Zweitligist TuS N-Lübbecke plant nach einem Corona-Fall das weitere Vorgehen
Droht nun die nächste Handballpause?

Lübbecke (WB). Wie geht’s weiter mit dem TuS N-Lübbecke? Nach dem Bekanntwerden eines positiven Corona-Falls im Kader des Handball-Zweitligisten befindet sich die Mannschaft in einer vom Verein eingeleiteten häuslichen Quarantäne. Das weitere Vorgehen hängt nun von der Gesundheitsbehörde in Minden ab. „Alle offiziellen Stellen sind von uns informiert worden. Jetzt warten wir selbst auf weitere Informationen, wie wir uns verhalten sollen. So lange das nicht der Fall ist, können und werden wir die kommende Partie gegen Bietigheim nicht absagen“, teilte TuS-Geschäftsführer Torsten Appel am Montagmittag (19. Oktober) mit.

Montag, 19.10.2020, 13:10 Uhr aktualisiert: 19.10.2020, 13:14 Uhr
Corona-Sorgen beim TuS N-Lübbecke: Kapitän Peter Strosack muss nach dem verpatzten Heim-Comeback gegen Elbflorenz Dresden die nächste Handball-Pause fürchten. Foto: Oliver Krato

Nach der 21:27-Heimschlappe gegen den HC Elbflorenz, bei der Dominik Ebner bereits aufgrund einer Quarantäne-Anordnung des Herforder Gesundheitsamts nicht mitgewirkt hatte, kam es am Samstag zur Übermittlung des positiven Test-Ergebnisses . Nun geht es darum, welche Mitglieder aus dem TuS-Kader sich eventuell unter der Woche noch angesteckt haben könnten. Der TuS N-Lübbecke hat die Liste mit allen Kontakpersonen umgehend an die Gesundheitsbehörde weitergeleitet.

 

Wir warten selbst auf Informationen vom Gesundheitsamt, wie es weitergeht. Bis dahin können wir keine Entscheidungen über Spielabsagen treffen.

Geschäftsführer Torsten Appel

Alles spricht dafür, dass es dem TuS so ergeht wie ­Liga-Kontrahent HSV Hamburg, der vor der Saison nach fünf Corona-Fällen im Team erst nach zwei Wochen wieder in den Trainings- und Spielbetrieb zurückkehrte. „Ich gehe stark davon aus, dass wir jetzt zwei Wochen raus sind“, sagte Trainer Emir Kurtagic am Sonntag geknickt. „Das ist wirklich ein Schlag. Man kann nur hoffen, dass sich unter der Woche im Training keine weiteren Spieler angesteckt haben.“

Fakt ist: Sowohl dem Heimspiel gegen die SG BBM Bietigheim (Samstag, 24. Oktober) als auch der anschließenden Partie beim TSV Bayer Dormagen (31. Oktober) droht das Aus. Es wären nach der Absage der Partie gegen den HSV schon die Verlegungen zwei und drei in der noch jungen Spielzeit. „Drei Wochen nach Saisonbeginn haben wir schon drei Spiele Rückstand. Und wir sind ja erst am Anfang der ansteigenden Infektionszahlen in Deutschland“, schwant Kurtagic nichts Gutes.

Müssen sich in dieser Saison bislang um viele Baustellen kümmern, die nicht direkt mit Handball zu tun haben: Seit Freitag hält Geschäftsführer Torsten Appel und den Sportlichen Leiter Rolf Hermann nun ein positiver Corona-Fall im Team in Atem. Bis Montagmittag war noch keine Entscheidung über das weitere Vorgehen gefallen.

Müssen sich in dieser Saison bislang um viele Baustellen kümmern, die nicht direkt mit Handball zu tun haben: Seit Freitag hält Geschäftsführer Torsten Appel und den Sportlichen Leiter Rolf Hermann nun ein positiver Corona-Fall im Team in Atem. Bis Montagmittag war noch keine Entscheidung über das weitere Vorgehen gefallen. Foto: Ingo Notz

Der Corona-Vorfall hatte auch das Heimspiel-Debüt gegen den HC Elbflorenz überschattet. Rückraumspieler Ebner war vormittags vom Herforder Gesundheitsamt darüber informiert worden, dass eine Person, mit der er am Wochenende zuvor Kontakt hatte, positiv auf Covid-19 getestet worden war. Der TuS-Leistungsträger musste sich in Quarantäne begeben und stand abends deshalb nicht im Kader des Zweitligisten. Am Samstag wurde dem TuS dann ein positives Testergebnis mitgeteilt. Dass es sich um Ebner handelte, wollte der Verein offiziell nicht bestätigen.

Der Corona-Fall zog am Samstag umgehend Kreise. Auf Anraten von Mannschaftsarzt Lars Holzapfel begab sich die Zweitliga-Mannschaft einschließlich Trainerstab in eine selbst gewählte häusliche Quarantäne, da das Gesundheitsamt in Minden am ­Wochenende nicht erreichbar war. Zudem wurde das Drittliga-Duell der TuS-Reserve (LIT 1912) am Samstag bei der Ahlener SG im letzten Moment abgesagt. Der Grund: Mit Marek ­Nissen war ein Spieler des Zweitliga-Kaders dabei, der im Trainingsbetrieb Kontakt zu Ebner hatte.

Heute sollen die nächsten Schritte mit der Gesundheitsbehörde abgesprochen und umgesetzt werden: „Montag wissen wir mehr“, sagte der geschockte Sportliche Leiter Rolf Hermann, nachdem sein Team schon zum zweiten Mal innerhalb der ersten drei Spieltage – erst indirekt durch die Infektion der Hamburger Spieler, nun direkt – von einer Covid-19-Erkrankung betroffen ist.

„Ich hoffe, dass die meisten Tests am Montag negativ sind“, blickte derweil Emir Kurtagic voraus. Unabhängig davon wird der TuS aber wohl erst einmal zum Nichtstun verdammt sein. Die Ausfallzeit hängt auch davon ab, von welchem Zeitpunkt an die nun eintretende Quarantäne berechnet wird. „Im schlimmsten Fall käme es so, dass wir am 30. Oktober wieder ins Training einsteigen und einen Tag später in Dormagen antreten müssen“, so der Trainer, der aber davon ausgeht, dass der heutige Montag als Bemessungsgrundlage für eine dann einsetzende zweiwöchige Auszeit genommen wird.

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