Beim Auswärtsspiel des TuS N-Lübbecke sehen sich zwei Trainer wieder, die sich bestens kennen
Wer überrascht wen?

Lübbecke (WB). Wenn sich die Handball-Zweitligisten TuS N-Lübbecke und der ThSV Eisenach an diesem Samstag um 17.30 Uhr in der Wartburgstadt begegnen, haben auf den Trainerbänken zwei Männer das Sagen, die mehr verbindet als die Leidenschaft für den gemeinsamen Beruf.

Samstag, 07.12.2019, 06:21 Uhr aktualisiert: 07.12.2019, 06:30 Uhr
Beim Auswärtsspiel des TuS N-Lübbecke sehen sich zwei Trainer wieder, die sich bestens kennen. Foto: Oliver Krato

Emir Kurtagic, 39 Jahre alter Coach der Rot-Schwarzen vom Wiehen, und Sead Hasanefendic, 71 Jahre alter Trainerdino in Diensten der Thüringer, blicken auf eine gemeinsame Vergangenheit zurück, die verbindet. „Wir sind seit sehr langer Zeit befreundet und kennen uns wirklich sehr, sehr gut. Ich schätze ihn extrem und habe viel von ihm gelernt,“ sagt Kurtagic und erinnert an bewegte Jahre beim VfL Gummersbach: „Von 2008 bis 2011 war ich für dreieinhalb Jahre sein Assistent. Er war der erste Trainer, mit dem ich auf solch hohem Niveau arbeiten und Erfahrungen sammeln durfte.“

Gemeinsam gewannen Hasanefendic und Kurtagic beim VfL drei Europapokale. Zwei Mal erreichten sie gemeinsam das Final Four des DHB-Pokals, ehe das Geld im Oberbergischen immer knapper und die Zeiten rauer wurde. Das Ende vom Lied war eine doppelte Trainerrochade: 2011 wurde Kurtagic zu Hasanefendics Nachfolger, 2017 lief es andersherum. Hasanefendic kam zurück, Kurtagic musste gehen.

Eisenachs Superserie von acht Heimspielsiegen in Folge soll nicht reißen

Die gegenseitige Wertschätzung ist riesig. Hasanefendic über seinen damaligen Lehrling: „Emir kam als junger Mann in den Gummersbacher Trainerstab. Gemeinsam haben wir gute Arbeit geleistet, und er war stets loyal. Ich erinnere mich gern an die gemeinsame Arbeit und schätze ihn als Mensch.“ Kurtagic sagt: „Was ich vor allem von ihm mitgenommen habe, ist seine Professionalität und seine unfassbare Hingabe zum Handball. Sead ist ein echtes Arbeitstier, und sein Ehrgeiz ist unglaublich. Allein, dass er mit seinen zu diesem Zeitpunkt 69 Jahren noch einmal in die 3. Liga gegangen ist, spricht für ihn und dafür, wie sehr er diese Sportart liebt.“

Die 3. Liga war für den weitgereisten Erfolgstrainer, der ausgerechnet in seinem wenigen Monaten beim TuS N-Lübbecke im Jahr 2015 wenig Erfolg hatte, aber nur eine Durchgangsstation. Souverän führte Hasanefendic Eisenach zurück in Liga zwei und machte dort mit den Thüringern einfach munter weiter. Jetzt will der ThSV die Superserie von acht Heimspielsiegen in Folge gegen das Kurtagic-Team fortsetzen.

„Vielleicht habe ich sogar einen Vorteil, weil ich weiß, wie er tickt“

Die Favoritenrolle schiebt Hasanefendic aber doch lieber den Gästen zu. „Ich zähle den TuS zu den stärksten Mannschaften der Liga, die vielleicht zum Ende der Saison in Sachen Aufstieg ein gewichtiges Wort mitreden“, sagt der gewiefte Trainerfuchs: „Lübbecke ist sehr abwehrstark und kassiert durchschnittlich nur 23 Gegentore. Sie besitzen mit Peter Tatai einen starken Torwart, können mit Marko Bagaric auf einen erfahrenen Vizeweltmeister im Rückraum bauen und haben einen guten Trainer.“

Den will er am Samstag aber noch einmal vor eine Aufgabe stellen. Hasanefendic: „Ich glaube, jeder kann dem anderen Rätsel aufgegeben. Aber Rätsel können von beiden Seiten während des Spiels gelöst werden.“ Das sieht auch Kurtagic so und sagt: „Vielleicht habe ich sogar einen Vorteil, weil ich weiß, wie er tickt. Schließlich war ich bei ihm Assistent, aber er nicht bei mir.“ Eine besondere Bedeutung des Duells unter Freunden über die Tabellensituation hinaus empfindet Lübbeckes Trainer nicht: „Für mich persönlich ist es ein Spiel, das ich mit dem TuS N-Lübbecke gegen den ThSV Eisenach gewinnen will. Und ich weiß, dass wir das gewinnen können. Es geht nicht um Hasanefendic gegen Kurtagic.“

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