Wegen der Corona-Pandemie fallen dem Handball-Zweitligist konkrete Planungen schwer
Das müssen Sie über den TuS N-Lübbecke wissen

Lübbecke (WB). 88 Tage sind vergangen, seit der TuS N-Lübbecke in der 2. Handball-Bundesliga zuletzt aktiv war. Und fast ebenso viele sind es bis zum 28. August, dem Freitag jenes Wochenendes, an dem eigentlich die neue Saison beginnen sollte. Doch die Corona-Pandemie hat vieles durcheinandergewirbelt, so dass man leicht den Überblick verlieren kann. Wir haben uns daher zur „Halbzeit“ zwischen alter und neuer Saison beim TuS-N-Lübbecke umgehört, was der Stand der Dinge ist.

Mittwoch, 03.06.2020, 15:30 Uhr aktualisiert: 05.06.2020, 11:54 Uhr
Noch ist offen, wann in der Merkur Arena der nächste Handballabend mit dem TuS N-Lübbecke stattfindet. Foto: Thomas F. Starke

Gesundheit

Hat auch beim TuS N-Lübbecke höchste Priorität. Es gibt und gab keine Corona-Fälle beim heimischen Handball-Zweitligisten. Alle Spieler und Mitarbeiter sind gesund.

Folgen des Abbruchs

Die Sporthallen sind nach wie vor geschlossen, so dass ein Training nicht möglich ist. Das „Produkt Bundesligahandball“ liegt somit auf Eis. In wirtschaftlicher Hinsicht sind dem Klub natürlich Einnahmen verlorengegangen. Zudem kämpft der TuS mit den Rückabwicklungen der bereits verkauften Tickets. Wann wieder Einnahmen durch den Verkauf durch Eintrittskarten, Werbung usw. generiert werden können, ist ungewiss.

Kurzarbeit

Die Spieler sind nach wie vor zu 100 Prozent in Kurzarbeit. Auch die Mitarbeiter der Geschäftsstelle waren in Kurzarbeit. Diese arbeitsmarktpolitische Unterstützung ist für den Klub eine große Hilfe, gerade hinsichtlich der Sicherung der Liquidität und der sicheren Fortführung des Geschäftsbetriebs. Nichtsdestotrotz laufen die Personalkosten in der Geschäftsstelle voll weiter.

Solidarität der Fans

Mit großer Freude hat der Verein registriert, dass eine große Anzahl der Dauerkartenbesitzer auf dem Feedback-Formularen das Kreuz beim „Verzicht“ gesetzt hat. Mit Blick auf die kommende Saison bedeutet das für den Verein in zunehmendem Maß Zuversicht und Planungssicherheit. Als erfreuliches Signal wird auch die anhaltende Anfrage nach neuen Dauerkarten angesehen.

Sponsoren

Auch zahlreiche Sponsoren haben ihr Kreuz bei „Verzicht“ gesetzt. „Das bedeutet uns sehr viel und zeigt einmal mehr, dass sich auch die Sponsorengemeinschaft für einen dauerhaften Erhalt des Bundesligahandballs in Lübbecke stark macht und sich solidarisch mit dem TuS N-Lübbecke zeigt. Ein Riesenplus ist auch die nach wie vor sichere Unterstützung der Unternehmen Gauselmann und Wortmann, die damit die maßgeblich weiter zum Bundesligahandball in Lübbecke beitragen“, sagt TuS-Geschäftsführer Torsten Appel. Dennoch gibt es für die kommende Saison deutliche Einschnitte, die die Planung für die anstehende Spielzeit deutlich beeinflussen. Mit welchen Folgen der Klub in den kommenden Wochen und Monaten noch kämpfen muss, ist momentan nur schwer absehbar.

Spielerkader

Der Kader für die neue Saison ist seit Anfang März fix. Marian Orlowski, Jó Gerrit Genz (beide zum ASV Hamm-Westfalen), Jens Bechtloff (TSG Altenhagen-Heepen), Peter Tatai (Csurgoi KK, Ungarn), Moritz Schade (Eintracht Hildesheim), Lukasz Gierak (Pogón Stettin, Polen) und Patryk Walczak verlassen den TuS zum 30. Juni. Die Neuzugänge heißen Tom Skroblien (TuSEM Essen), Benas Petraikis (EHV Aue), Lutz Heiny (HSG Nordhorn-Lingen), Yannick Dräger (TV Emsdetten), Leos Petrovsky (Bergischer HC), Florian Baumgärtner (VfL Gummersbach) und Aljosa Rezar (Bjerringbro-Silkeborg). Als Ergänzungsspieler mit Doppelspielrecht bei LIT 1912 kommt außerdem Filip Brezina vom TuS Spenge hinzu. Zudem haben Valentin Spohn, Jan-Eric Speckmann und Marko Bagaric ihre Verträge verlängert. Die bestehenden Kontrakte mit Johannes Jepsen, Peter Strosack, Roman Becvar, Dominik Ebner und Marvin Mundus waren längerfristig und laufen natürlich weiter.

