2. Handball-Bundesliga: TuS N-Lübbecke muss beim Auswärtstrip nach Dessau mit Problemen rechnen
Schneeketten an Bord

Lübbecke (WB). -

Wenn man in dieser Corona-Saison als Profisportler etwas gelernt hat, dann sicher die Kunst, die Dinge so zu nehmen, wie sie kommen.

Freitag, 05.02.2021, 19:30 Uhr
Lübbecker Führungsfigur: Peter Strosack will nach seiner Vertragsverlängerung mit dem TuS die ersten Punkte des Jahres einfahren. Das Gastspiel in Dessau soll trotz des angekündigten Schneesturms über die Bühne gehen. Foto: Oliver Krato

Diese Gelassenheit dürfte bei den Zweitliga-Handballern des TuS N-Lübbecke an diesem Wochenende verstärkt gefragt sein: Denn neben der Pandemie sorgt vor dem ersten Pflichtspiel des Jahres beim Dessau-Rosslauer HV (Sonntag, 17 Uhr) ein bevorstehender Wintereinbruch für zusätzliches Ungemach.

Ausgerechnet in der Nacht zu Sonntag soll eine Kältefront heraufziehen und den Nordosten Deutschlands mit bis zu 60 Zentimeter Neuschnee eindecken. Das Problem: Genau in dieser Region sind die Lübbecker unterwegs. Vor der Reise nach Sachsen-Anhalt haben die Verantwortlichen daher Vorkehrungen getroffen. So setzt sich der Mannschaftsbus am Sonntag schon eine Stunde eher gegen zehn Uhr in Bewegung. Zudem steht ein zweiter Fahrer für den Fall zur Verfügung, dass die Reise wider Erwarten weitaus länger als die einkalkulierten drei Stunden dauern sollte. Und: Busfahrer Gerhard Wortmann vom Unternehmen Aschemeyer hat auch die Schneeketten bereits im Frachtraum verstaut.

Die Corona-Pandemie hält uns alle so auf Temperatur, dass uns ein Schneesturm nicht mehr erzittern lässt.

TuS-Geschäftsführer Torsten Appel

„Während der Hinfahrt stehen wir zudem in ständigem Austausch mit Dessau und der HBL“, kündigte Torsten Appel an. Der TuS-Geschäftsführer hofft, dass die Extremwetterlage den Spieltag am Ende nicht durcheinanderwirbelt. Zumal auch dem aus Bayreuth stammenden Schiedsrichter-Gespann möglicherweise eine komplizierte Anreise bevorsteht. Dass beim TuS trotz der Wetterkapriolen keine Unruhe aufkommt, hat mit den Erfahrungen der vergangenen Monate zu tun. „Die Corona-Pandemie hält uns alle so auf Temperatur, dass uns ein Schneesturm nicht mehr erzittern lässt“, scherzt Appel.

Gelassenheit gelernt: Torsten Appel, hier mit TuS-Mitarbeiterin Nina Wehmeyer, bringen die für Sonntag angekündigten Wetterkapriolen nicht aus der Ruhe. Der TuS hat für die Reise nach Dessau einige Vorkehrungen getroffen.

Gelassenheit gelernt: Torsten Appel, hier mit TuS-Mitarbeiterin Nina Wehmeyer, bringen die für Sonntag angekündigten Wetterkapriolen nicht aus der Ruhe. Der TuS hat für die Reise nach Dessau einige Vorkehrungen getroffen. Foto: Oliver Krato

Beste Stimmung herrscht vor dem Re-Start der Meisterschaftsrunde auch innerhalb die Mannschaft. Fünf Wochen nach dem bis dato letzten Zweitliga-Einsatz scharren die TuS-Handballer sprichwörtlich mit den Hufen. Nach einer gelungenen Vorbereitung will der Tabellendritte unbedingt mit einem Sieg in die zweite Saisonhälfte starten. „Ich habe das Gefühl, dass wir bereit sind uns es mit jedem in der Liga aufnehmen können“, sagt Trainer Emir Kurtagic vor dem Auswärtsspiel in der Anhalt Arena.

In „normalen Zeiten“ ist die Halle mit den heißblütigen Fans für jedes Gästeteam ein heißes Pflaster. Kurtagic glaubt nicht, dass es in Corona-Zeiten für sein Team viel leichter werden wird. „Da brennt auch ohne Zuschauer der Baum“, schärft der Coach die Sinne seiner Spieler und fordert wie in jeder Partie die volle Hingabe.

In Dessau brennt auch ohne Zuschauer der Baum.

TuS-Coach Emir Kurtagic

„Dessau hat eine gute Mannschaft. Sie kommen über Geschlossenheit und jugendliche Unbekümmertheit. Dazu stellen sie eine bewegliche 6:0-Abwehr. Das ist eine Truppe, die weiß, was sie tut. Sie zu unterschätzen, wäre eine Katastrophe“, verdeutlicht er. Zu Saisonbeginn standen die Dessauer zeitweise sogar an der Tabellenspitze, pendelten sich dann aber im weiteren Verlauf im oberen Mittelfeld ein (15:15 Punkte).

Die größeren Ambitionen hat eindeutig der TuS N-Lübbecke, der als Tabellendritter (20:8) nur drei Punkte Rückstand auf einen Aufstiegsplatz hat. Umso wichtiger wäre ein gelungener Einstieg ins Jahr. Diesen Anspruch unterstreicht Kurtagic: „Wir wollen uns in Dessau die beiden Punkte verdienen und ich glaube, dass wir auch die Stabilität und Qualität haben, das zu erledigen.“

Wieder an Bord: Baumgärtner soll es langsam angehen

Das Selbstvertrauen speist sich nicht nur aus der kontinuierlichen Entwicklung der Mannschaft im Verlauf der Hinrunde, sondern auch aus der intensiven Wintervorbereitung, in der die Abläufe weiter verfeinert wurden. „Das Erarbeitete müssen wir jetzt als Grundlage nutzen, um unser Spiel souverän zu präsentieren“, sagt Kurtagic.

Für das Februar-Programm mit fünf Spielen in 19 Tagen scheint sein Team auch in physischer Hinsicht gewappnet zu sein. „Die Jungs sind körperlich in einer tollen Verfassung“, sagt der Coach. Zumal der Kader pünktlich vollständig ist. Mit Florian Baumgärtner ist gefühlt sogar ein Neuzugang an Bord: Der Rückraum-Rechte, der die komplette erste Saisonhälfte verletzungsbedingt verpasst hatte, hat die Vorbereitung beschwerdefrei überstanden und ermöglicht im Angriff neue Variationen. Überfordern will Kurtagic seinen 2,06m-Mann beim Comeback aber nicht. „Fakt ist, dass er über einen langen Zeitraum keine Spielpraxis hatte. Florian wird noch ein bisschen Zeit brauchen.“ Dennoch: Der TuS scheint bereit zu sein für den Re-Start – unabhängig von Corona, Wetter oder Gegner. Im Zweifel nimmt man es eben, wie es kommt.

 

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