1. Rollstuhlbasketball-Bundesliga: Unnötige 64:71-Niederlage gegen München Baskets Rahden brechen ein

Rahden (WB/are). Es sollte der große Befreiungsschlag werden. Es wurde stattdessen der große Rückschlag. Die Baskets 96 Rahden verloren ihr Heimspiel in der 1. Rollstuhlbasketball-Bundesliga gegen RBB München Iguanas mit 64:71.

Rahdens Cristian Gomez streckt sich, dennoch setzte es gegen München eine Niederlage.
Rahdens Cristian Gomez streckt sich, dennoch setzte es gegen München eine Niederlage. Foto: Pollex

Es war ein katastrophaler 2:15-Lauf, der die Niederlage besiegelte. Wieder hatten die heimischen Korbjäger eine minutenlange Schwächephase, die in dieser Form in der 1. Bundesliga nicht zu verkraften ist.

Dabei hatte es lange Zeit so gut ausgesehen. Mit einem ordentlichen Auftritt sorgte Rahden bis zum Ende des ersten Viertes für eine 17:8-Führung. Eine gute Defensivarbeit und 47 Prozent Wurfquote sorgten für den Vorsprung, während München nur 23 Prozent der Würfe traf. Das zweite Viertel avancierte dann anfangs zu einer zerfahrenen Angelegenheit. Beide Mannschaften zeigten große Unkonzentriertheiten im Spielaufbau und im Abschluss, dennoch hielt Rahden die Führung bis zum 22:13. Dann kämpfte sich München binnen weniger Momente auf 22:23 heran, die Partie war wieder komplett offen. Beim 29:30 kurz vor dem Halbzeitpfiff gerieten die Gastgeber das erste Mal in Rückstand, mit einem 30:32 ging es schließlich in die Pause.

Klare Führung im vierten Viertel

Beim 41:41 konnte Rahden durch Jack Gibbs ausgleichen, danach sorgten Cristian Gomez – dieses Mal unter dem Korb nicht so wirkungsvoll -, Mimoun Quali und Maximiliano Ruggeri mit ihren Punkten für ein 49:46 nach dem dritten Viertel. Die Gastgeber schienen in der Spur zu sein und als dann Gibbs mit vier Punkten nacheinander zum 57:50 erhöhte, sah es für die Baskets 96 gut aus. Spätestens als der Argentinier Ruggeri mit einem wildem Dreier zum 60:50 traf, schien der so wichtige Heimsieg sieben Minuten vor Schluss greifbar nahe.

Auch 60 Sekunden später sah es beim 62:54 gut aus. Was aber dann geschah, war aus Rahdener Sicht wieder einmal unerklärlich. Denn zwei Minuten vor Schluss stand es plötzlich 64:64. München legte nach, verwandelte zwei Freiwürfe zum 66:64. Und die Baskets? Sie zeigten sich völlig von der Rolle – hektisches Aufbauspiel, unkontrollierte Würfe, eine schwache Defensive. Daraus resultierte, dass die Gäste aus dem Süden auf 71:64 davonzogen.

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Was wir in den letzten zehn Minuten gezeigt haben, war der Bundesliga nicht würdig

Mimoun Quali

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»Das ist ein ganz, ganz bitterer Tiefschlag«, konstatierte Rahdens Trainer Josef Jaglowski nach der Niederlage. Auch der spielende Co-Trainer Mimoun Quali konnte es nicht fassen: »Wir hatten gehofft, nach dem erfolgreichen Pokalwochenende neues Selbstvertrauen getankt zu haben. Was wir heute aber in den letzten zehn Minuten gezeigt haben, war der Bundesliga nicht würdig.«

Der erneute Einbruch kostete ungemein wichtige zwei Punkte im Abstiegskampf. Rahden ist weiterhin Tabellenvorletzter, hat jetzt allerdings bereits vier Zähler Rückstand auf das rettende Ufer – bei selbst erst zwei eingefahrenen Punkten. Die Negativspirale seit der knappen Niederlage gegen den Dauerrivalen Hannover muss unbedingt gestoppt werden, wollen die heimischen Korbjäger auch in der kommenden Saison in der ersten Liga spielen.

Gestartet werden sollte die Aufholjagd schon am kommenden Wochenende in Trier. Ob das gegen die zweitplatzierten Doneck Dolphins allerdings gelingt, scheint bei den aktuellen Leistungsschwankungen doch sehr fraglich zu sein.

Baskets 96 Rahden: Lasmans, Gomez (14), Friesen, Fakic (5), Gibbs (16), Forell, Beissert (5), Ruggeri (18), Quali (6), Cajo

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