2. Handball-Bundesliga: TuS N-Lübbecke entzaubert mit 26:21 den HSC 2000 Coburg
Stärker als der Spitzenreiter

Lübbecke (WB). Das ist doch mal ein Ausrufezeichen. 1629 Zuschauer in der Merkur Arena waren zurecht völlig begeistert: Handball-Zweitligist TuS N-Lübbecke hat mit einer perfekten Abwehrleistung den Tabellenführer HSC 2000 Coburg mit 26:21 (13:8) besiegt und sich damit – wenn auch noch mit tabellarischem Abstand – im Kampf um die Aufstiegsplätze wieder in Erinnerung gebracht.

Freitag, 07.02.2020, 21:20 Uhr aktualisiert: 07.02.2020, 23:58 Uhr
Für dieses Foul an Lübbeckes Roman Becvar sah Coburgs Tobias Varvne in der 23. Minute die Rote Karte. Foto: Oliver Krato

„Das war ein sehr, sehr gutes Spiel – über 60 Minuten“, lobte TuS-Trainer Emir Kurtagic seine Mannschaft nach der bislang besten Vorstellung in dieser Saison: „Meine Jungs haben extrem viel Spaß auf dem Feld gehabt, was die Zuschauer auch honoriert haben.“ Dabei vergaß Kurtagic nicht, wie sein dominantes Team selbst das letzte Aufbäumen der Coburger bewältigte: „Umso erfreuter bin ich, wie meine Spieler diese Phase überstanden haben und nicht nervös geworden sind.“

Coburgs Trainer Jan Gorr sprach von einem absolut verdienten Heimsieg: „Der TuS hat uns mit dieser Art, Abwehr zu spielen, mit dieser Laufbereitschaft und dieser Aggressivität den Schneid abgekauft und uns im Angriff kopflos agieren lassen. Wir haben im Angriff nicht die Qualität gehabt, um so eine gute Deckung auszuspielen. Das war ein Klassespiel der Lübbecker.“

TuS N-Lübbecke - HSC 2000 Coburg 26:21 (13:8)

TuS N-Lübbecke: Tatai (13 Paraden), Jepsen; Becvar, Genz 3, Walczak 2, Bechtloff, Ebner 1, Gierak, Bagaric 3, Strosack 8/1, Spohn 7, Mundus, Schade, Orlowski 2, Speckmann

HSC 2000 Coburg: Poltrum, Kulhanek; Jaeger 7, Wucherpfennig 2/2, Spross, Billek 3, Zetterman 3, Knauer, Varvne, Zeman 2, Schröder, Neuhold 3, Kelm, Weber

Zuschauer: 1629

Zeitstrafen: 8 - 2 Minuten

Siebenmeter: 2/1 - 4/2

...

Kurtagic schickte am Freitagabend zunächst die TuS-Besetzung auf das Feld, die eine Woche zuvor schon beim 27:20 gegen Emsdetten überzeugt hatte: Im Tor stand Peter Tatai. Lukasz Gierak führte Regie, Jo-Gerrit Genz und Valentin Spohn besetzten die Halbpositionen, Patryk Walczak den Kreis, Jens Bechtloff und Peter Strosack kamen von außen. In der Verteidigung löste Marko Bagaric wie gewohnt Spohn ab.

Die Lübbecker legten auch spielerisch genauso los wie gegen Emsdetten. Zwar gelang dem Tabellenführer der erste Treffer, doch dann übernahmen die hochmotivierten und in der Abwehr ideal eingestellten Gastgeber. Immer wieder liefen sich die Coburger fest, ein einfaches Durchkommen gab es nicht. Der Tabellenführer musste hart arbeiten, um überhaupt eine Wurfgelegenheit zu bekommen. So hatte sich Kurtagic das vorgestellt.

