Fußball: Edgar Bernhardt feiert den nächsten großen Erfolg in seiner Karriere
„Ohne den Ball kann ich einfach nicht“

Altkreis Lübbecke (WB). Alter schützt vor Leistung nicht: Auch mit 34 Jahren lassen sich noch Premieren feiern. Das durfte nun Edgar Bernhardt erfahren. Der in Levern aufgewachsene Fußballer gewann mit seinem aktuellen Klub FK Dordoi vorzeitig die kirgisische Meisterschaft.

Donnerstag, 01.10.2020, 15:48 Uhr aktualisiert: 03.10.2020, 13:18 Uhr

Der internationale Fußball-Wanderer ist es der nächste große Erfolg auf seiner beeindruckenden Reise über die Fußball-Plätze dieser Welt. Erst im Juli 2020 wechselte „Eddy“ von Abahani Limited Dhaka aus Bangladesch zum FK Dordoi Bishket in die „Heimat“. Bernhardt hat neben der deutschen auch die kirgisische Staatsbürgerschaft, absolvierte mittlerweile 36 Länderspiele für Kirgisistan. Im vergangenen Jahr konnte sich die Nationalmannschaft – mit dem ehemaligen Altkreis-Kicker (TuS Levern, FC Preußen Espelkamp) – sogar für den Asien-Cup qualifizieren. Zum ersten Mal überhaupt in der Geschichte des Landes. Dieser Erfolg ebnete indirekt auch den Weg Bernhardts, denn Trainer sowohl in der Nationalelf als auch bei seinem (neuen) Verein: Aleksandr Krestinin. Mittelfeldspieler Bernhardt weiß genau, was er an Krestinin hat – und dieser umgekehrt ebenfalls: „Wir verstehen uns bestens, Alex weiß sehr gut, wie ich ticke. Besser hätte es gar nicht laufen können“, sagte der zweifache Vater.

Mein erster Ligatitel bedeutet mir natürlich unglaublich viel!

Edgar Bernhardt

Der Erfolg spiegelte sich nun auch in der Shoro Premier Liga wieder. Bernhardt avancierte nach seinem Wechsel sofort zum Stammspieler und Leistungsträger, nach seiner Ankunft setzte es in elf Ligaspielen acht Siege bei nur zwei Unentschieden und lediglich einer Niederlage. Damit ist der FK Dordoi einen Spieltag vor Saisonende nicht mehr von der Konkurrenz aus Alga Bishkek oder Neftchi abzufangen und durfte damit die vorzeitige Meisterschaft bejubeln. „Mein erster Ligatitel bedeutet mir natürlich unglaublich viel“, schwärmt Bernhardt. „Daher will ich den Verantwortlichen und allen Beteiligten für das große Vertrauen danken, dass mir und all meinen Mitspielern entgegengebracht wurde. So ein Erfolg ist nur als Team machbar - und genau diesen Zusammenhalt haben alle im Klub vom ersten Tag an vorgelebt.“ Gemeinsam mit seiner Frau Malika ist „Eddy“ in deren Heimat zurückgekehrt und fühlt sich inzwischen pudelwohl in Kirgisistan. „Das Land ist ziemlich unterschätzt. Wir haben tolle Landschaften, herrliche Berge und Seen mit kristallklarem Wasser“, weiß Bernhardt sein neues Zuhause zu schätzen. Bis Ende des Jahres läuft der Vertrag noch, eine Verlängerung scheint derzeit die wahrscheinlichste Option zu sein.

Dem Fußball habe ich immer alles untergeordnet und auch alles zu verdanken, was ich bisher erleben durfte.

Edgar Bernhardt

Für Bernhardt ist klar: „Ich will und werde dem Fußball verbunden bleiben. Meine aktive Karriere wird – auch wenn ich mich topfit fühle und dafür alles tue – mit großer Sicherheit nicht mehr ewig gehen. Aber dem Fußball habe ich immer alles untergeordnet und auch alles zu verdanken, was ich bisher erleben durfte. Ohne den Ball kann ich einfach nicht.“ Der Verband habe ihm zum Beispiel bereits mehrfach eine Stelle als Jugendtrainer angeboten. „Eine durchaus tolle Option“, schätzt Edgar die Offerte. „Bisher kam diese Aufgabe allerdings noch nicht in Frage, weil ich offen für alle weiteren Alternativen und Ideen sein möchte.“

Ich würde liebend gerne noch einmal den afrikanischen Kontinent kennenlernen. Profi in Südafrika, zum Beispiel bei den Pirates in Johannesburg – was könnte es Geileres geben?

Edgar Bernhardt

Und ein letzter Traum, den sich der Weltenbummler - nach Stationen in Deutschland, Polen, Holland, Thailand, Oman, Finnland, Malaysia, Bangladesch und Kirgisistan - noch erfüllen will? „Ich würde liebend gerne noch einmal den afrikanischen Kontinent kennenlernen. Profi in Südafrika, zum Beispiel bei den Pirates in Johannesburg – was könnte es Geileres geben?“ Doch in den aktuellen Zeiten der weltweiten Corona-Pandemie weiß Bernhardt natürlich um die Schwierigkeiten, seinen Traums auch zu verwirklichen: „Im Moment ist das leider nicht realistisch. Und ich bin mit dem glücklich, was ich hier mit meiner Familie aktuell habe. Aber man sollte niemals nie sagen, das habe ich in meiner Karriere inzwischen oft genug erlebt.“ Bis dahin wird sich der Profi mit der Rückennummer 28 vorerst weiterhin von den Fans des FK Dordoi feiern lassen. Auf seinen Social-Media-Profilen nahmen die Gratulationen überhaupt kein Ende, die Kirgisen liegen Edgar Bernhardt und seinem Team zu Füßen. Zu Meister-Füßen!

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