Kreisliga A: VfB übernimmt mit 4:2 in Schnathorst Platz eins – Kassen trotzdem sauer
Schikane-Vorwurf nach Fabbenstedter Sieg

Lübbecke (WB). Ärger nach dem Abendspiel: Der VfB Fabben­stedt hat in der Fußball-Kreisliga A durch einen 4:2-Erfolg beim SV Schnathorst zwar vorübergehend die Tabellenführung übernommen. Trainer Sven Kassen sprach aber angesichts des schwer zu bespielenden Geläufs von Schnathorster Schikane. Ebenfalls keine Blöße gab sich am Donnerstag der HSC Alswede beim Sieg in Isenstedt, während Titelkandidat SuS Holzhausen beim 2:2 in Frotheim erneut Punkte liegen ließ. Der bisherige Spitzenreiter TuS Gehlenbeck konnte wegen einer Platzsperre nicht antreten. Zwei weitere Partien fielen ins Wasser.

Donnerstag, 08.10.2020, 23:26 Uhr aktualisiert: 09.10.2020, 10:50 Uhr
Alswedes Doppel-Torschütze Tim Hageböke kommt vor einem Isenstedter an den Ball. Der HSC trumpfte wie ein Spitzenteam auf und siegte nach 0:1-Rückstand noch verdient mit 3:1. Die Mannschaft von Jörg Bohlmann ist damit nun Zweiter. Foto: Günter Pollex

SV Schnathorst – VfB Fabbenstedt 2:4 (0:2). Fabbenstedts Trainer Sven Kassen war empört über die Umstände, unter denen seine Mannschaft antreten musste: „Ich nenne es eine Schikane von Schnathorst, auf diesem Weg Punkte sammeln zu wollen. Wir haben im Vorfeld versucht, das Heimrecht zu tauschen. Es war absehbar, dass auf dem Ascheplatz bei solchen Wassermassen kein anständiges Spiel möglich ist. Ich bin froh, dass wir gepunktet haben. Es hätte alles passieren können“, urteilte Kassen. Schiedsrichter Marvin Schnee sah einzig in dem Wasser, das sich in den Ecken des Spielfeldes angesammelt hatte, ein Problem und überließ die Entscheidung über Anpfiff oder Spielabsage den Kapitänen beider Teams. Diese entschieden sich für die Durchführung, weil der ein oder andere Spieler aus einiger Entfernung, Felix Droste beispielsweise extra aus seinem Studienort Remagen, angereist waren. „Wir hatten Heimrecht und haben nun mal kein Flutlicht. Der Platz war auch nicht gesperrt, also haben wir darauf gespielt. Wenn es Sven Kassen absolut nicht passt, kann er ja für einen Kunstrasen oder Flutlicht spenden“, konterte SVS-Interimstrainer Benedikt Ruschmeier.

Fabbenstedt rutschte aber nicht aus, sondern zeigte sich standhaft: Zum 1:0 nickte Timon Schmidt nach einem Standard Rico Müllers aus dem Halbfeld ein (25.). Nachdem einem Schnathorster Innenverteidiger der Ball durch die Beine gerutscht war, schob Felix Droste zum 2:0 für den Favoriten ein (41.).Nach einem Foul an Droste verwandelte Dennis Kahre den fälligen Strafstoß zum Fabbenstedter 3:0 (54.). Mark von Hagen traf nach einem Freistoß von Nicklas Meyers per Kopf zum 4:0 (64.). Zwei Minuten später verkürzte Stefan Becker auf 1:4. Per Direktfreistoß aus 25 Metern stellte SV-Spielertrainer Benedikt Ruschmeier schließlich den 2:4-Endstand her (73.).

TuS Stemwede – BSC Blasheim 3:2 (0:1). In einer Szene, in der es der Stemweder Hintermannschaft misslang, den Ball zu klären, behielt der Blasheimer Marlon Sieveking die Übersicht und brachte die Gäste in Führung (19.). In der zweiten Hälfte legte die Mannschaft von Toni Trucco eine Schippe drauf. Der TuS war nun läuferisch besser und verstand es, die Räume gut zu nutzen, indem die Bälle im Mittelfeld clever verteilt wurden. Jascha Engelbrecht tankte sich auf seiner rechten Außenbahn durch, ging mit hohem Tempo auf den Blasheimer Schlussmann Eric Ehlert zu und netzte ein (61.). Der Spielzug, der zum 2:1 führte, lief ebenfalls über Engelbrecht. Diesmal fand er in Marvin Barbienek einen Abnehmer (63.). Nach einem Kopfballtor von Ernst Vincent ­Lückingsmeyer zum 2:2 war alles wieder offen (70.). Die Gastgeber hielten dennoch an ihrer Linie fest. Es war erneut ein Streich über die rechte Seite, diesmal in Person von Paul Albrecht, der den Siegtreffer brachte. Joel Rybak haute den Ball unter die Latte (88.). „Das war heute ein verdienter Sieg. Meine Mannschaft hat mit einem starken Auftritt auf die schlechte Leistung in Varl reagiert. Wir haben ein hohes Tempo gespielt und der Wille war wieder da“, erhielt die junge Stemweder Mannschaft ein Kompliment ihres Trainers.

