Lübbeckes Kreisvorsitzender Karl-Heinz Eikenhorst zum Saisonabbruch im Fußballverband Westfalen
„Das wäre das reinste Chaos geworden“

Lübbecke -

Das hat niemanden mehr überrascht: Der Fußballverband Westfalen (FLVW) hat in dieser Woche den Corona-bedingten Saisonabbruch verkündet. Lübbeckes Kreisvorsitzendem tut es „in der Seele weh“, aber eine Alternative sah auch er nicht.

Mittwoch, 21.04.2021, 18:06 Uhr aktualisiert: 21.04.2021, 18:10 Uhr
Karl-Heinz Eikenhorst tut der Saisonabbruch „in der Seele weh“, eine Alternative gab es allerdings auch nicht. Der Vorsitzende des Fußballkreises Lübbecke blickt ab sofort wieder optimistisch nach vorne. „Ich bin guter Dinge, dass wir ab August wieder eine normale Spielzeit bekommen.“ Foto: Notz

Karl-Heinz Eikenhorst findet es extrem bedauerlich. Zum zweiten Mal in Folge muss der Vorsitzende des Fußballkreises Lübbecke in seinem „Revier“ einen Saisonabbruch verantworten. „Das tut mir in der Seele weh. Die Entscheidung war allerdings alternativlos“, sagt er über das vorzeitige Meisterschaftsende in allen Ligen des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes (FLVW) Westfalen im Zuge der Corona-Pandemie.

Die Ständige Konferenz mit Präsidium und 29 Kreisvorsitzenden hatte den Beschluss am Samstag in einer vierstündigen Sitzung gefasst, der am Montag publik gemacht wurde. Der Fußballkreis hatte seine Vereine schon vorab am Sonntag informiert. Weil in keiner Staffel die Hälfte der Spiele absolviert werden konnten, gibt es weder Auf- noch Absteiger.

Bei den Vereinen gibt es viel Verständnis für die nun getroffenen Regelungen.

Karl-Heinz Eikenhorst, Vorsitzender des Fußballkreises Lübbecke

Doch selbst diese Härtefall-Regelung sorgt in Corona-Zeiten nicht für Unmut. „Es gibt viel Verständnis bei den Vereinen. Viele hatten sich ja auch schon gedacht, dass es so kommen wird. Da es rechnerisch durch die Corona-Beschlüsse nicht mehr möglich ist, das 50-Prozent-Ziel im gesamten Verband zu erfüllen, konnte der FLVW den Abbruch beschließen, ohne rechtlich angreifbar zu sein“, erläutert Eikenhorst.

Wichtig sei beim Saisonabbruch das einheitliche Vorgehen im Westdeutschen Fußball-Verband (WDFV). Bereits am vergangenen Freitag hatten die anderen beiden Landesverbände Niederrhein (FVN) und Mittelrhein (FVM) dem Abbruch zugestimmt. Einen Tag später zog der FLVW nach.

Dabei hätten Fußballkreise durchaus ihr „eigenes Ding“ machen können, denn sie besitzen für den Spielbetrieb bis zur Kreisliga A die Durchführungs-Vollmacht. Das Festhalten an einer Saison-Fortsetzung auf Biegen und Brechen wäre aber auch im Altkreis mit etlichen Unsicherheitsfaktoren verbunden gewesen.

„Mir tut es leid für Vereine wie den TuS Gehlenbeck, der vom Aufstieg in die Bezirksliga geträumt hat“, sagt Eikenhorst. Sieben Spieltage fehlten zur Saison-Wertung. „Es wäre aber das reinste Chaos geworden“, so der Fußballkreisvorsitzende mit Verweis auf die Corona-Notbremse, die sich auf einzelne Kommunen unterschiedlich auswirken kann. „Am Ende hätte es so sein können, dass Gehlenbeck zwar auf 17 Spiele kommt, andere Teams aber nicht. Dann wären sie als Tabellenführer ebenfalls nicht aufgestiegen und das wäre dann noch fataler gewesen“, unterstreicht Eikenhorst.

Eikenhorst hofft auf eine „normale Spielzeit“ 2021/2022

Ab sofort blicken die Verantwortlichen wieder nach vorne. „Wenn das aktuelle Impftempo gehalten wird, bin ich guter Dinge, dass wir ab August wieder eine normale Spielzeit bekommen“, sagt der Kreisvorsitzende. Der Rahmenspielplan soll am 15. August starten. Ausnahme: Im Lübbecker Kreispokal, in dem bis auf zwei Partien das Achtelfinale bereits ausgetragen wurde, könnte es je nach Inzidenz-Lage bis Sommer zu einer Fortsetzung kommen. Eikenhorst: „Wir beschließen das zu gegebener Zeit.“

Verworfen wurde in der Ständigen Konferenz der Vorschlag, die absolvierten Partien mit in die neue Saison zu nehmen. „Am 1. Juli startet formal das neue Spieljahr mit in vielen Fällen neu zusammengestellten Teams“, sagt Eikenhorst. So sprach alles für den allerdings schmerzhaften „Cut“. „Wir sind ja dafür da, den Spielbetrieb zu organisieren und nicht abzusetzen“, bedauert Eikenhorst, dass die Pandemie den Amateurfußball nun erneut in die Knie gezwungen hat.

Pflichtfreundschaftsspiele bei besseren Zahlen möglich

Immerhin: Sollten im Frühsommer die Zahlen stimmen, hat der Kreis vor, Pflichtfreundschaftsspiele zu organisieren, um die Kicker bei Laune zu halten. „Jugendtraining mit bis zu zehn Personen in einer Gruppe ist derzeit noch erlaubt“, so Eikenhorst.

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