Donnerstag treffen Nils Torbrügge (TuS N-Lübbecke) und Sören Südmeier (GWD Minden) aber aufeinander Ziemlich beste Freunde

Lübbecke/Minden (WB). Die Trikots sind nicht mehr die gleichen, die Freundschaft ist aber geblieben. Nils Torbrügge (25) vom TuS N-Lübbecke und Sören Südmeier (26) von GWD Minden verbindet mehr als sieben Jahre in einer Mannschaft. Am Donnerstag muss das allerdings kurzzeitig ausgeblendet werden, wenn das 67. Mühlenkreis-Derby angepfiffen wird (18.30 Uhr, Merkur-Arena).

Von Marc Schmedtlevin
Nur im Derby ruht die Freundschaft zwischen Lübbeckes Nils Torbrügge (links) und Mindens Sören Südmeier.
Nur im Derby ruht die Freundschaft zwischen Lübbeckes Nils Torbrügge (links) und Mindens Sören Südmeier. Foto: Göbel; Eibner

Es dürfte zu einigen direkten Aufeinandertreffen zwischen Innenblockspieler Torbrügge und Mittelmann Südmeier kommen. Eine noch ungewohnte Situation, mit der aber beide Akteure zurechtkommen müssen und können. »Dann wird die Freundschaft eben einmal für 60 Minuten ruhen«, sagt Torbrügge. Viel wichtiger sei jedoch, dass das Duo auch hinterher den gewohnten Kontakt pflegen würde.

Gemeinsame Aufstiege 2012 und 2016

Kommuniziert wird per Anruf oder Handy-Nachricht. Wenn es die Trainings- und Spielpläne zulassen, treffen sich Torbrügge und Südmeier aber auch regelmäßig in Minden. »Man trinkt einen Kaffee zusammen – oder auch mal ein Bierchen außerhalb der Spielzeit«, berichtet Südmeier.

Logisch, dass der Handball bei diesen Treffen nicht vergessen wird. »Wir tauschen uns natürlich über die Liga und die eigenen Mannschaften aus«, erzählt Torbrügge. Auch andere Themen dürfen aber gerne besprochen werden. »Wir können das ganz gut trennen. Unser Leben dreht sich ja schon genug um den Handball«, ergänzt Südmeier, der mit Torbrügge die Aufstiege aus den Jahren 2012 und 2016 sowie die eine oder andere Geschichte gerne noch einmal aufleben lässt.

Schließlich spielten beide nach ihren Wechseln zu GWD (2008) sieben Jahre im selben Team. Im Sommer 2016 wechselte Torbrügge dann zum TuS.

»Stammtisch« mit Freitag und Fuchs

Dass die gemeinsame Mindener Zeit nicht vergessen ist, macht auch der »Stammtisch«, wie Südmeier ihn nennt, deutlich. Dann sind auch die Ex-GWD-Spieler Florian Freitag und Markus Fuchs mit dabei. Das letzte Treffen habe es gerade vor zwei Wochen gegeben.

Es handele sich um eine Runde, die früher häufiger zusammenkam. Torbrügge und Freitag bildeten eine Wohngemeinschaft, die Kollegen waren regelmäßig zu Gast. »Es war eine Anlaufstelle«, erinnert sich Südmeier.

Kämpfer Torbrügge – Spielmacher Südmeier

So groß die Gemeinsamkeiten privat auch sind, auf dem Spielfeld gehen die Charaktere von Torbrügge und Südmeier doch auseinander. Dies liegt unter anderem an den verschiedenen Position und auch an Torbrügges Rolle als TuS-Kapitän.

»Nils ist ein Kämpfer, der sich durch seine Abwehrstärke auszeichnet. Ich finde, dass er es auch im Angriff sehr gut macht – auch wenn das vielleicht manche infrage stellen«, sagt Südmeier über den Kumpel. Andersherum sieht Torbrügge in Südmeier »einen ganz ruhigen Zeitgenossen«. Er sei ein Spielmacher, der für seine Nebenleute agiere.

Und mittlerweile könne Südmeier sogar decken. »Das konnte er früher nämlich gar nicht«, stichelt Torbrügge und bekommt gleich Südmeiers Antwort: »Ich bin früher nie in der Abwehr zum Einsatz gekommen, deswegen konnte ich da ja nur besser werden.«

»GWD hat den Klassenverbleib quasi schon sicher«

Gemeinsam hat das Duo wiederum die Vorfreude auf den Donnerstagabend. Es sei kein Spiel wie jedes andere. »Es ist eines der Highlights der Saison«, sagt Südmeier, für den es das erste Derby in dieser Saison sein wird. Beim Hinspiel hatte er aufgrund einer Bauchmuskelverletzung pausieren müssen. Den 21:18-Erfolg habe er aber auch von der Bank aus genießen können.

Dafür, dass Südmeier nicht ein zweites Mal jubeln kann, will Torbrügge mit seinen Lübbecker Kollegen sorgen. »Wir wollen und müssen gewinnen. Ein Sieg könnte bei uns für einen zusätzlichen Schub mit Blick auf die Vorbereitung und das neue Jahr sorgen«, sagt der TuS-Kapitän.

Und eine Revanche vor eigenem Publikum für das erste Aufeinandertreffen mit einer ganz schwachen ersten TuS-Halbzeit würde nun sowieso gut tun. Ein Hindernis dürfte allerdings die gute Form der Mindener sein, die auch Torbrügge zur Kenntnis genommen hat: »GWD hat den Klassenverbleib quasi schon sicher und wird mit breiter Brust auftreten.«

Derby kommt zur richtigen Zeit

Das Derby komme aus Torbrügges Sicht dennoch genau zum richtigen Zeitpunkt , denn in dieser Partie werde es auf Emotionen und die Tagesform ankommen. »Ich habe schon einige Derbys erlebt: Einen klaren Favoriten gibt es nicht«, sagt Torbrügge.

Das sieht auch Südmeier so: »Das Derby hat seine eigenen Gesetze, deswegen bringt uns der Tabellenstand gar nichts. Eine klare Sache für eine Mannschaft würde mich überraschen.«

Weniger überraschen würde es dagegen, wenn Torbrügge und Südmeier nach der Partie zu einer Umarmung und einem netten Plausch zusammenkommen. Die Freundschaft wird schließlich auch nach dem direkten Duell bestehen bleiben.

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