Handball: Zweitliga-Heimspiel gegen Bietigheim möglicherweise ohne Zuschauer Auch dem TuS drohen Geisterspiele

Lübbecke/Hüttenberg (WB). Die Sorge vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus’ hat den Profihandball erreicht. Nach dem Erlass der Landesregierung, dass in Nordrhein-Westfalen Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Zuschauern grundsätzlich angesagt oder ohne Zuschauer stattfinden müssen, bereitet sich auch der TuS N-Lübbecke seit gestern auf alle Eventualitäten vor.

Von Hans Peter Tipp
Linksaußen Jens Bechtloff steht mit dem TuS N-Lübbbecke am 14. März ein Auswärtsspiel in Hüttenberg bevor.
Linksaußen Jens Bechtloff steht mit dem TuS N-Lübbbecke am 14. März ein Auswärtsspiel in Hüttenberg bevor. Foto: Oliver Krato

„Es würde mich nicht wundern, wenn Spiele vor leeren Rängen stattfinden müssten“, sagte TuS-Geschäftsführer Torsten Appel auf Anfrage dieser Zeitung. Am späten Nachmittag veröffentlichte der heimische Handball-Zweitligist eine Stellungnahme. Dort heißt es unter anderem, es sei anzunehmen, dass von diesem Erlass „auch unser nächstes Heimspiel am 21. März gegen die SG BBM Bietigheim betroffen sein werde“. Weiter schreibt der TuS: „Welche, wie viele und ob überhaupt Heimspiele des TuS N-Lübbecke definitiv davon betroffen sind, können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Auch können wir noch nicht mitteilen, unter welchen Umständen diese Spiele in der Merkur Arena stattfinden würden. Wir stehen im Kontakt mit den örtlichen Behörden des Kreises Minden-Lübbecke und der Handball-Bundesliga. Sobald wir gesicherte Informationen darüber haben, inwieweit die Entscheidung der Landesregierung die Austragung unserer Spiele in Lübbecke konkret betrifft, teilen wir dies mit. Gleichzeitig bitten wir von persönlichen Anfragen per Telefon, per Mail oder über Social Media abzusehen.“

Am frühen Abend meldete sich auch der Ligaverband HBL zu Wort. Für den anstehenden Spieltag sei unter den Vereinsvertreter ein Konsens erzielt worden: Jeder Heimverein könne in Absprache mit den örtlichen Behörden sowie im Austausch mit dem Gastverein und der HBL entscheiden, ob sein Spiel ausgetragen werden könne. Verlegungen auf einen späteren Zeitpunkt seien in gegenseitiger Absprache möglich. Weitere Maßnahmen will die HBL bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am kommenden Montag beschließen.

Der TuS N-Lübbecke soll an diesem Samstag um 19.30 Uhr beim TV Hüttenberg antreten. Die Mittelhessen verkündeten gestern, dass die Partie wie geplant über die Bühne gehen solle. Allerdings hatte fast zeitgleich die hessische Landesregierung die Absage sämtlicher Veranstaltungen mit mehr als 1000 Zuschauern empfohlen. Die Heimspiele des TV Hüttenberg wurden bislang durchschnittlich von gut 1100 Menschen besucht. Aufgrund der Angst vor einer Ansteckung durch das Corona-Virus beobachtet der Verein momentan einen etwas zögerlichen Vorverkauf und rechnet nach Angaben von TVH-Sprecher Kim Martin Heeß am Samstag mit ungefähr 1000 Besuchern.

In einer Pressemitteilung wird Hüttenbergs Geschäftsführer Fabian Friedrich wie folgt zitiert: „Sowohl die Lahn-Dill-Kreisverwaltung als auch Christoph Heller, Bürgermeister der Gemeinde Hüttenberg, haben uns mitgeteilt, dass es bezüglich unserer Veranstaltung am kommenden Samstag bislang keinerlei Einschränkungen gäbe. Wir stehen mit den zuständigen Behörden im Austausch, sollte es neue Erkenntnisse oder Veränderungen geben, werden wir diese unverzüglich kommunizieren. Wir sind uns der Verantwortung als Veranstalter gegenüber den Besuchern bewusst.“

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