Radsport: Luca Harter und Julius Dräger starten in der Junioren-Bundesliga
Massensturzpech und Platz zwei

Lübbecke/Preußisch Oldendorf (WB). Dauerregen und zahlreiche Stürze: Was die Tour de France auf ihren ersten Etappen geprägt hat, haben die deutschen Radsportler beim Start der Bundesliga-Saison ebenfalls durchgemacht. Mittendrin statt nur dabei: Luca Harter und Julius Dräger, die beiden Top-Radtalente aus dem Altkreis Lübbecke.

Dienstag, 01.09.2020, 17:36 Uhr aktualisiert: 01.09.2020, 18:16 Uhr
Bundesliga-Talente: Luca Harter (links) fährt 2020 in der Junioren-Eliteklasse für das Team des achtfachen Tour-de-France-Teilnehmers Christian Knees. Julius Dräger (rechts) startet für das Rose-NRW-Team. Foto: Ingo Notz

Nationalmannschaftsfahrer Luca Harter hatte bei seinem ersten Saisonstart in Erfurt-Töttelstedt Pech: Schon in der ersten von zwölf Runden auf der Zehn-Kilometer-Rundstrecke war das Rennen für den talentierten Schüler gelaufen. Im 150-Fahrer-Feld gab es nach hektischem Start auf schmalen Straßen und Kopfsteinpflaster die ersten Stürze. Auch eine Corona-Folge: Da kaum Rennen gefahren worden sind, ist die Anspannung und Hektik bei den wenigen Rennen hoch – besonders bei den Junioren-Fahrern, die nur wenige Möglichkeiten haben, sich für die neue Saison und für die U23-Mannschaften anzubieten.

Beim Antreten nach einer engen Kurve ist die Kette zwischen Rahmen und Kranz geknallt und ich bin dann voll über den Lenker geflogen...

Luca Harter (Radsport-Nationalmannschaftsfahrer)

Nach dem hektischen Start war Harter im Mittelfeld positioniert – und fuhr bei Tempo 50 in der ersten Runde ungebremst in einen Sturz vor ihm. Bis sich alles aufgelöst hatte und er sein Rad wieder halbwegs fahrbereit hatte, waren fast sieben Minuten vergangen – und das Feld war weg. „Beim Antreten nach einer engen Kurve ist die Kette zwischen Rahmen und Kranz geknallt und ich bin dann voll über den Lenker geflogen...“, ärgerte sich das Radtalent über den ebenso unglücklichen wie enttäuschenden Start in die Straßensaison. Die Folge: Das Rennen war für den Preußisch Oldendorfer damit beendet, einen längeren Ausfall muss er trotz offensichtlicher Sturzfolgen am Rad und eigenen Körper aber nicht befürchten. „Das Rad hat ein bisschen abbekommen und bei mir ist viel Haut ab und Knie/Becken schmerzen“, meinte der 18-Jährige nach dem unverschuldeten Aus beim Bundesliga-Start. Seit dieser Saison fährt Luca Harter für sein neues Team Billigmann des Ex-Tour-de-France-Teamsiegers Christian Knees – mit ambitionierten Zielen, nachdem er es in der Cross-Saison bereits in die Nationalmannschaft geschafft hat. „Gute Platzierungen in den Top 15“ peilt der Schüler für diese Straßensaison an, die nicht nur wegen der Kürze für ihn auch eine Vorbereitung auf seinen Schwerpunkt in der Cross-Saison ist: Dort will Harter wieder im Trikot der deutschen Nationalmannschaft angreifen. Vor Ort gab es schon einen Vorgeschmack auf internationale Aufgaben beim Wiedersehen mit seinen Nationalmannschaftskollegen – darunter auch Ausnahmetalent Marco Brenner, der ab 2021 bereits einen Vier-Jahres-Vertrag beim deutschen Profi-Rennstall Sunweb in der Tasche hat, das derzeit bei der Tour de France im Einsatz ist.

Durch den vielen Regen wurde es nach 80 Kilometern kalt und das merkte man, es wurde wieder etwas unkonzentrierter.

Julius Dräger (Radsport-Bundesliga-Fahrer)

Julius Dräger, der zweite Bundesliga-Fahrer aus dem Kreis Minden-Lübbecke, hatte bei den Stürzen mehr Glück, weil er nicht direkt in einen der zahlreichen Crashs, die vor allem in der ersten Hälfte des Rennens passierten, verwickelt war. „Danach hatte es sich etwas beruhigt, da das Feld dann schon etwas ausgedünnt war. Wir konnten als Team ganz gut agieren und sind auch häufiger zusammengefahren und konnten so auch zunächst die Attacken vom führende Team (Auto Eder) abwehren und die Ausreißer zurückholen. Jedoch mussten auch bei uns ein paar Teamkollegen aufgrund der Stürze das Rennen verlassen“, hatte auch Drägers Team mit den Sturzfolgen zu kämpfen. In der entscheidenden Phase des Rennens konnte eine Fünfer-Gruppe ausreißen – mit einem Teamkollegen Drägers. „Wir konnten die Lücke zu den Ausreißern recht gering halten, jedoch weder schließen noch größer werden lassen. Durch den vielen Regen wurde es nach 80 Kilometern kalt und das merkte man, es wurde wieder etwas unkonzentrierter.“ Zum Schluss gab es noch eine großen Massensturz mit vielen Verletzten circa 300 Meter vorm Ziel – ein weiterer Beleg für die Hektik im Rennen, bei dem der Lübbecker am Ende einen Schnitt von über 45 km/h auf dem Tacho hatte. Mit 22 Sekunden Rückstand auf Marco Brenner landete Julius Dräger damit auf Platz 29.

Julius hat sich in seinem ersten Bundesligarennen sehr gut als 29. im Massenspurt geschlagen, da er bislang noch nie ein Rennen über 120 Kilometer gefahren ist und auch als dritter Fahrer seines NRW-Teams in die Wertung kam.

Sven Harter (Trainer)

Trainer Sven Harter zeigte sich mit der Form seiner beiden Schützlinge einverstanden: „Es ist halt Pech und ärgerlich, wenn man trotz Form durch einen Sturz ausfällt, zumal der Aufwand nach Erfurt auch nicht ohne ist. Julius hat sich in seinem ersten Bundesligarennen sehr gut als 29. im Massenspurt geschlagen, da er bislang noch nie ein Rennen über 120 Kilometer gefahren ist und auch als dritter Fahrer seines NRW-Teams in die Wertung kam, so dass die Mannschaft auch weiterhin auf Platz zwei der Gesamtwertung steht. Seine Trainingsausrichtung ist auf die DM Berg am 19. September in Wenholthausen (Sauerland) ausgelegt, da er als Kletterspezialist dort gute Chancen auf eine vordere Platzierung hat.“

Luca Harter (links) und Julius Dräger starten in der Rad-Bundesliga.

Luca Harter (links) und Julius Dräger starten in der Rad-Bundesliga. Foto: Ingo Notz

 

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