Duo des TuS N-Lübbecke benötigt in der EM-Qualifikation noch einen Sieg
Becvar und Petrovsky: mit der Air Force durch Europa

Saporoshje/Lübbecke -

Drei Spiele in fünf Tagen: Roman Becvar und Leos Petrovsky reisen mit der tschechischen Handball-Nationalmannschaft in einem Militärflugzeug quer durch Europa. Nach der Enttäuschung auf den Färöer Inseln entscheidet sich am Sonntag gegen die Ukraine, ob das Duo des TuS N-Lübbecke nächstes Jahr bei der Europameisterschaft spielt.

Samstag, 01.05.2021, 15:54 Uhr aktualisiert: 01.05.2021, 15:58 Uhr
Ungewöhnliches Transportmittel: Roman Becvar (8. von links) und Leos Petrovsky (9. von rechts) wollen sich mit Tschechien für die Europameisterschaft qualifizieren. Der Verband hat für die drei Spiele in dieser Woche in der Ukraine, auf den Färöer Inseln und daheim im tschechischen Brünn eigens eine Maschine der Air Force gechartert. Foto: Czech Handball Association

Kreuz und quer durch Europa: Für die Teilnahme an der nächsten Handball-EM ist Roman Becvar und Leos Petrovsky aktuell kein Weg zu weit. Die tschechischen Nationalspieler in Diensten des Zweitligisten TuS N-Lübbecke legen in dieser Woche für drei Spiele im Rahmen der EM-Qualifikation 9000 Kilometer zurück. Das Transportmittel: ein tschechisches Militärflugzeug. „So eine Quali ist schon etwas verrückt“, gibt Becvar gerne zu.

Los geht‘s am vergangenen Sonntag: Die beiden Handballer waren gerade erst vom Zweitliga-Spiel mit dem TuS in Fürstenfeldbruck (Bayern) zurückgekehrt (650 Kilometer), da hieß es auch schon wieder: Koffer packen! Im Auto legen Becvar und Petrovsky die 900 Kilometer zum Treffpunkt der Nationalmannschaft im tschechischen Ostrava zurück. Dort steht eine vom Verband gecharterte Militärmaschine bereit, die das Team in die Ukraine bringt. „Das Flugzeug ist für nur rund 20 Personen ausgelegt“, berichtet Becvar vom abenteuerlichen Trip mit der tschechischen Air Force.

Nach dem Sieg in der Ukraine, bei dem Roman Becvar die Tschechen als Kapitän mit sechs Treffern zum Sieg führte, setzte es 3000 Kilometer weiter nordwestlich auf den Färöer Inseln am Freitagabend eine ärgerliche Niederlage.

Nach dem Sieg in der Ukraine, bei dem Roman Becvar die Tschechen als Kapitän mit sechs Treffern zum Sieg führte, setzte es 3000 Kilometer weiter nordwestlich auf den Färöer Inseln am Freitagabend eine ärgerliche Niederlage. Foto: EHF

Für Anspannung sorgt die Lage in der Ukraine, die im Moment von Russland militärisch bedroht wird. Die Partie in Saporoshje findet dennoch statt. Becvar ehrlich: „Wir hatten schon auch ein bisschen Angst. Die Bedingungen waren aber letztlich okay“, so der Spielmacher, der sein ersatzgeschwächtes Team am Mittwochabend als Kapitän aufs Parkett führt und beim wichtigen 28:26-Erfolg mit sechs Treffern glänzt. Die Tschechen verbessern sich damit in Gruppe 3 auf Platz zwei, der für den Start bei der EM 2022 berechtigen würde.

An Ausruhen oder Feiern ist nach dem Erfolg nicht zu denken. „Wir sind in der Nacht direkt weiter geflogen“, berichtet Becvar. Zehn Stunden dauert die Reise auf die Färöer Inseln (3000 Kilometer), wo auf die beiden Lübbecker mit Tschechien nach kurzer Regeneration schon am Freitagabend das nächste Spiel der EM-Qualifikation wartete. Aus dem angestrebten Erfolg wird nichts: Nach der 26:27-Niederlage gegen den Außenseiter, der vor gut gefüllten Rängen den ersten Sieg überhaupt in einer EM-Qualifikation feiern kann, benötigen die Tschechen am Sonntag zum Abschluss gegen die Ukraine nun einen Sieg, um das Ticket für die EM zu lösen.

Ein gutes Gefühl gibt Becvar und Petrovsky, dass der Verband den Trip in Zeiten der Corona-Pandemie scheinbar lückenlos organisiert hat. Alle Tests seien bislang negativ ausgefallen, so Becvar über die Sicherheitsvorkehrungen auf der Tour quer durch Europa, die Sonntag mit dem letzten Spiel der Qualifikationsrunde in Brünn (Tschechien) endet. Beim Wiedersehen gegen die Ukraine (18 Uhr) sind auch die Lübbecker noch einmal unter Strom. Becvar: „Danach fahren Leos und ich im Auto gemeinsam zurück nach Lübbecke.“

Platz zwei verteidigen wollen Becvar und Petrovsky in den nächsten Wochen auch mit dem TuS N-Lübbecke. Damit stünde das Duo als Bundesliga-Aufsteiger fest. Und das wäre wohl noch bedeutender als eine EM-Teilnahme.

 

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7945325?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2447933%2F2352979%2F4850251%2F
BVB feiert Pokalsieg - Sancho und Haaland zu gut für Leipzig
Dortmunds Top-Stürmer Erling Haaland hebt den Pokal in die Höhe. Der BVB hat den DFB-Pokal zum fünften Mal gewonnen.
Nachrichten-Ticker