Bunde-Team zündet das nächste Flutlicht-Feuerwerk

VfL Frotheim - SuS Holzhausen 2:2 (2:1). „Wochenspieltage liegen uns“, sagte Thorsten Bunde nach weiteren aufregenden 90 Minuten in Frotheim. Nach dem 6:5 gegen Türk Gücü Espelkamp eine Woche zuvor zeigten die Frotheimer unter Flutlicht erneut eine starke Partie. „Holzhausen hatte mehr Chancen und Ballbesitz, aber wir waren immer brandgefährlich“, sagte VfL-Coach Thorsten Bunde nach dem intensiven Duell. Die Gastgeber nutzten ihre erste Chance zur Führung: Nach Vorarbeit von Jan Nentwich brachte Janes Hußmann den Ball zum 1:0 im Kasten unter (19.). Nach dem Ausgleich durch Pascal Hegner (39.) ließ Routinier Sebastian Bollmeier den Außenseiter kurz vor der Pause nach einem Konter noch einmal jubeln: Nachdem SuS-Keeper Pascal Klapper seinen ersten Schussversuch pariert hatte, blieb Bollheimer im Nachsetzen die Ruhe in Person und schob cool zum 2:1 ein (44.). Im zweiten Durchgang investierten die Gäste viel, um nicht mit leeren Händen dazustehen und kamen zum erneuten Ausgleich durch Robin Luca Wolf (76.). Zu mehr reichte es für den SuS aber nicht mehr. „Holzhausen wollte unbedingt. Aber das Unentschieden geht letztlich in Ordnung“, bilanzierte Bunde, der seinem Team eine starke Leistung bescheinigte. „Wir haben kompakt verteidigt und gut umgeschaltet.“

In der ersten Halbzeit sind wir nicht in die Abläufe gekommen. Wir waren viel zu passiv, Nach der Pause kann ich meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Das Gegentor war dann natürlich ein kräftiger Nackenklatscher.

Varls Co-Trainer Luke Jackson nach der 0:1-Niederlage gegen Levern

SpVgg Union Varl - TuS Levern 0:1 (0:0). Fußball paradox in Varl: Die Hausherren lieferten eine schwache erste Halbzeit ab und entgingen gegen bessere Leveraner nur mit Glück einem Gegentreffer. Nach dem Wechsel kamen die Varler dann besser ins Spiel und wären fast in Führung gegangen: Ein Schuss von Oliver Röhe landete an der Latte (55.). Doch gerade als Union Mut gefasst hatte, lief plötzlich alles gegen die Hausherren: Zunächst sah Jens Meier nach Meckern die gelb-rote Karte (60.), dann schlug Levern zu: Eine Freistoß-Hereingabe von Marius Helmich köpfte Ayhan Gören aus sieben Metern mustergültig in den linken Winkel – 0:1 (70.). Kurz zuvor hatte Leverns Gökhan Gören Glück, dass er nach einem Foulspiel nicht ebenfalls mit Gelb-Rot das Feld verlassen musste (69.). Für Varls Co-Trainer Luke Jackson ging das Ergebnis aber letztlich in Ordnung: „Für mich haben wir das Spiel ein Stück weit schon in der ersten Halbzeit verloren, auch wenn das Tor erst nach der Pause fällt. Wir sind nicht in die Abläufe gekommen und waren in der Phase viel zu passiv“, sagte Jackson, der den erkrankten Trainerkollegen Florian Haase an der Seitenlinie vertrat, zu den ersten 45 Minuten. Nach der Pause wurde es aus Varl-Sicht besser. „Da kann ich der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Das Gegentor war dann natürlich ein Nackenklatscher.“

Varls Co-Trainer Luke Jackson musste am Donnerstag den erkrankten Florian Haase an der Seitenlinie vertreten. Er sah beim 0:1 gegen Levern eine schwache erste Halbzeit seiner Mannschaft. Nach der Pause hatten die Hausherren dann Pech.

