Bundesliga: Gegen Lemgo hängt viel vom Lübbecker Angriffsspiel ab Ein Außenseiter mit Chancen

Lübbecke (WB). »Auf ein schwaches Spiel haben wir bislang immer die passende Antwort parat gehabt und eine gute Leistungen folgen lassen.« Beim TuS N-Lübbecke setzt man vor dem ersten Ostwestfalen-Duell gegen den TBV Lemgo (19 Uhr Merkur-Arena) auf das bisherige Gesetz der Serie.

Von Volker Krusche
Der Kapitän möchte seine Mannschaft gegen Lemgo zum Sieg führen: Nils Torbrügge wird sicher vorbildlich kämpfen.
Der Kapitän möchte seine Mannschaft gegen Lemgo zum Sieg führen: Nils Torbrügge wird sicher vorbildlich kämpfen. Foto: Oliver Schwabe

Keine Frage, die Gewichte vor diesem regionalen Evergreen sind in dieser Saison deutlich verteilt. Auf der einen Seite die Lipper, die mit ihren 15:17 Punkten vor dem letzten Hinrundenspiel als aktueller Tabellenneunter eine sehr beachtliche Serie hingelegt haben, auf der anderen Seite Gastgeber TuS N-Lübbecke, der zwar den Kontakt zu den Mitaufsteigern nicht hat abreißen lassen und weiterhin im Geschäft um den Klassenverbleib ist, aber eben erst sechs Punkte auf seinem Konto hat. Umso wichtiger wäre es, wenn es dem letztjährigen Zweitligameister gelänge, daheim mal so richtig einen rauszuhauen und aus der unbestrittenen Außenseiterrolle zwei ganz wichtige Punkte mitzunehmen. Doch dazu wird gegen die in diesem Jahr erstaunlich gereift wirkenden und starken Lipper eine über 60 Minuten konzentrierte und mit viel Leidenschaft gewürzte Topleistung erforderlich sein.

Muskelfaserriss bei Bagaric bestätigt

Insbesondere aufgrund des Handicaps, dass sich die Oberschenkel-Verletzung von Marko Bagaric nun doch als Muskelfaserriss erwies und in den verbliebenen drei Partien des Jahres 2017 ausfallen wird. Mit ihm – selbst wenn er phasenweise mit seinen Würfen noch so streute – haben die Lübbecker ihren einzigen Schützen verloren, der aus der Distanz werfen und den Gegner damit zwingen kann, nicht zu defensiv zu stehen.

»Klar birgt das die Gefahr, dass Lemgo und anschließend auch Minden ihre ohnehin kompakte 6:0-Abwehr nun an die Linie kleben. Aber dann müssen wir konsequent unsere taktischen Vorgaben erfüllen«, so Trainer Aaron Ziercke. Der richtete »trotz unserer schlechtesten Saisonleistung« nach Samstag den Blick sofort nach vorn. »Viel Zeit zum Nachdenken bleibt nicht, wohl aber genug zum Aufarbeiten.« Man müsse vielmehr das Gute aus den vorherigen Partien in den Vordergrund rücken. »Da haben wir doch gesehen, was geht, wenn wir es richtig anfangen.« Gemeint ist das Tempospiel – nicht nur aus der eigenen Abwehr heraus. »Vorne müssen wir Geschwindigkeit aufnehmen, uns ohne Ball entsprechend bewegen. Aber nur, wenn bei allen das Timing stimmt, verpufft der Angriff nicht«, so Ziercke weiter. Gegen Lemgo seien aber noch andere Dinge gefordert: Leidenschaft, Kampf, Herz! »Und wer damit Probleme hat, muss sich von unseren tollen Fans mitreißen lassen. Anders wird es nicht gehen. Wir brauchen Emotionen in diesem Duell.«

Fabian van Olphen blüht mit 36 richtig auf

Taktisch habe er schon etwas ausgetüftelt, will das aber im Vorfeld natürlich nicht verraten. »Fakt ist, dass wir vorn Lemgos Abwehr beschäftigen müssen. Und hinten wird man sehen, ob ich einen gegnerischen Spieler herausnehmen oder aber einen Mannschaftsteil besonders angreifen werde.« Gut möglich, dass er die Achse mit Fabian van Olphen und Mittelmann Andrej Kogut oder die mit Kogut und Linkshänder Isaias Guardiola stören will, die zuletzt neben der ohnehin bärenstarken Defensive wichtige Akzente gesetzt hat. Überhaupt liefert »Tulpe« van Olphen, den auch der TuS N-Lübbecke vor der Saison hätte haben können, trotz seiner 36 Jahre eine Riesensaison ab. Ziercke: »Er trifft richtige Entscheidungen und führt seine jungen Nebenleute sehr gut.«

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