Handball-Zweitligist peilt in Dresden die Revanche für die Hinspielpleite an – was macht Gummersbach?
TuS N-Lübbecke schnuppert am Aufstiegsplatz

Lübbecke -

Die höchste Saisonniederlage im Hinterkopf und das höchste Ziel vor Augen: Auf Handball-Zweitligist TuS N-Lübbecke wartet das nächste richtungsweisende Spiel. Beim HC Elbflorenz Dresden peilt der TuS an diesem Sonntag, Anwurf ist um 17 Uhr, die Revanche für die Hinspielpleite ebenso an wie den Sprung auf einen Aufstiegsplatz.

Samstag, 06.03.2021, 01:00 Uhr aktualisiert: 06.03.2021, 09:20 Uhr
Zeit für die Revanche und den Angriff auf Platz zwei: Benas Petreikis will sich mit dem TuS diesmal gegen die Dresdner durchsetzen. Foto: Oliver Krato

 

Dazu ist in Dresden allerdings eine andere Leistung erforderlich als im Hinspiel: Das 21:27 war im Oktober die höchste und vielleicht auch trotz der Punktverluste gegen die Topteams bislang bitterste Niederlage der Lübbecker Handballer. Mittlerweile ist das zweite Saisonspiel mit Blick auf die besonderen Umstände nach dem verspäteten und holprigen Start in die Spielzeit allerdings abgehakt, wenn auch nicht vergessen.

Im Hinspiel jubelte der HC Elbflorenz (hier Mindagaus Dumcius/links und Oscar Emanuel). Für den TuS war es ein heftiger Dämpfer.

Im Hinspiel jubelte der HC Elbflorenz (hier Mindagaus Dumcius/links und Oscar Emanuel). Für den TuS war es ein heftiger Dämpfer. Foto: Oliver Krato

„Das Hinspiel ist nun schon einige Zeit her, damals sind einige Sachen zusammengekommen: Es war einen Tag nach Dominik Ebners positivem Corona-Test, Bogdan Criciotoiu war erst wenige Tage bei uns, insgesamt war eine große Unsicherheit da, wir waren einfach nicht gut genug. Wir waren als neu zusammengestellte Truppe auch noch nicht so weit, wie wir jetzt sind. Seinerzeit hat Dresden seine Aufgabe gut gelöst und verdient bei uns gewonnen. Inzwischen ist viel passiert und wir haben den 16. Oktober abgearbeitet. Gewarnt für Sonntag sind wir wegen des Spielverlaufs damals aber auf jeden Fall!“, sagt Coach Emir Kurtagic. Dresden habe nicht nur im Hinspiel bewiesen, dass es eine sehr erfahrene Truppe sei, die um jeden Ball kämpft und mit dieser leidenschaftlichen Ausrichtung schon manch höher eingeschätztem Gegner Probleme bereitet hat.

Die Niederlage von Gummersbach kann uns nur helfen, noch zielstrebiger zu sein.

Emir Kurtagic

Gleichzeitig ist der TuS nach der jüngsten Niederlage von Hauptkonkurrent Gummersbach im Kampf um Platz zwei gewarnt, jeden Gegner ernstzunehmen. Nach Minuspunkten liegen die Lübbecker punktgleich mit dem Altmeister und greifen an diesem Wochenende zumindest erst einmal im Siegfall nach dem zweiten Aufstiegsplatz, ehe bei Punktgleichheit am Saisonende dann der direkte Vergleich entscheiden würde, für den der TuS das Rückspiel gegen Gummersbach mindestens mit drei Toren und höher als 27:24 gewinnen müsste. Allein: Das ist noch Zukunftsmusik, aber eine, für die der TuS schon jetzt seine Instrumente stimmen muss: „Die Niederlage von Gummersbach kann uns nur helfen, noch zielstrebiger zu sein“, fordert Kurtagic eine weiter hohe Konzentration, um den Patzer des Konkurrenten mit einem eigenen Sieg auch zu nutzen. „Das ist aber Woche für Woche eine neue Herausforderung, auch wenn es Woche für Woche eine andere Tabellensituation geben sollte.“ Umso mehr sei die Konzentration auf die eigene Stärke entscheidend und nicht das Hoffen auf eine Schwäche der Gegner: „Wir können nur unser eigenes Spiel beeinflussen, damit sind wir bisher gut gefahren, dabei sollten wir bleiben.“

Bei der Vorbereitung auf die Dresdner hat Emir Kurtagic viel Positives gesehen: „Sie verfügen über einen breit aufgestellten Kader mit erstligaerfahrenen und auch individuell sehr starken Spielern. Dresden geht immer gut eingestellt in die Partien, kämpft, zeigt alles, was ein gutes Team der Zweiten Liga ausmacht. Die Dresdner sind schnell auf den Beinen und bilden ganz einfach eine kompakte Einheit, da muss auch unser Rückzugsverhalten entsprechend sehr gut sein.“ Es ist die nächste Herausforderung auf dem Weg zum Aufstiegsplatz, aber nicht die letzte: „Wir sind es selbst, die die Aufgaben zu lösen haben, besondere Herausforderungen wird es in dieser Saison für uns noch genügend geben“, sagt Emir Kurtagic.

Zufrieden sind wir nie, Luft nach oben ist da noch immer.

Rückraumspieler Benas Petreikis

Einen Fortschritt in der Entwicklung des TuS-Teams sieht auch Benas Petreikis, für den die anfänglichen Probleme, nicht zuletzt gegen Dresden, „ganz normal im Rückblick“ waren, zumal im Hinspiel der komplette etatmäßige rechte Rückraum mit Dominik Ebner und Florian Baumgärtner nicht zur Verfügung gestanden hat. Das könnte im Rückspiel nicht der einzige Trumpf des TuS sein, auch bei allen anderen Spielern sei eine gute Entwicklung unübersehbar, betont Petreikis: „Heute wissen wir, was jeder von uns leisten kann. Zufrieden sind wir aber nie, Luft nach oben ist da noch immer!“, stellt der Eins-gegen-Eins-Spezialist fest. Besonders freut den Neuzugang eins: „Ich spüre großes Vertrauen von den Mitspielern und vom Trainer, das macht mich sehr glücklich. Der Blick auf die Tabelle sieht auch sehr gut aus.“ Im Idealfall Sonntag noch ein wenig besser...

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