Fußball-A-Kreisligist HSC Alswede will sein Image aufpolieren
„Immer für ein Spektakel zu haben“

Alswede (WB). Ein neues Gesicht zeigen: In der vergangenen Saison spielte der HSC Alswede in der Fußball-Kreisliga A gegen den Abstieg. Mit einem neuformierten Team will Trainer Jörg Bohlmann künftig besser abschneiden. Eine der größten Hürden für den finanziell starken Kreisligisten ist dabei nicht die Konkurrenz ­– sondern der eigene Charakter.

Montag, 31.08.2020, 12:00 Uhr aktualisiert: 01.09.2020, 18:36 Uhr
Trainer mit Prinzipien: Jörg Bohlmann will dem HSC Alswede sportlich, aber auch charakterlich ein neues Gesicht geben. Elf Neuzugänge kann der HSC Alswede für die neue Spielzeit präsentieren: Robert Wiens, Philipp Pullum und Thomas Gräber, Björn Stremming und Christian Brad, Delil Kizilboga, Tolga Hortum, Bahri Cinar, Marcel Schwarze und Finn Droste sowie Olcay Sakarya wollen in Alswede für frischen Wind sorgen. Foto: Stefan Pollex

Die Alsweder haben mit der vergangenen Saison längst abgeschlossen. Nur auf Grund eines zuletzt guten Trends erreichte das Team von Jörg Bohlmann den zwölften Platz in der Quotientenregelung der Kreisliga A. Zuvor befand sich der HSC im Tabellenkeller. Desaströs, angesichts der vielen Geldgeber und namhaften Spieler. Bohlmann machte den Misserfolg am Charakter einiger Spieler fest und zog Konsequenzen: „Die Trainingsbeteiligung war katastrophal. Mit meinen 54 Jahren musste ich zuweilen selbst in Spielen aushelfen. Ich habe zu einigen Spielern gesagt, dass sie sich bei mir nicht mehr blicken lassen sollen.“ Das dürfte auch auf Spieler, mit denen Alswede fest geplant hatte, zutreffen: Furkan Süzen und Ahmet Tsingour landeten im Wechsel-Theater zwischen Preußen Espelkamp II, Eidinghausen-Werste und Alswede schließlich beim lachenden Vierten – Türk Gücü Espelkamp.

Ich glaube, der Zusammenhalt ist wesentlich besser geworden. In der Saisonvorbereitung waren immer viele Spieler beim Training, weil alle um ihren Platz kämpfen müssen. Das macht mir viel mehr Spaß!

Jörg Bohlmann (Trainer HSC Alswede)

Mit Pierre Katenbrink als spielendem Co-Trainer an seiner Seite legt Jörg Bohlmann für Alswede Wert auf neue Spielertypen, die charakterlich besser zusammenpassen sollen. Die Breite des Kaders ist ein wichtiger Faktor, an dem sich das Trainerteam mit Erfolg abgearbeitet hat. Elf Neuzugänge kann das Duo präsentieren: Von Preußen Espelkamp II schlossen sich den Gelb-Schwarzen Robert Wiens, Philipp Pullum und Thomas Gräber an. Björn Stremming und Christian Brad kamen vom Holsener SV, Delil Kizilboga vom BSC Blasheim, Tolga Hortum von TuS Stemwede, Bahri Cinar vom VfL Klosterbauerschaft. Marcel Schwarze und Finn Droste rücken aus der eigenen Jugend nach. Nach einer längeren Verletzung, die er sich in einem Probetraining beim SV Rödinghausen zugezogen hatte, überzeugte der HSC den Ex-Preußen Olcay Sakarya vom schwarz-gelben Trikot. Über seinen neuen Kader ist Bohlmann voll des Lobes: „Ich glaube, der Zusammenhalt ist wesentlich besser geworden. In der Saisonvorbereitung waren immer viele Spieler beim Training, weil alle um ihren Platz kämpfen müssen. Das macht mir viel mehr Spaß!“

Wir bezahlen nur noch leistungsbezogen. Wer nicht spielt, bekommt kein Geld. Ich denke, dadurch haben wir auch weniger ‚Verletzte‘.

Jörg Bohlmann (Trainer HSC Alswede)

Eine weitere Motivation für alle Spieler stellen die neuen Verträge dar: „Wir bezahlen nur noch leistungsbezogen. Wer nicht spielt, bekommt kein Geld. Ich denke, dadurch haben wir auch weniger ‚Verletzte‘“, führt Bohlmann aus. Die Stärke seiner Mannschaft sieht der Trainer weiterhin im Angriff: „Unsere Offensivabteilung ist immer für ein Spektakel zu haben. Mit den Neuzugängen sind wir vorne weiterhin eine Wucht. Es geht für uns darum, die Defensive zu stabilisieren. In den Probespielen haben wir bisher wenig zugelassen.“ In der vorigen Saison kassierte seine Mannschaft mit 60 Gegentreffern die meisten in der Liga. In Testspielen schlug der HSC die SV Löhne-Obernbeck mit 3:0, Blau-Weiß Vehlage mit 2:1, TuS Volmerdingsen mit 4:1, die Landesliga-A-Jugend der JFV Lohe-Bad Oeynhausen mit 7:1 und den SV Weser-Leteln mit 7:3. Gegen den Bezirksligisten TuS Viktoria Rietberg unterlag das Team mit 2:6.

Unser Ziel ist es, uns vernünftig zu präsentieren, indem wir beispielsweise den Schiedsrichter oder die Gegenspieler in Ruhe lassen. Wenn das funktioniert, habe ich ein gutes Gefühl.

Jörg Bohlmann (Trainer HSC Alswede)

Das Vorhaben, „erst einmal Ruhe ins Geschehen zu bringen“, dürfte sich für das Trainergespann als schwierig darstellen. Zum Ligaauftakt empfangen die Alsweder den starken Aufsteiger Türk Gücü Espelkamp. „Das könnte unter Umständen hektisch werden. Ich hoffe, in meinem Team behalten alle die Nerven“, erwartet Jörg Bohlmann einen spannenden Einstieg in den Ligaalltag. Die vorsichtige Prognose des Cheftrainers lautet: „Der Start ist wichtig. Unser Ziel ist es, uns vernünftig zu präsentieren, indem wir beispielsweise den Schiedsrichter oder die Gegenspieler in Ruhe lassen. Wenn das funktioniert, habe ich ein gutes Gefühl. Für den Titel, wir wurden häufig als Favorit genannt, kommen wir aber noch lange nicht in Frage. Ich würde uns eher im Mittelfeld ansiedeln.“

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