Handball-Bundesliga: Lemgo führt lange, muss sich aber mit dem 24:24 begnügen Minden rettet im Derby einen Punkt

Minden (WB). Punkteteilung im OWL-Handballderby: GWD Minden verhinderte am Ostersonntag beim 24:24 (8:13) im Duell der Tabellennachbarn gegen den TBV Lemgo etwas glücklich eine Niederlage – auch dank einer enormen kämpferischen Steigerung in der Schlussphase.

Von Hans Peter Tipp
Marian Michalczik - hier ein Bild aus dem Spiel gegen die Rhein Neckar Löwen im März - erzielte gegen Lemgo fünf Treffer für die Mindener.
Marian Michalczik - hier ein Bild aus dem Spiel gegen die Rhein Neckar Löwen im März - erzielte gegen Lemgo fünf Treffer für die Mindener. Foto: Thomas F. Starke

Die Lipper ärgerten sich zwar über den aus der Hand gegebenen Sieg, sicherten aber mit dem einen Zähler nun auch praktisch den Klassenerhalt. »Der Abstieg ist nun auch rechnerisch nicht mehr möglich«, betonte TBV-Co-Geschäftsführer Jörg Zereike. Auch Trainer Florian Kehrmann hielt sich nicht lange mit Ärgern auf: »Der Punkt ist hochverdient. Natürlich hätte ich gern zwei mitgenommen. Aber ich mache niemandem einen Vorwurf und ziehe einmal mehr den Hut vor meiner Mannschaft und ihrer Leistung.«

GWD-Kollege Frank Carstens stellte fest: »Das ist ein Punkt, den wir uns gemopst haben – verdient hatten wir ihn nicht wirklich. Aber wir haben uns richtig reingekämpft in die Partie und davor ziehe auch ich den Hut.«

40 Minuten lang dominierten die Lipper die Partie. Donat Bartok gelang das 1:0, und mit der ersten Überzahl erhöhten die Gäste durch zwei Treffer von Isaias Guardiola auf 4:1 (6. Minute). GWD-Trainer Frank Carstens reagierte mit einer frühen Auszeit. Dann kamen die Kreisläufer ins Spiel. Lemgo spielte zum ersten Mal Christoph Theuerkauf frei, Minden antwortete schön über Magnus Gullerud. Lemgo führte 7:4 (16.), weil Torwart Peter Johannesson immer wieder die Hände im Spiel hatte. So stoppte er den freien Linksaußen Mats Korte ebenso wie Aleksandar Svitlica beim Siebenmeter. Auch deshalb führte Lemgo 9:4 und 10:5 (20.)

Kein Vorbeikommen gegen Lemgos Deckung

Carstens versuchte alles, wechselte bis auf seine Außen Korte und Svitlica sämtliche Feldspieler durch, nahm seine zweite Auszeit und brachte nach dem 12:6 für Lemgo durch Tim Hornke (23. Minute) auch mal den siebten Feldspieler. Doch gegen Lemgos Deckung war nur selten ein Durch- und an Johannesson kaum ein Vorbeikommen. Letztendlich brachten sich die Gäste selbst um einen höheren Pausenvorsprung, weil der Ball der 30. Minute bei einem Zuspiel von Guardiola auf Hornke verlorenging und Mindens Andreas Cederholm sogleich auf 8:13 verkürzte. Das Beste für GWD an dieser ersten Halbzeit war, dass sie nach 30 Minuten vorüber war.

Mit zwei Toren nach der Pause machte sich Minden Mut. Doch nach dem 10:13 (32.) und 12:15 (36.) verpuffte der neue Schwung prompt. Lemgo schlug zurück und führte in der 40. Minute nach Patrick Ziekers 19:13 höher als beim Seitenwechsel. Carstens musste die nächste Auszeit opfern. Für GWD begann die Aufholjagd erneut. Nach zwei Treffern zum 15:19 griff Kehrmann mit einer Auszeit ein.

Plötzlich war alles wieder offen

Doch Christoffer Rambo, Luka Zvizej, Marian Michalczik und Svitlica brachten GWD zwischen der 47. und 50. Minute mit vier Treffern in Folge erstmals seit dem 1:2 wieder auf einen Treffer heran. Plötzlich war alles wieder offen, weil sich Lemgo jetzt gegen Mindens offensivere Fünf-zu-Eins-Deckung schwertat. Die Hausherren glaubten wieder an sich, denn auch Kim Sonne-Hansen setzte jetzt Akzente im Tor. Lemgo wackelte. In in der 53. Minute erzielte Svitlica der Ausgleich. Wer hatte daran 15 Minuten zuvor geglaubt?

Lemgo gelang zwar noch das 24:22, doch den Sieg gaben die Gäste trotzdem aus den Händen. Immerhin hatten sie nach Michalcziks 24:24 (60.) den letzten Angriff und drei Sekunden vor Schluss auch den letzten Freiwurf. Theuerkauf aber versuchte es direkt, Sonne-Hansen hielt. Es blieb beim Unentschieden.

GWD-Tore: Rambo 4, Gullerud 3, Michalczik 5, Svitlica 4, Cederholm 4, Bilbija 1, Zvizej 3/2

TBV-Tore: Guardiola 3, Theuerkauf 4, Suton 4, Engelhardt 1, Bartok 4, Zieker 5, Hornke 3

Zuschauer: 3367

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