Bereits bis zur sechsten Minute brachten Spohn, Strosack, Walczak und Bagaric den TuS mit 4:1 in Front. Es lief beim TuS, Coburg war verblüfft. Der TuS hatte Bock auf mehr und noch lange nicht genug. Nach dem zweiten Bagaric-Treffer des Tages stand es 7:3 (8.), dieses Mal war der Kroate aus dem Tempogegenstoß erfolgreich. Und als sich Jo Gerrit Genz nach 15 Minuten in die Torschützenliste eintrug, führte Lübbecke sogar mit 10:4. Die Auszeit, die Coburgs Trainer Jan Gorr ein paar Minuten zuvor genommen hatte, war verpufft.

Allerdings ließ beim TuS im zweiten Teil der ersten Halbzeit, als Kurtagic auch seine Bankspieler einsetzte, in Angriff die Effektivität ein wenig nach. Doch der TuS konnte sich weiter auf seine Abwehr verlassen, weil alle Spieler am eigenen Kreis Schwerstarbeit verrichteten und Tatai zwischen den Pfosten oft genug den richtigen Riecher hatte. Bereits bis zur 17. Minute hatte der Ungar sechs Paraden auf seinem Konto. Bis zur Pause kamen nicht nur zwei weitere hinzu, sondern 15 Sekunden vor dem Seitenwechsel auch noch ein abgewehrter Siebenmeter. Da gewann Tatai das Duell gegen Coburgs torgefährlichen Rechtsaußen Florian Billek.

Als es mit 13:8 für den TuS N-Lübbecke in die Kabinen ging, konnte der Tabellenführer froh sein, nicht noch höher zurückzuliegen. Ihr bester Mann stand zu diesem Zeitpunkt zwischen den Pfosten. Konstantin Poltrum hatte mehrfach den TuS aufgehalten und wie Tatai in der ersten Halbzeit auch schon einen Siebenmeter (Strosack/23. Minute) abgewehrt. Coburgs Spielmacher Tobias Varvne hatte in der 23. Minute nach einem extrem harten Einsteigen gegen Roman Becvar die Rote Karte gesehen.

Die zweite Halbzeit begann der TuS in Unterzahl, da Genz noch eine Zeitstrafe absitzen musste. Aus Tatais Sicht hätte sie dennoch nicht besser beginnen können. Er nahm sofort Coburgs Billek einen weiteren Siebenmeter weg. Ein Auftakt nach Maß für den TuS-Torwart, der der Partie weiter seinen Stempel aufdrückte und den Coburgern mit seinen Paraden zwischenzeitlich völlig den Nerv raubte. „Peter, Peter“, skandierten die TuS-Fans nach 40 Minuten, als Tatai in kurzer Folge mehrfach pariert hatte und seinen Vorderleuten einen Zwischenspurt zum sensationellen Zwischenstand von 18:10 (42.) ermöglichte.

Coburg reagierte spät, aber der Spitzenreiter gab nicht auf. Als Torwart Poltrum aus seinem Kreis zum 13:18 (43.) ins Lübbecker Tor traf, witterten die Gäste noch einmal Morgenluft. Maximilian Jäger und Lukas Wucherpfennig verkürzten zum 15:19 (48.). Doch es gab ja noch Tatai. Als der 36-jährige Routinier in der 50. Minute gegen Sebastian Weber parierte, war der erste Coburger Elan dahin. Strosack erhöhte wenig später für den TuS auf 20:15, doch immer noch war nichts entschieden.

Coburg verkürzte auf 17:20 (52.), ehe mit dem nun eingewechselte Kapitän Marian Orlowski beim 21:17 (52.) und Genz beim 22:17 (54.) zwei Spieler Verantwortung übernahmen, die den TuS nach dieser Saison verlassen werden. Der Sieg war greifbar nahe. Perfekt war er, als Lübbeckes bester Torschütze, Rechtsaußen Peter Strosack (8/1) mit einem Doppelpack in der 57. Minute auf 25:18 stellte.

Für den TuS N-Lübbecke geht es am Samstag, den 15. Februar, weiter. Dann sind die Rot-Schwarzen um 19 Uhr beim Ligaschlusslicht HSG Krefeld zu Gast.

 

 

 

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