Handball-2. Bundesliga: TuS N-Lübbecke erwartet den ThSV Eisenach
„Wir müssen 100 Prozent geben“

Lübbecke (WB). -

Die erste Enttäuschung ist dem gesteigerten Selbstbewusstsein und der Konzentration auf die nächste Aufgabe gewichen: Nach dem Unentschieden in Hamburg erwartet Handball-Zweitligist TuS N-Lübbecke an letzten Februar-Freitag um 19.30 Uhr den ThSV Eisenach.

Donnerstag, 25.02.2021, 21:30 Uhr aktualisiert: 25.02.2021, 21:42 Uhr
Tom Skroblien spielt mit dem TuS N-Lübbecke gegen Eisenach. Foto: Oliver Krato

An das erste Aufeinandertreffen mit den Eisenachern in dieser Spielzeit haben die Lübbecker nicht nur, aber überwiegend gute Erinnerungen. Im Oktober war es das erste Saisonspiel, in dem sich der TuS N-Lübbecke beim ThSV Eisenach mit 29:27 (16:12)durchgesetzt hat, auf dem Weg zu den zwei Punkten aber länger zittern musste als erhofft. Nach einer starken ersten Halbzeit kamen die favorisierten Gäste nach der Pause kurzzeitig vom Kurs ab und lagen zehn Minuten vor Schluss mit zwei Toren im Hintertreffen (22:24), ehe ein Endspurt zum Sieg reichte. Allein diese Phase zeigte, dass auch ein Abstiegskandidat einem Spitzenteam wie dem TuS jederzeit gefährlich werden kann, wenn die Konzentration über einen zu langen Zeitpunkt einmal nicht stimmt. Und genau davor warnt TuS-Trainer Emir Kurtagic wie vor jedem anderen Gegner auch: „Die Erkenntnis ist, dass wir immer 100 Prozent geben müssen!“ Das sei aber nicht erst und nicht nur gegen Eisenach so.

Die Ostdeutschen kommen mit Respekt, aber ohne Angst nach Ostwestfalen: „Der TuS Nettelstedt-Lübbecke ist zweifellos einer der stärksten Mannschaften der Liga, körperlich sehr robust, die Abwehr um Marko Bagaric ausgesprochen stabil“, schätzt Eisenachs Coach Markus Murfuni den aktuellen Gegner ein. „Die Trauben werden für uns am Freitag sehr hoch hängen, doch wir treten die Reise mit der Prämisse an, was mitzunehmen. Wir wollen so lange wie möglich die Hausherren ärgern. Gelingt es uns, unser Tempospiel mit wenigen Fehlern aufzuziehen, könnte sich eine Chance auftun.“

Ein Vergleich mit dem Hinspiel zeigt etliche Unterschiede im Personal; Während beim TuS N-Lübbecke mit dem Comeback von Florian Baumgärtner und dem Abgang des ehemaligen Eisenachers Bogdan Criciotoiu das Personal letztlich nur auf den vor der Saison geplanten Stand zurückgependelt ist, hat sich das Transferkarussell bei den Ostdeutschen im Winter ziemlich intensiv gedreht. Damit reagierte der ThSV auf die Verletzungsprobleme und die teils langen Ausfälle der Stammkräfte Justin Mürköster, Kristian Beciri, Jonas Ulshöfer und Kristian Volar. Aus dem Profikader der Rhein-Neckar Löwen kam der 20-jährige Rückraum-Spieler Jannis Schneibel. Für den linken Rückraum wurde der 24-jährige Daniel Hideg, in der Vorsaison bei Bundesligist Ludwigshafen und per Zweitspielrecht mit der HG Oftersheim/Schwetzingen in der 3. Liga am Ball, verpflichtet. Von den Neuverpflichtungen lässt sich TuS-Trainer Emir Kurtagic aber nicht irritieren: „Die Mannschaft und das System sind im Großen und Ganzen gleich geblieben, insofern ist das für uns eine normale Vorbereitung auf einen Gegner, den wir in der Saison schon gespielt haben.“

Eine von Beginn an eingebaute Punktegarantie hatten die Neuen in Eisenach auch nicht: Eisenach feierte zuletzt einen für die Thüringer immens wichtigen Sieg im Kellerkampfkrimi gegen Fürstenfeldbruck und konnte damit nach zuvor vier sieglosen Spielen, davon zwei Niederlagen in diesem Jahr, erst einmal etwas aufatmen. Letztlich war das allerdings auch nur die Erledigung der Pflichtaufgabe, zur Kür kommen die Wartburgstädter heute nach Lübbecke. Auch am Wiehen bauen die Ostdeutschen dabei auf einen Sahnetag ihres zuletzt überragenden Keepers Blaz Voncina: Der 37-jährige Torwartroutinier ist in dieser Saison einer der Leistungsträger seines Teams und glänzte gegen die Bayern mit 18 Paraden und will seinen Kasten auch gegen den TuS zur nur schwer einnehmbaren Festung, einer Wartburg gleich, machen. Aufpassen müssen die Lübbecker auch auf die Offensive der Thüringer, in der gegen Fürstenfeldbruck Ivan Snajder mit sieben Treffern der beste Werfer des ThSV war.

Auf diese Stärken ist der TuS vorbereitet: „Der Torwart war auch im letzten Jahr schon oft der entscheidende Faktor bei Eisenach. Aber jede Mannschaft hat einen guten Torwart! Klar müssen wir uns im Vorfeld angucken, was er gut macht“, wird TuS-Trainer Emir Kurtagic seine Schützlinge auf die Stärken und mögliche Schwächen der Gäste einstellen, um keine entscheidenden Punkte liegen zu lassen.

Ansonsten gelte das gewohnte Credo: Lübbecke setzt auf die eigenen Stärken und will damit die Gegner dazu zwingen, ihre Schwächen aufzuzeigen. Daran ändert auch die erste Enttäuschung nach dem verlorenen Sieg in Hamburg nichts. „Vor dem Spiel hätte man sagen können, dass wir mit dem Punkt leben können, mit ein bisschen Abstand muss man aber auch sagen. dass nur wenige Mannschaften in Hamburg so bestanden haben wie wir, das zeigt, wie viel Potenzial wir haben. Daher müssen wir mit Rückenwind aus dem Hamburg-Spiel gehen: Einen Punkt in Hamburg muss man erst mal holen“, hat Rückraum-Schütze Florian Baumgärtner in der Woche nach dem Remis im Spitzenspiel weiter auf Attacke geschaltet, warnt aber gleichzeitig auch vor der nun wartenden Aufgabe „Solche Spiele wie gegen Eisenach werden am Ende das Rennen ausmachen, wir müssen Woche für Woche beweisen, dass wir zurecht dort oben stehen.“ Auch heute.

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