2. Handball-Bundesliga: Beim 30:26 in Dresden übersteht die Kurtagic-Sieben nach der Pause eine heikle Phase
Im richtigen Moment abgeklärt: TuS N-Lübbecke springt auf Platz zwei

Dresden/Lübbecke WB -

Wichtiger Sieg im Aufstiegsrennen: Der TuS N-Lübbecke schiebt sich in der 2. Handball-Bundesliga durch einen 30:26 (17:12)-Erfolg beim HC Elbflorenz Dresden auf den zweiten Platz vor. Nach der Pause muss aber gezittert werden.

Sonntag, 07.03.2021, 20:13 Uhr aktualisiert: 07.03.2021, 20:16 Uhr
Schwierige Phase überstanden: Valentin Spohn (von links), Florian Baumgärtner und der Ex-Dresdner Roman Becvar an alter Wirkungsstätte lassen ihrer Freude im Auswärtsspiel freien Lauf. Beim HC Elbflorenz siegte der neue Tabellenzweite aus Lübbecke heute Abend mit 30:26. Foto: MATTHIAS RIETSCHEL

Die Hausherren finden im zweiten Durchgang beim 19:20 schnell den Anschluss und bringen den Favoriten plötzlich in Bedrängnis. Doch die Mannschaft von Emir Kurtagic bleibt cool und angelt sich am Sonntagabend die nächsten Punkte.

Dresdens Mindaugas Dumcius wird von Marko Bagaric und Valentin Spohn attackiert. Die Lübbecker Abwehr stand vor allem in der ersten Halbzeit gut, bereitete dem Gastgeber Probleme.

Dresdens Mindaugas Dumcius wird von Marko Bagaric und Valentin Spohn attackiert. Die Lübbecker Abwehr stand vor allem in der ersten Halbzeit gut, bereitete dem Gastgeber Probleme. Foto: MATTHIAS RIETSCHEL

„Ich bin stolz auf die Jungs, wie sie die schwierige Phase überstanden haben. Nach der guten ersten Halbzeit war im zweiten Durchgang bei uns etwas Kraut und Rüben dabei, aber die Mannschaft hat toll gefightet und schließlich auch verdient gewonnen“, bilanziert der Sportliche Leiter Rolf Hermann. Die nächste Aufgabe wartet auf die heimischen Handballer aufgrund der Länderspielpause erst in der übernächsten Woche mit dem Nachholspiel beim Dessau-Roßlauer HV (Dienstag, 16. März). „Die Verschnaufpause hat sich die Mannschaft verdient“, so Hermann.

Die Gäste starteten an der Elbe mit Valentin Spohn auf Halb-Links und dazu viel Tempo: Nach fünf Minuten lag der TuS N-Lübbecke bereits mit 4:1 in Führung. Nach dem zweiten Treffer des Tages durch Dominik Ebner stand es 6:2 für Lübbecke und Dresdens Coach Rico Göde sah sich zur ersten Auszeit gezwungen.

Ich bin stolz auf die Jungs, wie sie die schwierige Phase in der zweiten Halbzeit überstanden haben. Die Mannschaft hat toll gefightet und am Ende auch verdient gewonnen.

Rolf Hermann, Sportlicher Leiter

Ein Garant für die gute Anfangsphase des TuS war auch Aljosa Rezar: Der Torwart-Routinier knüpfte an seinen starken Auftritt beim vorangegangenen Heimsieg gegen Eisenach an. Bis zur Pause standen schon acht Paraden auf dem Konto des Lübbecker Keepers.

Im Angriff nahm der agile Spohn (sieben Würfe, drei Tore) das Heft in die Hand und brachte sein Team mit zwei Treffern in Serie mit 9:5 in Führung (15.). Bis dahin hatte der Tabellendritte das Geschehen auf fremdem Parkett weitestgehend gut im Griff. Eine Schwächephase nutzte Dresden in der Folge aber, um sich wieder auf 9:10 heranzukämpfen (21.).

Mit der Einwechslung von Roman Becvar bewies TuS-Coach Emir Kurtagic einen guten Riecher: Der Ex-Dresdner sprühte an alter Wirkungsstätte vor Tatendrang und konnte die Partie für die Gäste schnell wieder in die richtigen Bahnen lenken. Mit drei Treffern und einem Traum-Anspiel auf Leos Petrovsky, das der Kreisläufer zum 9:14 (24.) verwandelte, war Becvar vor der Pause einer der federführenden Akteure beim Aufstiegskandidaten. Die Fünf-Tore-Führung nahmen die Gäste, die nach dem 21:27 im Hinspiel auf die Revanche aus waren, mit in die Pause.

