Alle fürchten die emotional aufgeheizte Atmosphäre in der engen Halle des ThSV Eisenach
Nur die Ruhe

Lübbecke (WB). „Wenn sie sich kloppen wollen, müssen wir bereit sein, uns mit ihnen zu kloppen. Wenn sie es taktisch wollen, werden wir die Aufgabe taktisch lösen müssen.“ Trainer Emir Kurtagic bereitet den Handball-Zweitligisten TuS N-Lübbecke (15:13 Punkte) vor dem Gastspiel beim Aufsteiger und Überraschungsvierten ThSV Eisenach (19:9 Punkte) auf ein heißes Match an diesem Samstag um 19.30 Uhr vor.

Freitag, 06.12.2019, 10:30 Uhr aktualisiert: 06.12.2019, 10:34 Uhr
Marian Orlowski, der gegen Hamm drei Tore erzielte, will mit dem TuS N-Lübbecke in Eisenach in die Erfolgsspur zurückkehren. Foto: oliver krato

Kurtagic weiß, was auf seine Spieler in der legendären Werner-Assmann-Halle zukommt. „Eine extrem heiße Atmosphäre in der Halle und ein Gastgeber, der als Aufsteiger ein wenig überraschend den vierten Tabellenplatz belegt, einen Lauf hat und deshalb zuhause immer in der Lage ist, über sich hinauszuwachsen“, warnt der TuS-Trainer vor dem Auswärtsspiel des 15. Spieltages.

Kurtagic freut sich auf die Stimmung in Eisenach

Aber was ist nun das Besondere an der Atmosphäre unterhalb der Wartburg? Einerseits sei es die Halle an sich, befindet Kurtagic: „Es ist richtig eng und es ist ein Parkettboden. Das ist schon mal etwas Besonders und hat noch ein bisschen den Charme der alten Zeit.“

Den großen Unterschied mache vor allem das extrem begeisterungsfähige Publikum aus. „Schon beim Testspiel im Sommer, als 400, 500 Zuschauer da waren, hat man kaum sein eigenes Wort verstanden. Ich habe den Spielern gesagt, dass am Samstag dreimal so viele da sein werden, und es auch dreimal so laut werden dürfte.“

Kurtagic vergleicht die Hallenatmosphäre beim ThSV mit der im Handball-Hotspot Magdeburg. „Die Zuschauer in Eisenach sind ein bisschen emotionaler als anderswo, aber nicht unfreundlich. Ein Drittel Magdeburg, würde ich sagen. Die stehen 60 Minuten lang zu ihrer Mannschaft. Echt super“, sagt Kurtagic anerkennend.

Höllische Atmosphäre in der „lautesten Halle Thüringens“

Diese besondere Atmosphäre hat dem vom früheren TuS-Trainer Sead Hasanefendic betreuten ThSV Eisenach geholfen, seit dem Wiederaufstieg die Gästeteams reihenweise aus dem Tritt zu bringen. Eisenach hat bislang alle acht Heimspiele gewonnen und es dabei auch erfolgreich mit Spitzenteams wie Essen, Hamm und Bad Schwartau aufgenommen.

Während in der Liga inzwischen die Angst vor der höllischen Atmosphäre in der „lautesten Halle Thüringens“ (ThSV-Eigenwerbung) umgeht, freut sich Kurtagic auf den Besuch: „Ich war bislang drei oder vier Mal in Eisenach. Ganz ehrlich: Mir hat es immer Spaß gemacht, weil es schöne hitzige Duelle waren. Darauf muss man sich eigentlich eher freuen, als in Panik zu verfallen.“ Gewonnen hat er übrigens auch immer. Die wichtigste Devise sei es daher, Ruhe zu bewahren, findet der TuS-Trainer: „Letztlich geht es darum, dass wir unser Spiel machen und uns nicht durch Zuschauer, Schiedsrichter oder gegnerische Aktionen ablenken lassen.“

Niederlage gegen Hamm fur Kurtagic ein Dämpfer

Dennoch wird es kein leichter Gang für die Lübbecker, die nach sechs Siegen in Folge mit der Heimniederlage gegen den ASV Hamm-Westfalen zuletzt einen Dämpfer hinnehmen mussten. „Wir sind weiter auf einem guten Weg, auch wenn Hamm sicherlich als Rückschlag betrachtet werden kann. Trotzdem zweifele ich nicht an den Jungs“, sagt Kurtagic: „Wir haben als Mannschaft gegen Hamm einfach einen nicht so guten Tag erwischt. Aber es war das einzige Spiel, das wir innerhalb von fast zwei Monaten verloren haben. Deshalb können wir trotzdem mit sehr viel Selbstvertrauen nach Eisenach reisen. Ich glaube, dass wir bereit sind für diese Aufgabe.“

Lübbeckes Trainer, der nur auf den verletzten Jung-Rechtsaußen Marvin Mundus verzichten muss, ist überzeugt: „Wir haben mehr individuelle Qualität als die Eisenacher. Das ist Fakt. Nur haben sie halt auch extrem viel Herz. Sie haben gemerkt, dass sie Spiele mit dieser Leidenschaft und unter diesen Umständen gewinnen können. Sie glauben an sich. Und da reicht es für uns nicht, zu wissen, dass man Qualität hat, sondern wir müssen sie auch zeigen.“

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