45. Mindener Volkslauf: Sandra Weise verpasst den Start, läuft hinterher und macht den Gesamtsieg in der Mühlenkreisserie perfekt
»Es war die Hölle!«

Minden/Lübbecke (WB). Das Thermometer im Weserstadion zeigt 34 Grad an. Schatten-Temperatur, versteht sich. Doch ein schattiges Plätzchen auf den drei ausgeschriebenen Strecken des 45. Mindener Volkslaufs, der zugleich als sechster Lauf der diesjährigen Mühlenkreisserie gewertet wird, suchen die Aktiven vergebens. Kein Wunder, dass sich am Ende die Zahl der gemeldeten Teilnehmer (1.365) deutlich von der der Finisher (992) unterscheidet. »Es war die Hölle« fasst es der letztjährige Langstrecken-Gesamtsieger Jan Isendahl zusammen.

Sonntag, 01.09.2019, 20:28 Uhr aktualisiert: 02.09.2019, 10:06 Uhr
Riesenstarterfelder beim 45. Mindener Volkslauf. Allein auf der Kurzstrecke über 5,6 Kilometer gingen 753 Meldungen ein. Foto: Volker Krusche

Mindener Volkslauf 2019 - 6. Lauf der Mühlenkreisserie

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Foto: Volker Krusche
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Die Helfer des Deutschen Roten Kreuzes haben im Gegensatz zu vorherigen Auflagen der Traditionsveranstaltung diesmal alle Hände voll zu tun. Die Anstrengung ist den Läuferinnen und Läufern beim Überqueren des Zielstrichs deutlich anzumerken. Selbst »Lauffloh« Silke Rösener aus Hille, deren Markenzeichen es eigentlich ist, ihre Rennen mit einem charmanten Lächeln im Gesicht zu beenden, ist völlig fertig, taumelt sogar in die Arme der vielen Helfer, die der SV 1860 Minden auf der Strecke und Ziel aufbietet. Rösener: »Ich habe es völlig unterschätzt, dass mir mein erster ­Triathlon, den ich vor einer Woche bestritten habe, noch in den ­Knochen steckt.«

»Ein Lauf am Limit«

Es kommen aber noch zwei andere Sachen hinzu: »Anstatt mein eigenes Rennen zu laufen, bin ich das hohe Tempo an der Spitze mitgegangen. Zu allem Überfluss hatte ich bei Kilometer sieben auch noch Oberschenkelprobleme, hatte Angst, dass der Muskel zumacht. Da bekam ich schon ein wenig Panik. Es war für mich auf jeden Fall ein Lauf am Limit!« So etwas sei ihr bislang noch nie passiert. »Aber ich werde meine Lehren daraus ziehen.« Nach wenigen Minuten Erholung und dem Auffüllen des Flüssigkeitshaushalts gibt sich Rösener schon wieder kämpferisch: »In Wasserstraße werde ich auf jeden Fall laufen. Porta könnte aufgrund meines USA-Urlaubs eng werden. Aber ich bis zuversichtlich, die Gesamtwertung wieder zu holen.«

Die hat Sandra Weise seit Samstag in der Tasche. Sie kommt zwar »nur“ als Dritte ins Ziel, die beiden vor ihr liegenden Athletinnen zählen aber nicht zur Mühlenkreisserie. Fünf Siege bei fünf Starts – der Titel ist der zierlichen Läuferin des ATSV Espelkamp nicht mehr zu nehmen. Dabei ist Weise insgesamt sogar die Zweit- und nicht die Drittschnellste. Zumindest wenn man die Nettozeit betrachtet. Warum? »Weil ich den Start verschlafen habe. Ich wollte noch zur Toilette, dachte, es sei nur der Startschuss für die zehn Kilometer erfolgt.« Ist er aber nicht. Vielmehr sind die Halbmarathonis auf die »Strecke ohne Schatten« geschickt worden. Sandra Weise schaut sich um, sieht keines der gewohnten Gesichter mehr. Die sind längst aus dem Marathon-Tor in Richtung Weser unterwegs. »Da bin ich schnell zum Start gelaufen, habe mich kurz erkundigt und bin dem Feld dann mit mehr als zwei Minuten Rückstand hinterher gejagt. Das ist mir noch nie passiert.«

In die Überholspur gewechselt

Auf der Strecke habe sie schnell in die Überholspur gewechselt. »Ich fühlte mich gut, aber die Spitze war natürlich weg. Sonst wäre auch der Sieg möglich gewesen.« Am Ende wird die Mühlenkreissiegerin Dritte. Und als wäre der verpasste Start noch nicht genug gewesen, »hat mich kurz vor dem Ziel noch so ein dickes Vieh in die Wange gestochen.«

Nach seinem Gesamtsieg auf der langen Strecke im Vorjahr hat Jan Isendahl sich voll und ganz auf seine Leidenschaft Triathlon konzentriert. »Die komplette Serie zu laufen, ist mir einfach zu hart«, hat er damals seinen Aufstieg begründet. Das bedeutet aber nicht, dass er nicht noch das eine oder andere Mal an den Start gehen würde. Minden 2019 wird ihm aber auf jeden Fall in Erinnerung bleiben. Isendahl schleppt sich förmlich ins Ziel. »Es war die Hölle! Bei so einem Wetter läuft man eigentlich auch nicht. Aber ich habe mich nun mal angemeldet. Und da war es keine Frage, dass ich starte.« Als Fünfter, mit fast elf Minuten Rückstand auf den Sieger das Rennen beendet, reißt er sich das klitschnasse Trikot vom Leib und wringt es erst einmal aus. »Das hat definitiv keinen Spaß gemacht! Von Kilometer 16 an habe ich nur noch gebissen. Da schoss mir schon der Gedanke durch den Kopf, meine Eltern anzurufen und mich abholen zu lassen...«

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