. Daraus wurden drei tolle Jahre in der Verbandsliga und zwischendurch, als Altenbeken/Buke auf Platz eins lag, konnte Wiemann sogar vom erneuten Oberliga-Aufstieg träumen.

Wiemann traut der HSG viel zu

Doch damit ist nun Schluss. Direkt nach seinem letzten Spiel versammelte er seine Mannschaftskollegen in der Kabine und bedankte sich für die tolle Zeit. »Ich habe gesagt, wie viel Spaß mir das Handball spielen in Altenbeken gemacht hat, und dass es eine super Saison war«, berichtete Wiemann. Auch wenn er und seine Tore fehlen werden, um die Zukunft der HSG macht er sich keine Sorgen: »Mit Jan Schwensfeger hat Altenbeken/Buke einen super Trainer und nach dem, was ich gehört habe, wer zur HSG kommt, wird sie auch in der nächsten Spielzeit oben mitspielen und den Aufstieg ja vielleicht nächstes Jahr schaffen.«

Dabei wird Wiemann dann zuschauen, denn ganz ohne Handball wird es nach so langer Zeit nicht gehen. Das ist überhaupt die Sportart im Hause Wiemann, schließlich ist Daniel mit der früheren Elsener Landesliga-Spielerin Ramona Brockmeyer verheiratet.

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