Varls Co-Trainer Luke Jackson musste am Donnerstag den erkrankten Florian Haase an der Seitenlinie vertreten. Er sah beim 0:1 gegen Levern eine schwache erste Halbzeit seiner Mannschaft. Nach der Pause hatten die Hausherren dann Pech. Foto: Alexander Grohmann

SC Isenstedt - HSC Alswede 1:3 (0:0). Prüfung bestanden: Der HSC Alswede hat sich auch vom ersten Rückstand der Saison nicht beirren lassen und im Stile einer Spitzenmannschaft den sechsten Saisonsieg eingefahren. Nach der Isenstedter Führung durch Alexander Koch (57.) schlug der Favorit gnadenlos zurück. Tim Hageböke wendete das Blatt mit einem Doppelpack zum 1:2 (64., 69.), Kaoa Omar sorgte mit dem 1:3 für die Entscheidung. „Der Rückstand war Neuland für uns, aber wir haben es gut gelöst“, sagte HSC-Coach Jörg Bohlmann über den bestandenen Charaktertest seiner Mannschaft. Der Gastgeber hatte am Ende nichts mehr zuzulegen. „Man hat gemerkt, dass bei Isenstedt die Luft raus war.“

Tonnenheide marschiert weiter – Cengiz beklagt weitere Verluste

Eintracht Tonnenheide - Türk Gücü Espelkamp 3:2 (2:1). Blitzstart der Gastgeber: Sven Schmidt (13.) und Lukas Koob (16.) sorgten für die schnelle 2:0-Führung der Eintracht. „In der ersten Halbzeit haben wir ein richtig gutes Spiel gemacht und so gut wie keine Chance der Türken zugelassen“, lobte Trainer Torsten Bohnhorst seine Mannschaft. Kurz vor der Pause kassierte die Eintracht dennoch den Ausgleich: Eine Freistoß-Hereingabe konnten die Hausherren nicht klären und Hüseyin Özal war mit dem 2:1-Anschlusstreffer zur Stelle (45.+2). Auch nach der Pause verteidigten die Tonnenheider leidenschaftlich und konnten den Gegner über weite Strecken vom eigenen Tor fernhalten. Unnötig war aus Sicht von Bohnhorst der Ausgleich: Die Eintracht verlor bei einem Angriff den Ball und ließ sich auskontern. Nach Querpass von Yasin Köse schob erneut Özal zum 2:2 ein (62.).

Tonnenheide ließ sich aber auch von einem weiteren Dämpfer nicht entmutigen: In der 73. Minute bekam die Eintracht einen Foulelfmeter zugesprochen, den Maik Ahrens aber nicht verwandeln konnte. Die Gastgeber versuchten ihr Glück weiter und wurden kurz vor Schluss belohnt: Nach einem abgewehrten Kopfball von Koob stand Torben Kreienbrock goldrichtig und schob zum 3:2-Siegtreffer ein (83.). Türk Gücü machte noch einmal mobil, kam aber nicht mehr zum Ausgleich. Nach einem Schubser gegen Koob sah Furkan Süzen in der 89. Minute zu allem Überfluss noch die Rote Karte. Tevfik Cengiz war nicht nur wegen dieser Aktion nicht gut auf sein Team zu sprechen: „Wir kassieren einfach viel zu früh die Gegentore. Personell sieht es auch immer bescheidener aus.“

Die Regenfälle führten am Donnerstag zu drei Spielabsagen. Die Partien FC Lübbecke - SSV Preußisch Ströhen, SV Börninghausen - TuSpo 09 Rahden und TuS Gehlenbeck - TuRa Espelkamp fielen aufgrund von Platzsperren ins Wasser. Gerne angetreten wäre der FC Lübbecke. „Unser Rasenplatz verträgt einiges. Über die Sperrung seitens der Stadt heute Morgen haben wir uns schon etwas gewundert. Wir haben danach noch hin- und her telefoniert, aber leider konnten wir an der Entscheidung nichts mehr ändern“, sagte FC-Coach Roland Brandt. Auch Spitzenreiter Gehlenbeck wäre gerne angetreten, die Stadt Lübbecke schob aber auch in diesem Fall einen Riegel vor.

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