Nach zuvor sechs Begegnungen ohne Niederlage reißt die jüngste Erfolgsserie des Zweitligisten TuS N-Lübbecke Spiel und Wette verloren

Lübbecke (WB). Spiel verloren, Erfolgsserie gerissen, Wette verloren: TuS-Geschäftsführer Torsten Appel und Beiratsvorsitzender Armin Gauselmann warteten beim 22:27 (11:12) des TuS N-Lübbecke gegen den Tabellendritten ASV Hamm-Westfalen erst gar nicht bis zur Schlusssirene.

Von Hans Peter Tipp
Linksaußen Jens Bechtloff im Duell mit Felix Storbeck: Der TuS-Routinier erzielt gegen Hamm fünf Treffer.
Linksaußen Jens Bechtloff im Duell mit Felix Storbeck: Der TuS-Routinier erzielt gegen Hamm fünf Treffer. Foto: Oliver Krato

Schon fünf Minuten bevor die Niederlage endgültig aktenkundig war, entschieden die Top-Funktionäre des Handball-Zweitligisten, dass die bei der Luzi-TuS-Wette versprochenen Freigetränke ausgeschenkt werden sollen, obwohl die angepeilte Zuschauerzahl von 1750 deutlich verfehlt worden war. Gekommen waren in die Merkur-Arena am Freitagabend lediglich 1468 Handballfans.

„Wir haben die Wette klar verloren, aber es erschien uns gerechtfertigt, die Getränke als eine Art Trostpflaster herauszugeben, denn unsere Leistung war an diesem Abend nicht gut”, sagte Appel. Die Zuschauerresonanz bezeichnete er als „ernüchternd“, die Aktion als solche bewertete der Geschäftsführer aber ausnahmslos positiv: „Was mit Sicherheit geklappt hat, ist, dass wir mit unserer Wette in aller Munde waren.“

„Vielleicht waren wir auch etwas zu übermotiviert“

Auch die sportlich Verantwortlichen des TuS N-Lübbecke waren mit dem Verlauf des Abends nicht zufrieden. Statt sich in der Tabelle noch ein Stück näher an die Spitzenmannschaften heranzupirschen, wurde der TuS-Vormarsch nach zuvor sechs Spielen ohne Niederlage von den Gästen aus Hamm gestoppt: „Über die gesamte Spielzeit betrachtet hat Hamm ohne Zweifel verdient gewonnen“, gab TuS-Trainer Emir Kurtagic zu, dass sein Team nicht den besten Tag erwischt hatte: „Vielleicht waren wir auch etwas zu übermotiviert.“

Zunächst lief es ja auch ganz prächtig. Die Gastgeber starteten mit viel Selbstvertrauen in die Partie und drückten der Begegnung in der Anfangsphase ihren Stempel auf. Marko Bagaric erzielte den ersten Treffer der Partie. Peter Strosack stellte mit einem Doppelpack zum 3:1 die Zwei-Tore-Führung her, die Jens Bechtloff per Siebenmeter in der sechsten Minute auf 4:1 ausbaute.

„Das waren Geschenke, die der Gegner temporeich in Treffer umgesetzt hat“

Hamms Trainer Kay Rothenpieler musste bereits früh reagieren und nahm bereits nach zehn Minuten eine Auszeit, um seine Spieler noch einmal einzustimmen. Obwohl die Gäste kurzfristig auf 3:4 verkürzten, blieb der TuS vorerst am Drücker und führte beim 7:4 erneut mit drei Treffern. Doch der Elan und die Zielstrebigkeit dieser Viertelstunde kamen den Lübbeckern im weiteren Verlauf nach und nach abhanden. Das beobachtete auch Trainer Kurtagic: „Nach unserer 7:4-Führung geben wir aber leichtfertig vier Bälle ab. Das waren Geschenke, die der Gegner temporeich in Treffer umgesetzt hat.“

Hamm jedenfalls nutzte die Gelegenheit, war in Windeseile wieder zurück in der Partie und erzielte fünf Tore in Serie zur 9:4-Führung. Damit hatten die Gäste auch das Heft des Handelns übernommen: Hamm legte vor, und der TuS lief nur noch hinterher. Zwar gelang es den Hausherren, vom 9:9 bis zum 13:13 immer wieder auszugleichen. Bis zu Bechtloffs Anschlusstreffer zum 17:18 (46.) waren die Hausherren in Schlagdistanz, danach musste der TuS aber abreißen lassen. In der Schlussviertelstunde kam Lübbecke allerdings nicht mehr für den Sieg in Frage.

„In der 2. Halbzeit hat Hamm das Spiel delegiert“

„Dank unserer zunehmend starken Deckung inklusive der Torwartleistung und nicht zuletzt auch mit viel Tempo, um den TuS müde zu spielen, gelingt uns schließlich ein verdienter Sieg“, urteilte Gästetrainer Rothenpieler. Kurtagic konnte nicht widersprechen und sagte: „In der 2. Halbzeit hat Hamm das Spiel delegiert, das Tempo wurde vom ASV bestimmt. Wir haben dann gut gekämpft, aber es reichte heute Abend einfach nicht mehr.“

In der Tabelle rutschte der TuS durch die Niederlage um einen Platz auf den achten Rang ab. Am kommenden Samstag steht beim traditionell heimstarken ThSV Eisenach eine schwere Auswärtsaufgabe auf dem Programm, ehe am 14. Dezember der HSV Hamburg nach Lübbecke kommt.

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