Der TuS N-Lübbecke darf in der nächsten Saison nicht am K.o.-Wettbewerb teilnehmen
Adé DHB-Pokal

Lübbecke (WB). Die Hoffnung auf ein Pokal-Heimspiel gegen den THW Kiel oder den ewigen Traum von der Teilnahme am Final Four in Hamburg können die Fans des TuS N-Lübbecke noch vor dem ersten Training ihres Vereins am 13. Juli ad acta legen. Die Handball-Zweitligisten sind im DHB-Pokal 20/21 raus, ehe der Wettbewerb überhaupt begonnen hat. Sie spielen erst gar nicht mit.

Freitag, 10.07.2020, 09:30 Uhr
2010 stand der TuS N-Lübbecke zum ersten Mal beim Final Four in Hamburg auf dem Parkett. Arne Niemeyer (Foto) und Kollegen scheiterten seinerzeit am HSV Hamburg mit Domagoj Duvnjak (links) und Torwart Johannes Bitter. 2012 folgte die zweite und bislang letzte Teilnahme an der Vierer-Endrunde im deutschen Handballpokal. Foto: imago

Das ist eines der Ergebnisse, das TuS-Geschäftsführer Torsten Appel am Donnerstag von der Mitgliederversammlung der Handball-Bundesliga (HBL) in einem Kölner Hotel mitbrachte. „Ich persönlich finde es schade und bedauerlich, dass wir in diesem Wettbewerb keine Rolle spielen“, sagte Appel. Der Verzicht auf Zweitligisten und Amateurklubs, der für die nächste Saison gilt, war zuvor mit dem engen Spielplan aufgrund des um einen Monat auf Anfang Oktober verschobenen Ligastarts sowie der Aufstockung der Ligen begründet worden.

In der kommenden Spielzeit wird der K.o.-Wettbewerb im deutschen Handball ausschließlich unter den Erstligisten ausgespielt – möglicherweise nur als Endrundenveranstaltung, wie der NDR am Donnerstag mutmaßte. Auf einen neuen Modus konnten sich die Klubs der ersten Liga allerdings noch nicht einigen, wohl aber darauf, dass die Endrunde am 5./6. Juni ausgetragen werden soll. Dabei geht Appel gern mit: „Ich unterstütze absolut, dass wir ein Pokalevent stattfinden lassen, weil es für unseren Sport eine enorm wichtige Bedeutung und Außenwirkung besitzt.“

Eine kleine Regeländerung mit möglicherweise großen Auswirkungen haben die Vereine in Köln ebenfalls beschlossen. Künftig entscheidet in der 1. und 2. Liga bei Punktgleichheit nicht mehr die Tordifferenz über die Platzierung, sondern der direkte Vergleich. „Es ist für uns okay, dass bei Punktgleichheit die Spiele untereinander ein größeres Gewicht bekommen als bisher“, sagte Appel. Heißt aber auch: Künftig wird es sich für den TuS mehr lohnen, unabhängig vom Spielstand gegen einen direkten Konkurrenten bis zur letzten Sekunde auf die Tube zu drücken, als in einem bereits gewonnenen Spiel gegen eine Mannschaft, mit der man voraussichtlich in der Tabelle nicht auf Tuchfühlung sein wird.

Ein Bekenntnis ihrer funktionierenden Solidarität gaben die Vereine bei der Verabschiedung einer vorübergehenden Modifizierung des Lizenzierungsverfahrens ab, um eventuelle Konflikte mit den eigenen Regularien bei möglichen finanziellen Auswirkungen der Corona-Pandemie möglichst gering zu halten. Dabei gab es so gut wie keine Gegenstimmen. „Ich habe meine Vorschläge unter dem Begriff Corona-Klauseln vorgestellt“, berichtete Rolf Nottmeier, der Vorsitzende der Lizenzierungskommission.

Damit stellen wir aber nicht das Grundsystem der Lizenzierung in Frage.

Rolf Nottmeier, Vorsitzender der Lizenzierungskommission

Zugleich betonte der Richter aus Minden: „Damit stellen wir aber nicht das Grundsystem der Lizenzierung in Frage. Das hat sich bewährt, und da war ich mit den Vereinen sehr zufrieden.“ In Köln beschlossen die Klubs nun, den eigentlich zwingend vorgesehenen Abbau des negativen Eigenkapitals straffrei für dieses und das nächste Jahr auszusetzen. Zudem dürfen die Klubs bei einer drohenden Insolvenz ihren wirtschaftlichen Träger bis zum 28. Februar 2021 wechseln. „Davon werden Vereine nur in absoluten Extremfällen Gebrauch machen“, erwartet Nottmeier, da er die Inanspruchnahme dieser Klausel mit einer Sanktion von vier Minuspunkten verbunden habe.

Mehr Zeit erhalten die Klubs, um, ihre Jugendarbeit zertifizieren zu lassen. Die Abgabefrist für die erforderlichen Unterlagen ist vom 30. September auf den 15. Dezember verlängert worden. Sollten coronabedingt einzelne Vorgaben nicht erfüllt werden können, bleibt die Zertifizierung ausnahmsweise davon unberührt.

„Trotz völlig unterschiedlicher wirtschaftlicher Verhältnisseunter den Vereinen der ersten und der zweiten Liga war die Solidarität bemerkenswert. Das war ein sehr positives Signal“, bemerkte Lizenzierungs-Experte Nottmeier.

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