„Alles in allem ist die Leistung okay, der Spielfluss ist da. Jetzt ist es wichtig, dass wir uns auch von einer möglichen offensiven Dresdner Deckung nicht aus der Ruhe bringen lassen“, sagte Rolf Hermann beim Gang in die Kabine.

Doch das entpuppte sich als Wunschdenken. Dresden fand nämlich besser in die Partie – auch weil die Göde-Sieben nun tatsächlich phasenweise mit der unbequemen 4:2-Formation in der Abwehr agierte. Dem TuS fehlte nun die Ruhe im Angriff. Der starke Tom Skroblien (8/1 Tore) traf zwar mit einem schwierigen Wurf von Linksaußen zum 16:20 (41.) und konnte die Nerven der Lübbecker etwas beruhigen. Das konnte die gute Phase der Hausherren aber nicht unterbrechen. Beim 19:20 war Dresden dran. „Wir haben uns in der zweiten Halbzeit im Angriff etwas verzettelt“, so Hermann.

Starkes Kollektiv: Die Lübbecker bejubeln an der Seitenlinie den hart erkämpften Sieg,

Starkes Kollektiv: Die Lübbecker bejubeln an der Seitenlinie den hart erkämpften Sieg, Foto: MATTHIAS RIETSCHEL

Die Zeit des Zitterns war angebrochen, doch der TuS blieb gerade jetzt eiskalt: Beim Stand von 23:24 traf Dresdens Jonas Thümmler nur den Pfosten – doch während die Hausherren noch dem Ausgleich hinterher trauerten, antworteten die Lübbecker auf der anderen Seite mit Unterstützung des Innenpfostens beim Wurf durch Lutz Heiny mit dem 23:25. Als Aljosa Rezar wenig später einen Siebenmeter von Wucherpfennig abwehren konnte und Benas Petreikis im Gegenzug mit dem 24:27 antwortete, war die Moral der Gastgeber gebrochen. Dominik Ebner machte am Ende mit zwei schönen Treffern den Deckel drauf. Die Lübbecker gehen als Tabellenzweiter in die Länderspielpause.

Wir wurden nach der Pause etwas hektisch. Als es darauf ankam, war meine Mannschaft aber wieder fokussierter – das ist eine Riesenqualität.

Trainer Emir Kurtagic

„35 Minuten war das eine ganz starke Leistung von uns. dann wurde es auch mit der offensiven Deckung von Dresden etwas hektisch. Als es darauf ankam, war meine Truppe aber wieder fokussierter - und das ist eine Riesenqualität“, freute sich Trainer Emir Kurtagic nach einem „engen“ Spiel und dem letztlich „verdienten Sieg“. Dem zweiten Platz misst Kurtagic dagegen noch keine große Bedeutung bei: „Bei noch 17 ausstehenden Spielen ist das nicht mehr als eine Momentaufnahme. Die Jungs können aber dennoch stolz darauf sein und sich jetzt kurz über den Sieg freuen. Am Mittwoch geht es dann mit der Vorbereitung auf Dessau weiter.“

HC Elbflorenz: Mohs (5/1 Paraden). Huhnstock (3) – Wucherpfennig (8/1), Emanuel (2), Dierberg, Buschmann, Dumcius, Kretschmer (1), Jungemann (2), Stavast (2), Gress (4), Vanco (3), Quade, Kasal, Thümmler (4).

TuS N-Lübbecke: Rezar (9/1 Paraden), Jepsen (2) – Becvar (3), Heiny (1), Baumgärtner, Ebner, Petreikis, Bagaric (1), Strosack (3), Mundus, Dräger (2), Spohn (3), Nissen, Speckmann, Petrovsky (2), Skroblien (8/1).

Zeitstrafen: 3:4 (Buschmann, Jungemann, Vanco – Dräger/2, Bagaric, Baumgärtner)

Siebenmeter: 1 / 2 : 1 / 2 (Wucherpfennig scheitert an Rezar/54. – Skroblien verwirft gegen Mohs/36.)

 

 

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