2. Handball-Bundesliga: Dener Jaanimaa einigt sich mit Verein auf Vertragsauflösung Die nächste Trennung beim TuS N-L

Lübbecke (WB). Vieles passt nicht beim TuS N-Lübbecke. Und das nicht nur sportlich. Die Verantwortlichen des heimischen Zweitligisten greifen nun verstärkt ein, ziehen gleich mehrfach die Notbremse.

Von Volker Krusche
Ist zuletzt durch Lustlosigkeit aufgefallen: Dener Jaanimaa, unbestritten mit großen Qualitäten gesegnet, wird den TuS N-Lübbecke vorzeitig nach dieser Saison verlassen.
Ist zuletzt durch Lustlosigkeit aufgefallen: Dener Jaanimaa, unbestritten mit großen Qualitäten gesegnet, wird den TuS N-Lübbecke vorzeitig nach dieser Saison verlassen. Foto: Oliver Schwabe

Nach der kurzfristigen Freistellung von Trainer Aaron Ziercke folgte gestern die nächste Personalentscheidung: Dener Jaanimaa wird im Sommer gehen!

Verein und Spieler haben sich bereits Mitte vergangener Woche auf die Auflösung des noch über die laufende Saison hinaus bis 30. Juni 2021 gültigen Vertrags geeinigt. Das bestätigte Geschäftsführer Torsten Appel: »Ich lege dabei Wert darauf, dass wir bereits letzte Woche alles geklärt haben und die Entscheidung nichts, aber rein gar nichts mit der Trennung von Aaron Ziercke zu tun hat. Dener war auf uns mit der Anfrage herangetreten, ob es die Möglichkeit gäbe, dass er vorzeitig gehen könnte«, so Appel.

Neuer Verein ist offenbar Motor Zaporozhye

Erst zu diesem Zeitpunkt habe man sich mit der Personalie Jaanimaa befasst und dabei auch mit dem neuen Trainer Emir Kurtagic Rücksprache gehalten. »Wir hatten bis dahin weiter mit ihm geplant und wollten ihn mit Blick auf die neue Saison nicht loswerden.« Nun endet im Sommer Jaanimaas Story in Deutschland, denn der Spieler wechselt anschließend ins Ausland, wie Appel bestätigte. Nach Informationen dieser Zeitung könnte Motor Zaporozhye aus der Ukrainer das Ziel sein.

Jaanimaa selbst hatte in der Öffentlichkeit schon im vergangenen Jahr deutlich gemacht, den TuS lieber heute als morgen verlassen zu wollen. Irgendwie wurde man in Lübbecke dabei das Gefühl nicht los, als sei er nie richtig am Wiehen angekommen. Die Monate in der 1. Bundesliga schienen das anfänglich noch etwas zu überspielen, doch spätestens mit dem Serienstart im Unterhaus war nicht zu übersehen: Wohlfühlen sieht anders aus.

Und der Linkshänder, der unbestritten über große handballerische Qualität verfügt, die er nur zu selten zeigt, trieb im Winter seinen vorzeitigen Abgang voran, wurde aber, bevor er offiziell anfragte, von Vereinsseite mit seinem bestehenden Vertrag konfrontiert. Viele Fans sahen und sehen in Dener Jaanimaa auf dem Parkett einen Eigenbrötler. Der 29-Jährige war bislang nur sehr schwer in ein Mannschaftskonzept einzubinden, agierte oft zu egoistisch und wirkte bei seinen jüngsten Vorstellungen sogar lustlos. Aaron Ziercke beließ ihn zuletzt verstärkt auf der Bank, schickte stattdessen Jo Gerrit Genz auf die Platte.

Nicht verborgen geblieben war auch ein Zwist zwischen dem Esten und Lukasz Gierak, was dem Mannschaftsspiel der Lübbecker ebenfalls alles andere als gut tat.

Wurde Jaanimaa von Ziercke zuvor suspendiert? Appel: »Kein Kommentar«

Was zuletzt dann vorgefallen sein soll, ist zwar nicht bekannt. Nach Informationen dieser Zeitung soll Dener Jaanimaa aber von Trainer Aaron Ziercke suspendiert worden sein. Eine Bestätigung hierfür gab es seitens des TuS N-Lübbecke nicht. Geschäftsführer Torsten Appel wollte weder dementieren noch bestätigen. »Dazu werde ich mich nicht keiner Weise äußern. Was intern ist, das bleibt auch intern!«

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Wir haben mit Lukasz Gierak einen Vertrag über die Saison hinaus. Mehr ist dazu nicht zu sagen.

Torsten Appel, Geschäftsführer des TuS N-Lübbecke

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Groß ist indes die Wahrscheinlichkeit, dass Lukasz Gierak auch in der neuen Saison am Wiehen spielen wird. Trotz der großen Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit in seinen Leistungen. Appel: »Wir haben mit ihm einen Vertrag über die Saison hinaus. Mehr ist dazu nicht zu sagen.«

Zu weiteren Personalien wollte der TuS-Geschäftsführer gestern nichts sagen. Fakt ist jedoch, dass nun noch eine Nummer eins im rechten Rückraum und der gewünschte Führungsspieler her müssen. »Mit einem neuen Mann auf Halbrechts befassen wir uns erst ab jetzt. Wir konnten schließlich nicht agieren, bevor wir die Angelegenheit mit Dener Jaanimaa geklärt hatten.«

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