Trainerstab

Der Trainerstab besteht aus Emir Kurtagic und den beiden Co-Trainern Nikola Blazicko sowie – vorerst – Hans-Georg „Schorse“ Borgmann , der bis zum Vertragsende weiter zur Verfügung steht.

Größe der Liga

Die 2. Handball-Bundesliga wird um einen Verein aufgestockt und startet mit 19 Vereinen in die kommende Saison. Mehr Vereine bedeuten für die Klubs mehr Spiele und damit auch mehr Kosten, die laut Appel nicht durch die zusätzlichen Zuschauereinnahmen gedeckt werden können. Neben dem TuS N-Lübbecke spielen in der Saison 20/21 diese Klubs in der 2. Liga: Bietigheim, Gummersbach, Hamm-Westfalen, Rimpar, Hamburg, Ferndorf, Domagen, Eisenach, Lübeck-Schwartau, Aue, Dresden, Hüttenberg, Konstanz, Emsdetten sowie die Aufsteiger TV Großwallstadt, Wilhelmshavener HV, Dessau-Roßlauer HV und TuS Fürstenfeldbruck. Die HSG Krefeld, Tabellenletzter der Abbruchsaison, war die Lizenz verweigert worden, ist vorerst in die 3. Liga eingeteilt worden. Der Verein hatte aber den Gang vor ein Schiedssgericht angekündigt.

Saisonstart

Im Bundesliga-Rahmenterminplan, der Anfang Januar von der HBL veröffentlicht worden war, war das Wochenende 28./29./30. August als Starttermin kommuniziert worden. Wegen des vorerst bis zum 31. August befristeten Verbots von Großveranstaltungen gibt es aber zurzeit keinen verlässlichen Starttermin für die beiden Handball-Profiligen. HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann hat inzwischen mitgeteilt, dass der Ligaverband Mitte Juni eine Entscheidung darüber treffen will, wann es wieder losgeht. Der TuS bereitet sich auf erste Bundesligaspiele im Herbst vor und hofft, dass diese vor Zuschauern ausgetragen werden können.

Kartenvorverkauf

Momentan verkauft der TuS weder Einzel- noch Dauertickets für die kommende Saison. „Wir können leider noch nicht sagen, wann und unter welchen Bedingungen die neue Saison starten wird“, betont Appel. Es gebe verschiedene Szenarien, wie ein Spieltag umgesetzt und durchgeführt werden könne. Noch aber gebe es keine verbindlichen Aussagen von Bund, Land oder Kreis, ob und wenn ja wie viele Zuschauer in die Merkur Arena dürfen und welche Hygieneauflagen dann zu erfüllen sind. Deshalb hat sich der Verein jüngst der Interessengemeinschaft „Teamsport NRW“ angeschlossen. Die Plätze der Dauerkarteninhaber bleiben vorerst reserviert – unter dem Vorbehalt möglicher Auflagen. Die Dauerkarteninhaber werden vom Verein kontaktiert, sobald die Bedingungen der Heimspiele feststehen.

Trainingsauftakt

Im vergangenen Jahr startete der TuS N-Lübbecke erstmals unter Trainer Emir Kurtagic in eine neue Saison. Auftakt der Vorbereitung war am 10. Juli – gut fünf Wochen vor dem ersten Pflichtspiel der Saison im DHB-Pokal. Eine Woche später folgte dann das erste Zweitligaspiel. Da zurzeit noch kein Termin für den Zweitligastart feststeht, ist auch der Zeitpunkt des ersten Trainings natürlich noch offen. Außerdem ist fraglich, wann und wie die Mannschaft wieder in der Kreissporthalle trainieren kann. Möglicherweise sind im Juli unter den dann geltenden Corona-Bedingungen aber auch alternative Lösungen für einen Trainingsbetrieb erforderlich. TuS-Geschäftsführer Appel: „Nichts wäre uns lieber, als den Spielern schon heute mitteilen zu können, wie die Vorbereitung aussehen wird. Das können wir leider derzeit nicht.“

Geschäftsstelle

Die Geschäftsstelle des Handball-Zweitligisten ist montags, dienstags, donnerstags und freitags von 10 bis 13.30 Uhr sowie dienstags und donnerstags zusätzlich von 15 bis 18 Uhr geöffnet und besetzt. Anregungen, Hinweise und Fragen nimmt der TuS N-Lübbecke aber selbstverständlich auch gern per E-Mail entgegen: gst@tus-n-luebbecke.de

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