Im Fußballkreis Lübbecke dürfen sich vier Mannschaften über die Beförderung in die A-Kreisliga freuen
Die Aufsteiger stehen fest

Lübbecke (WB). Die Würfel sind gefallen. Dass es im westfälischen Amateurfußball keine sportlichen Absteiger geben würde, galt nach dem Saisonabbruch wegen der Corona-Krise ja schon seit geraumer Zeit als ausgemachte Sache. Jetzt hat der Fußballkreis Lübbecke seine Aufsteiger ermittelt.

Donnerstag, 04.06.2020, 14:00 Uhr aktualisiert: 05.06.2020, 11:54 Uhr
Adam Szych (FC Lübbecke) lässt TuSpo Rahdens Torhüter Daniel Riemer keine Chance. Jetzt freuen sich beide Teams über den Aufstieg. Foto: Pollex

Geschehen ist das bei einer virtuellen Vorstandssitzung am Dienstagabend. Dabei kam einerseits die sogenannte Quotientenregelung zur Anwendung , die vom Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) zur Wertung der Abbruchsaison bei einer ungleichen Anzahl von Spielen empfohlen worden war. Außerdem berücksichtigte der Kreisvorstand auch die FLVW-Empfehlung, dass der Herbstmeister zusätzlich eine Spielklassen aufrücken darf, sofern er zum Zeitpunkt des Abbruchs nicht zu den Aufsteigern gezählt hätte. Davon profitierte der SVE Börninghausen in der Kreisliga B.

Der Verbandstag muss noch zustimmen

„Die Quotientenregelung ist die für alle Seiten fairste Lösung“, sagte der Kreisvorsitzende Karl-Heinz Eikenhorst, der sich in zahlreichen Telefonkonferenzen auf Verbandsebene für dieses Verfahren stark gemacht hatte. Alle am Dienstagabend im Kreisvorstand getroffenen Entscheidungen, die jetzt den Vereinen mitgeteilt werden, stehen allerdings noch unter einem klitzekleinen Vorbehalt. Rechtskräftig werden sie nämlich erst, wenn in der kommenden Woche auch der FLVW-Verbandstag ganz offiziell zustimmt.

Der findet wegen der Corona-Pandemie nicht im Präsenzverfahren statt. Statt dessen entscheiden 149 Delegierte aus den 29 FLVW-Kreisen im schriftlichen Abstimmungsverfahren über die vom Verbands-Fußball-Ausschuss (VFA) und dem FLVW-Präsidium empfohlene Wertung der Abbruchsaison. Bis zum 8. Juni sind sie aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Das Ergebnis wird am Dienstag, 9. Juni, veröffentlicht. Eikenhorst rechnet diesbezüglich allerdings nicht mit einer Überraschung. Schließlich sei die Abstimmung in den vergangenen Wochen bei vielen Videokonferenzen mit fast allen Beteiligten akribisch vorbereitet worden. Der Lübbecker Kreisvorsitzende: „Ich gehe zu 99 Prozent davon aus, dass die Entscheidung des Verbandsgremiums so durchgeht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dort etwas anderes beschlossen wird.“

Freuen über die Beförderung am grünen Tisch dürfen sich die zweite Mannschaft des FC Preußen Espelkamp II, der als Tabellenführer der Männer-Kreisliga A in die Bezirksliga aufsteigt. Aus der Kreisliga B können sich gleich vier Mannschaften in der kommenden Saison eine Spielklasse höher versuchen. Neben dem Meister Türk Gücü Espelkamp sind dies die nur knapp dahinter platzierten Verfolger TuSpo Rahden und FC Lübbecke sowie als Herbstmeister der SVE Börninghausen. Nachrücken in die B-Liga dürfen SSV Ströhen II, BSC Blasheim III und Eintracht Tonnenheide II.

Aus der Kreisliga D haben Hüllhorst-Oberbauerschaft II, Preußen Espelkamp III (beide Staffel 1), SSV Ströhen III (Staffel 2) und BSC Blasheim IV (Staffel 3) das Recht, aufzusteigen. Laut Eikenhorst haben die Blasheimer bereits erklärt, dass sie weiter in der D-Liga bleiben wollen. Die anderen Vereine sollen dem Kreisvorstand „in naher Zukunft“ (Eikenhorst) mitteilen, ob sie den Aufstieg annehmen. Eikenhorst mahnt zur Eile: „Wir können das nicht zwei Wochen hinausschieben.“

Bei den Frauen gehen die heimischen Teams leer auf. Die SG Oppenwehe/Stemwede war zwar bei Abbruch Tabellenführer, ist aber nicht aufstiegsberechtigt, weil die Spielgemeinschaft noch keine drei Jahre besteht. In der Parallelstaffel muss der Tabellenzweite BSC Blasheim knapp dem Spitzenreiter Bünder SV den Vortritt lassen. Als Herbstmeister rückt auch der TuS Bruchmühlen in die Bezirksliga auf.

Salomonische Entscheidung in der B-Liga

Mit Spannung war erwartet worden, wie sich der Kreisvorstand in der Männer-Kreisliga B verhalten würde. Hier lagen mit TG Espelkamp, TuSpo Rahden und FC Lübbecke drei Mannschaften dicht an dicht, etwas dahinter war der Herbstmeister aus Börninghausen. Die jetzt gefundene Lösung, dem gesamten Quartett den Aufstieg zuzusprechen, entspricht nicht nur dem Fair Play, sondern auch der vor der Saison festgelegten Aufstiegsregelung des Fußballkreises. Die sieht nämlich vor, dass drei Teams in die A-Liga aufsteigen dürfen, wenn es aus der Bezirksliga keinen Absteiger gibt.

„Wenn wir nur die FLVW-Empfehlung umgesetzt hätten, dann wäre nur der Meister aufgestiegen“, erläuterte Eikenhorst, der froh ist, eine Lösung im Sinne aller Beteiligten gefunden zu haben. Eikenhorst: „Da greift unsere eigene Aufstiegsregelung. Und das war das Entscheidende.“

Obwohl der Verband den Abstieg ausgesetzt hat, gibt es auf Kreisebene doch einen Absteiger. Der Holsener SV (Kreisliga) hat den Kreisvorstand gebeten, in der kommenden Spielzeit eine Liga tiefer antreten zu dürfen. Durch den Rückzug der Holsener wird die Kreisliga A in der Saison 20/21 nach jetzigem Stand mit 18 Mannschaften spielen. Der TuS Nettelstedt hatte seine zweite Mannschaft im Laufe der Saison zurückgezogen.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7434838?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2447933%2F2352979%2F2514622%2F
Brandsatz vor Tönnies-Villa: Paar festgenommen
An dieser Zufahrt zum Anwesen der Familie Tönnies wurden die verdächtigen Gegenstände gefunden. Foto: Christian Althoff
Nachrichten-Ticker