Anonymer Spender sendet dem TuS N-Lübbecke historisches Leder in bestem Zustand – Platz in der Geschäftsstelle
Ball von 1980 mit allen Unterschriften: Erinnerung an glorreiche Nettelstedt-Zeiten

Lübbecke (WB). -

Anonyme Anrufe müssen nicht immer unangenehm sein. Mitten im durch Corona besonders angespannten Arbeitsalltag machte Torsten Appel, Geschäftsführer des TuS N-Lübbecke, diese Erfahrung.

Donnerstag, 21.01.2021, 12:57 Uhr aktualisiert: 21.01.2021, 13:02 Uhr
Torsten Appel präsentiert das historische „Schätzchen“, das ein anonymer Spender dem TuS N-Lübbecke zur Verfügung gestellt hat. Auf dem Spielball der Saison 1979/80 befinden sich alle Autogramme der damaligen Akteure – von Dieter Waltke bis Uwe Kölling. Foto: TuS N-L

Eine männliche Stimme versprach, dem TuS einen Original-Spielball aus der Saison 1979/80 zukommen zu lassen. Und nicht nur das: „Da stehen unter dem Datum 25. Januar 1980 alle Autogramme eurer damaligen Mannschaft drauf!“, kündigte der Anrufer an. Das kleine runde Leder sei „bei euch besser aufgehoben“, schloss er.

Den Namen des Manns kennt niemand. Torsten Appel versprach dem unbekannten Handball-Fan aber, für das runde Leder einen repräsentativen Platz in der Geschäftsstelle des Vereins zu finden und die Öffentlichkeit über das überraschende Geschenk zu informieren.

Beim TuS begab man sich derweil auf „Spurensuche“: Die meisten Autogramme auf dem Ball haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Geschäftsstelle längst entziffern können. Klar zu erkennen sind zum Beispiel die Unterschriften der damaligen TuS-Asse Dieter Waltke und Uwe Kölling. Das Entziffern erwies sich als recht einfach, weil der TuS Nettelstedt-Lübbecke zuletzt auch von einem Journalisten, der aus Lübbecke stammt, neben alten Spielplakaten und Eintrittskarten auch mit Spieler-Unterschriften aus der zweiten Hälfte der 1970-er Jahre versorgt worden war.

Neben TuS-Größen sind in dieser Sammlung auch ehemalige Stars aus anderen Vereinen mit ihren Schriftzügen verewigt: Sepp Wunderlich, Heiner Brand und „Jo“ Deckarm zum Beispiel haben unterschrieben. Und auch der damalige Bundestrainer Vlado Stenzel ist als Signateur mit von der Partie.

Gut zu lesen nach all den Jahren: Dieter Waltke hat auf dem Spielball ebenso unterschrieben wie alle damaligen Nettelstedter Teamkollegen. Das historische Spielgerät lässt Erinnerungen an glorreiche Zeiten mit dem Europapokal-Triumph 1981 lebendig werden. Der Ball bekommt einen Platz zwischen anderen Devotionalien in der Geschäftsstelle in der Lübbecker Innenstadt.

Gut zu lesen nach all den Jahren: Dieter Waltke hat auf dem Spielball ebenso unterschrieben wie alle damaligen Nettelstedter Teamkollegen. Das historische Spielgerät lässt Erinnerungen an glorreiche Zeiten mit dem Europapokal-Triumph 1981 lebendig werden. Der Ball bekommt einen Platz zwischen anderen Devotionalien in der Geschäftsstelle in der Lübbecker Innenstadt. Foto: TuS N-L

„Wir bekommen immer mal wieder solche Schätzchen geschenkt“, freut sich Appel. Ein echtes Highlight stellt auch die „InTuS“-Sammlung des 2012 verstorbenen früheren Vereinsvorsitzenden Willi Kottkamp dar. Alle Ausgaben des Nettelstedter Hallenheftes – angefangen mit der Nr. 1 zu einem Derby gegen Grün-Weiß Dankersen im Dezember 1976 – liegen in gebundener Form vor. Ein an der Seite aufgerissenes Trikot von Kreisläufer Uwe Kölling aus dem Final-Rückspiel 1981 gegen Rostock und eines aus der Saison 2009/2010 hängen ebenso an Wänden in der Geschäftsstelle in der Innenstadt wie ein Aufstiegs-Shirt aus dem Sommer 2017.

Nachdem am Jahresende der Autogramme-Handball – „bestens verpackt“ (Torsten Appel) – tatsächlich die Geschäftsstelle erreicht hatte, soll für das anonyme Geschenk nun ein Platz im Kunden-Service gefunden werden. Der Ball stammt aus einer Zeit, in der das TuS-Heimspiel, ähnlich wie heute, allwöchentlich zum Sport-Höhepunkt im früheren Kreis Lübbecke und weit darüber hinaus avancierte. Damals war der Boom zudem noch frisch. Ab Sommer 1970 kamen die Stars nach Nettelstedt, 1976 gelang der erstmalige Aufstieg in die 1. Bundesliga, dem 1981 der Gewinn des Europapokals der Pokalsieger folgte.

Signaturen aus einer glorreichen Nettelstedter Handball-Epoche: Für eingefleischte TuS-Fans sind die Autogramme aus der Saison 1979/80 mühelos zu entziffern.

Signaturen aus einer glorreichen Nettelstedter Handball-Epoche: Für eingefleischte TuS-Fans sind die Autogramme aus der Saison 1979/80 mühelos zu entziffern. Foto: TuS N-L

Dieser erste Titelgewinn deutete sich 1979/80, als der gespendete Ball beschriftet wurde, bereits an. An jenem 25. Januar 1980 war der TV Großwallstadt zum Bundesliga-Spiel in Lübbecke zu Gast, es ging 16:16 aus. Das deutsche Pokalfinale 1980 – wieder gegen Großwallstadt – ging für Nettelstedt zwar verloren. Aber weil der TVG in jener Saison auch Meister geworden war, hatte sich Finalgegner Nettelstedt für den Europapokal der Pokalsieger qualifiziert und als Neuling auf internationaler Ebene gelang der große Endspielerfolg am 25. April 1981 gegen die Rostocker.

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